Düstere Aussichten

Aufschlussreicher Klimareport widerlegt Argumente der Trump-Regierung

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Donald Trump am 01.06.2017 zum Pariser Klimaabkommen.

Ein Bericht zum Klimawandel widerspricht der Position von US-Präsident Donald Trump. Trotzdem segnete die US-Regierung den Expertenbericht ab und veröffentlichte ihn am Freitag. 

Washington - Kurz vor der UN-Klimakonferenz veröffentlichten 13 US-Behörden am Freitag einen Expertenbericht, demzufolge die Erderwärmung eine mit "größter Wahrscheinlichkeit" von Menschen verursachte "Realität" ist. Trump hatte den Klimawandel wiederholt in Frage gestellt und den Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen angekündigt. Es sei "extrem wahrscheinlich, dass menschliches Handeln - insbesondere der Ausstoß von Treibhausgasen - die vorherrschende Ursache für die seit Mitte des 20. Jahrhunderts beobachtete Erwärmung" sei, resümierten die Experten in dem 600-seitigen Gutachten. Für die Erderwärmung gebe es "keine überzeugende alternative Erklärung". 

Die Experten haltenin dem Bericht fest, dass die Temperaturen auf der Erde in den 115 Jahren zwischen 1901 und 2016 um ein Grad Celsius gestiegen sind: "Unsere Zeit ist nun die wärmste in der Geschichte der modernen Zivilisation." Es habe zudem in den vergangenen 1700 Jahren keine Epoche gegeben, in der die Durchschnittstemperaturen so schnell gestiegen seien wie in den vergangenen Jahrzehnten. Der Bericht wurde von der Behörde für Ozean- und Atmosphärenforschung (NOAA) zusammengestellt und nach deren Angaben vom Weißen Haus zur Veröffentlichung freigegeben. Finanziert wurde die Studie unter anderem mit Mitteln des Energieministeriums und der Raumfahrtbehörde Nasa. "Das ist nicht neu", kommentierte der renommierte Wissenschaftler Peter Gleick die Ergebnisse des Berichts im Kurzbotschaftendienst Twitter. "Es ist nur deshalb eine Nachricht, weil Trump ihn (den Bericht) nicht zensieren konnte." 

Die Befunde stehen in Einklang mit der vorherrschenden Meinung in der Wissenschaft. Mitglieder von Trumps Regierung hatten dagegen immer wieder in Abrede gestellt, dass fossile Brennstoffe den Klimawandel verursachen - so etwa Scott Pruitt, der Leiter der Umweltbehörde EPA. 

Mit einem Paukenschlag verkündete Trump den US-amerikanischen Ausstieg aus dem Pariser Abkommen 

Im Juni kündigte Trump den Ausstieg seines Landes aus dem Pariser Klimaschutzabkommen an. Er sieht in dem Vertrag eine Bedrohung für Arbeitsplätze in den USA. In dem Ende 2015 von 197 Staaten unterzeichneten und inzwischen von 170 Staaten ratifizierten Klimaabkommen ist das Ziel festgeschrieben, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. In dem US-Expertenbericht wird vor einem Temperaturanstieg bis zum Ende dieses Jahrhunderts um fünf Grad Celsius gewarnt, "wenn der Ausstoß von Treibhausgasen nicht deutlich reduziert wird". Der Meeresspiegel werde zum Ende des Jahrhunderts um 30 bis 120 Zentimeter ansteigen, und nicht ausgeschlossen sei sogar ein Anstieg um 240 Zentimeter bis zum Jahr 2100. Einer der Autoren der Studie, David Fahey von der NOAA, sagte, entgegen der Befürchtungen der Autoren habe es "keine politische Einmischung in die wissenschaftliche Botschaft dieses Berichts" gegeben. 

Der Bericht enthalte das, "was Wissenschaftler sagen wollten". Der Bericht enthält keine Empfehlungen an die Politik, sondern soll als Grundlage für die Entwicklung künftiger Strategien dienen. Rachel Licker von der US-Wissenschaftlervereinigung Union of Concerned Scientists sagte, die US-Bürger müssten ihre Politiker in die Pflicht nehmen und sie zum Handeln auffordern. Der demokratische Senator Al Franken forderte Trumps Regierung zu einer Erklärung auf, wie sie mit den Befunden des Berichts umgehen wolle. Zudem müsse sie sicherstellen, dass solche wissenschaftlichen Gutachten auch künftig ohne politische Einflussnahme erstellt würden. Am Montag beginnt in Bonn die 23. Weltklimakonferenz. Die US-Delegation dürfte dort ziemlich isoliert sein, nachdem die USA neben Syrien nun das einzige Land sind, welches das Pariser Abkommen nicht unterstützt. Allerdings gibt es in den Vereinigten Staaten ein breites Bündnis aus mehreren Bundesstaaten, Kommunen und Unternehmen, das sich für einen entschiedenen Kampf gegen die Erderwärmung einsetzt.

AFP

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