Bundestagswahl

Auch von links zur AfD: So fiel die „Wählerwanderung“ 2017 aus

Viele Wähler haben sich 2017 für eine andere Partei entschieden als bei der letzten Bundestagswahl - die Wählerwanderung verlief diesmal kreuz und quer durchs Parteienspektrum.

Berlin/München - Nach den reinen Prozentzahlen sind die Gewinner und Verlierer der Bundestagswahl 2017 leicht auszumachen: Der Union und der SPD liefen die Wähler in großer Menge davon - FDP und AfD haben profitiert

Tatsächlich ist die Sachlage etwas komplexer. Denn die „Wählerströme“, die die Meinungsforschungsinstitute am Wahltag erheben, zeigen: Zwischen fast allen Parteien gibt es verglichen mit der Bundestagswahl 2013 regen Wähleraustausch. Erstaunen mag dabei unter anderem, von welcher Seite der AfD die Wähler zugeströmt sind.

Bundestagswahl 2017: Union füttert AfD und FDP mit mehr als zwei Millionen Stimmen

So hat die Partei am rechten Rand des Parteienspektrums nicht nur 1,1 Millionen Wählerstimmen von der Union eingesammelt - sondern auch 500.000 von der SPD und immerhin noch 380.000 von der Linken, wie infratest dimap am Sonntag ermittelte. Außerdem trieben diesen Zahlen zufolge 740.000 frühere Nichtwähler das AfD-Ergebnis in die Höhe. Kaum betroffen waren wiederum Grüne und FDP.

AfD feiert - SPD am Boden: Die Bilder zum Wahlabend

Bundestagswahl
Angela Merkel betonte in ihrem ersten Statement einen Erfolg: Ohne die Union sei keine Regierungsbildung möglich © dpa
Bundestagswahl - SPD
Martin Schulz schloss eine erneute Große Koalition am Sonntagabend aus © dpa
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Frieden: Martin Schulz und Angela Merkel reichen sich vorder „Elefantenrunde“ die Hände © dpa
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AfD-Chef Jörg Meuthen und CSU-Spitzenkandidat Joachim Herrmann begegneten sich ebenfalls in der „Berliner Runde“ © dpa
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In Streit gerieten später FDP-Chef Christian Lindner und SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz. Anlass: Die Absage der SPD für eine neue GroKo © dpa
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Über ein unerwartet gutes Ergebnis freuten sich die Grünen-Spitzenkandidaten Katrin Göring-Eckardt und Cem Özdemir © dpa
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Betretene Gesichter gab es kurz nach 18 Uhr auf der Wahlparty der CDU © dpa
Bundestagswahl - SPD
Für Entsetzen sorgte das Wahlergebnis der SPD im Willy-Brandt-Haus © dpa
Bundestagswahl - SPD
Für Entsetzen sorgte das Wahlergebnis der SPD im Willy-Brandt-Haus © dpa
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Die AfD freute sich in Berlin über ihren ersten Einzug in den Bundestag © dpa
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AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland fand unmittelbar nach Schluss der Wahllokale harsche Worte: Er wolle die Regierung „jagen“ © dpa
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In Berlin demonstrierten einige hundert Menschen gegen die AfD © dpa
Bundestagswahl - Grüne
Jubel bei den Grünen - hier ist der bayerische Bundestagsabgeordnete Dieter Janecek in München zu sehen. © dpa
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Auch in Berlin gerieten die Grünen in Feierlaune © dpa
Bundestagswahl
Fröhliche Liberale: Die FDP ist nun wieder im Bundestag vertreten © dpa
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Die FDP schaffte nach vier Jahren Pause den Wiedereinzug in den Bundestag - das Resultat: Freude im Hans-Dietrich-Genscher-Haus © dpa
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Zufrieden zeigte sich Linke-Chefin Katja Kipping bei der Wahlveranstaltung der Linken in Berlin © dpa
Bundestagswahl - SPD
Ende eines langen Wahlkampfes: Ein „Schulz 2017“-Ballon als Überrest der SPD-Wahlparty © dpa
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Banges Warten: Die AfD-Spitzenpolitiker Jörg Meuthen und Beatrix von Storch am frühen Sonntagabend © dpa
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Angela Merkel hatte am Nachmittag in Berlin ihre Stimme abgegeben © dpa
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Zum Wahllokal begleitet hatte sie ihr Mann, Joachim Sauer. © dpa
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Vizekanzler Sigmar Gabriel gab seine Stimme in Goslar ab © dpa
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Herausforderer Martin Schulz besuchte das Wahllokal - natürlich - in seiner Heimatstadt Würselen. © dpa
Bundestagswahl - AfD Petry
Auf Fotos der AfD-Spitzenkandidaten Alexander Gauland und Alice Weidel an der Wahlurne wartete man vergeblich. Dafür ließ sich AfD-Chefin Frauke Petry ablichten. Im Hintergrund: Ihre Bodyguards. © dpa

Über alle Entwicklungen am Wahlabend halten wir Sie in unserem Live-Ticker auf dem Laufenden.

Auch die FDP profitierte der Erhebung zufolge stark von der Unzufriedenheit der Wähler von CDU und CSU: Satte 1,3 Millionen Wähler machten ihr Kreuz 2017 nicht mehr bei der Union, sondern bei den Liberalen.

Die SPD verlor - womöglich ebenfalls ein wenig überraschend - 430.000 Wähler an Christian Lindners wiedererstarkte FDP. Zudem wanderten Wähler der Sozialdemokraten laut infratest dimap in großer Zahl zu den Grünen (400.000) und zur Linken (380.000) ab.

Bundestagswahl 2017: Wählerwanderung auch zwischen Linke und FDP

Sogar in den traditionellen Wirtschaftsfragen zeigten sich viele Wähler flexibel: 70.000 Linke-Wähler entschieden sich diesmal für eine Wahl der FDP.

Umgehen müssen mit dem neuen Ergebnis nun die Parteispitzen - schon bei der „Elefantenrunde“ zeigte sich: Die Koalitionsbildung könnte diesmal schwierig werden.

Reaktionen auf die Wahl: Merkel will regieren - und AfD-Wähler zurückgewinnen.

fn/Video: Glomex

Rubriklistenbild: © dpa

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