Nachfolgedebatte auch in der CDU

„Autoritätsverlust“: FDP-Chef Lindner zählt Merkel an

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Gruppenbild mit Zweifler: Christian Lindner (2.v.l.), Angela Merkel und weitere Verhandlungsteilnehmer bei den Sondierungen am Mittwoch

Seit zwölf Jahren ist Angela Merkel Kanzlerin. Nun macht sich erstmals Unruhe breit: Nicht nur FDP-Chef Lindner spricht über das Ende der Ära - auch in der Union wird laut nachgedacht.

Berlin - FDP-Chef Christian Lindner geht davon aus, dass in der CDU absehbar über eine Zeit nach Angela Merkel nachgedacht wird. „Ich erwarte, dass in der CDU in den nächsten vier Jahren eine Debatte über die Nachfolge von Angela Merkel eröffnet wird“, sagte er dem Magazin Stern. Merkel habe nach der Bundestagswahl „einen deutlich spürbaren Autoritätsverlust“ erlitten.

Lindner glaubt, dass die Kanzlerin anders als Helmut Kohl selbst ihr Ausscheiden aus der Politik bestimmen könnte: „Ich traue ihr zu, dass sie ihre politische Nachfolge selbst regeln will und dass sie sich nicht auf eine Zermürbungstaktik einlässt.“ Auf die Frage, ob Merkel die volle Distanz von vier weiteren Jahren im Kanzleramt bleiben werde, antwortete Lindner: „Das ist schwer zu sagen.“

Leises Aufbegehren in der CDU: „Brauchen neue Gesichter“

Bei einer Buchvorstellung in Berlin betonte der FDP-Vorsitzende am Donnerstag auf Nachfragen, er wolle sich mit den Äußerungen keineswegs in interne Angelegenheiten der CDU einmischen. Merkel sei jemand, der immer das Heft des Handelns in der Hand halte.

Unterdessen fordert auch der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) Aussagen von Merkel zu möglichen Nachfolgern. „Unser mäßiges Wahlergebnis bei der Bundestagswahl legt uns ans Herz, personell eine Erneuerung anzugehen“, sagte er dem Focus. Die CDU brauche „neue Gesichter in Führungspositionen, die dafür Gewähr bieten“.

Von Bedeutung könnte auch der Erfolg oder Misserfolg der laufenden Gespräche über eine Jamaika-Koalition sein. Sollte das Bündnis nicht zustande kommen, könnte auf einmal die SPD doch wieder ins Blickfeld geraten. Auf die Frage, ob die Sozialdemokraten im Fall eines Rückzugs von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zu einer großen Koalition bereit wäre, hatte Ex-Fraktionschef Thomas Oppermann Ende September gesagt: „Das wäre in der Tat eine neue Situation.“

Sondierungsgespräche für Kabinett Merkel IV laufen

Auch Lindner sondiert zurzeit mit Merkels CDU sowie mit der CSU und den Grünen die Möglichkeit einer Regierungskoalition. Am Donnerstag kamen je sechs Vertreter von Grünen und FDP zusammen. Nach der ersten Gesprächsrunde mit der Union hatte sich Lindner zurückhaltend gezeigt. „Ob wir zu Koalitionsverhandlungen kommen, ist ja völlig offen“, sagte Lindner.

Die Grünen Katrin Göring-Eckardt und Cem Özdemir machten deutlich, dass die FDP kein Wunschkoalitionspartner für sie ist. "Wir haben uns das nicht ausgesucht, in dieser Konstellation zusammenzuarbeiten", sagte die Fraktionschefin. Es nütze aber nichts, "so lange wählen zu lassen, bis ein Ergebnis rauskommt, das einem gefällt", fügte Özdemir hinzu.

dpa/AFP/fn

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