Klimadebatte

„Kostspieliger Fehler“? CDU-Politiker wollen Atomkraftwerke länger laufen lassen

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Die neue Vorsitzende des CDU-Wirtschaftsrats, Astrid Hamker, am Dienstag mit Friedrich Merz, Wolfgang Schäuble und Roland Koch (v.l.n.r.).

Mehrere CDU-Politiker wollen am Atom-Ausstieg sägen - um so den Ausstoß von CO2 zu verringern. Gegenwind gab es umgehend von CSU-Landesgruppenchef Dobrindt.

Berlin - Angesichts des drohenden Verfehlens der Klimaziele fordern Unionspolitiker eine verlängerte Laufzeit für deutsche Atomkraftwerke. Die konservative Werteunion regte am Dienstag an, den Atomausstieg zu verschieben und stattdessen früher aus der Kohle auszusteigen, um den Ausstoß des Klimagases CO2 zu verringern. Die neue Präsidentin des CDU-Wirtschaftsrats, Astrid Hamker, kritisierte derweil den Atomausstieg als "Kurzschlussreaktion". Sie verwies auf Frankreich, das an der Atomkraft festhalte und seine Klimaziele erreichen werde.

Der Chef der Werteunion, Alexander Mitsch, empfahl seiner Partei nach dem Fiasko bei der Europawahl, mit Maßnahmen zum Erreichen der Klimaziele das verlorene Vertrauen gerade junger Wähler zurückzugewinnen. Auch Kanzlerin Angela Merkel hat sich am Dienstag in der Fraktion für einen „grüneren“ Kurs ausgesprochen. Dabei hatte sie allerdings wohl andere Mittel im Sinne als Mitsch.

Werte-Union: Atomausstieg ein „kostspieliger Fehler“

"Zweifelsohne würde ein vorgezogener Kohleausstieg positive Effekte auf den CO2-Ausstoß und somit für die Erreichung der Klimaziele mit sich bringen", erklärte Mitsch. Im Gegenzug müssten die deutschen Atomkraftwerke länger weiterlaufen als bislang geplant, um die Versorgung sicherzustellen und die Energiepreise bezahlbar zu halten. Der Atomausstieg sei ein "kostspieliger ökologischer und ökonomischer Fehler" gewesen, kritisierte Mitsch.

Auch die am Dienstag gewählte Präsidentin des CDU-Wirtschaftsrats, Astrid Hamker, kritisierte den Atomausstieg. Bei dieser Entscheidung sei "niemand unserem Vorbild gefolgt", sagte Hamker der Bild. "Und Länder wie Frankreich erreichen ihre Klimaziele leicht, weil sie keine solche verstolperte Energiewende hingelegt haben."

Eine Laufzeitverlängerung forderte Hamker allerdings nicht. Sie warnte aber davor, dass die CDU bei künftigen Klimaschutzmaßnahmen "wie beim Ausstieg aus der Kernenergie wieder eine Kurzschlussreaktion" vollziehe. Deren Ergebnis seien "die höchsten Strompreise, aber klimapolitisch eine schlechtere Bilanz".

CDU-Politiker wollen Atomkraftwerke länger laufen lassen - Dobrindt erteilt Ansinnen eine Absage

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt wies die Forderung der Werteunion nach einer Laufzeitverlängerung zurück. "Ich würde dieser Idee nicht beitreten", sagte er in Berlin. "Wir haben klare Entscheidungen getroffen", fügte er mit Blick auf Atomausstieg und Energiewende hinzu.

Die Grünen warnten vor einer Abkehr vom Atomausstieg. "Die sogenannte Werteunion betreibt Profilierung auf Kosten eines Problems, das gelöst und nicht zur Selbstdarstellung ausgeschlachtet werden muss", erklärte die Grünen-Umweltexpertin Sylvia Kotting-Uhl.

Im Bundestag ist es am Dienstag bei Klimaprotesten junger Menschen unterdessen zu einem kleinen Eklat gekommen.

AFP

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