10,7 Monate im Durchschnitt

Asylverfahren: Bearbeitungzeit 2017 deutlich gestiegen - aus statistischen Gründen?

Die Bundesregierung wollte Bearbeitungszeit von Asylverfahren verkürzen. Die Zahlen für 2017 zeigen aber einen gegenläufigen Trend - offenbar aus statistischen Gründen. 

Berlin/Osnabrück - Die Bearbeitungsdauer für Asylanträge in Deutschland hat sich einem Bericht zufolge auf im Durchschnitt 10,7 Monate verlängert. Dies sind deutlich mehr als im Jahr 2016, als Asylbewerber durchschnittlich 7,1 Monate auf eine Entscheidung warten mussten und mehr als doppelt so lange wie die 5,2 Monate im Jahr 2015, berichtete die Neue Osnabrücker Zeitung am Donnerstag unter Berufung auf Zahlen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF).

Anstieg aus statistischen Gründen?

Dem Bericht zufolge ist Hintergrund für die lange Dauer die große Zahl an Asylverfahren, die sich über längere Zeit angestaut haben sowie komplexe Fälle. "Der Anstieg liegt insbesondere daran, dass das Bundesamt in den letzten Monaten viele Verfahren abgeschlossen hat, die schon sehr lange anhängig sind", teilte das Amt der Zeitung mit. Dies habe rein statistisch zu einer deutlichen Steigerung geführt. 

Neue Verfahren dauerten im Schnitten nur zwei Monate

"Komplexe Verfahren, die Recherchen oder auch medizinische Gutachten erforderlich machen, nehmen naturgemäß längere Zeit in Anspruch." Immer wieder fehlten bei Verfahren Pässe oder andere Dokumente, was die Bearbeitung verzögere.

Neue Asylverfahren - also Anträge, die im Jahr 2017 gestellt wurden - dauerten demnach im Schnitt dagegen lediglich zwei Monate.

Lesen Sie auch: Flüchtlinge aus Nordafrika - woran ihre Abschiebung so oft scheitert

AFP

Rubriklistenbild: © dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Seehofer: „Die SPD hat einen Fehler gemacht“

Nach den Sondierungen könnten Gespräche über eine neue GroKo starten - wenn der Parteitag der SPD zustimmt. Die Sozialdemokraten hadern aber mit den …
Seehofer: „Die SPD hat einen Fehler gemacht“

Britisches Unterhaus verabschiedet wichtiges Brexit-Gesetz

Das Unterhaus des britischen Parlaments hat ein wichtiges Brexit-Gesetz verabschiedet. Damit hat EU-Recht nicht mehr Vorrang vor nationalem Recht.
Britisches Unterhaus verabschiedet wichtiges Brexit-Gesetz

Guttenberg blickt kritisch nach Deutschland - und erinnert Merkel an ihren Auftrag

Karl-Theodor zu Guttenberg sieht von außen zu, wie die großen Parteien Deutschlands versuchen, eine neue Koalition zu bilden. Der einstige Hoffnungsträger der Union …
Guttenberg blickt kritisch nach Deutschland - und erinnert Merkel an ihren Auftrag

Ausnahmezustand in der Türkei vor sechster Verlängerung

Die türkische Führung will den Ausnahmezustand zum sechsten Mal verlängern. Eine Zustimmung des Parlaments gilt als sicher. Menschenrechtler kritisieren die Maßnahme …
Ausnahmezustand in der Türkei vor sechster Verlängerung

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.