Nach jahrelangen Kämpfen

Terrormiliz IS im Irak militärisch besiegt

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Irakische Soldaten Mitte November nach der Rückeroberung eines Ortes. Foto: Osama Sami

Vor dreieinhalb Jahren überrannte die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) große Teile im Irak. Nach jahrelangen schweren Kämpfen sind die Extremisten in dem Land nun besiegt. Dass das aber nicht das Ende des IS ist, zeigt sich in der Stadt Kirkuk.

Bagdad (dpa) - Nach mehr als drei Jahren der Kämpfe hat die irakische Armee den letzten Zufluchtsort der Terrormiliz IS im Irak erobert. "Euer Land wurde vollständig befreit", sagte Ministerpräsident Haidar al-Abadi am Samstagabend in einer TV-Ansprache an das irakische Volk.

Mit der Eroberung einer Wüstenregion an der Grenze zu Syrien, dem letzten Zufluchtsort der Dschihadisten in dem Land, hätten die irakischen Truppen gesiegt. "Die irakische Flagge weht nun über dem gesamten irakischen Land und über dem fernsten Grenzposten", sagte Al-Abadi.

Der IS hatte vor drei Jahren große Teile des Iraks und Syriens überrannt. Den Höhepunkt ihrer Macht erreichte die Miliz im Sommer 2014, nachdem sie die Großstadt Mossul in nur wenigen Stunden unter Kontrolle bringen konnte. IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi ließ kurz danach ein "Islamisches Kalifat" ausrufen und machte sich selbst zum "Kalifen". Unklar ist, ob der IS-Chef noch lebt.

Al-Abadi sagte, dass dieser "große Sieg" auch ein Erfolg für die Araber, die Muslime und die gesamte Welt sei. Bei ihrer letzten Offensive gegen die Terrormiliz IS in der Provinz Al-Anbar in den vergangenen Wochen wurden die irakischen Streitkräfte wie in den Monaten zuvor durch Luftangriffe der US-geführten Militärkoalition unterstützt.

Der Koalition zufolge hat die Terrormiliz insgesamt mehr als 95 Prozent ihres einstigen Gebiets verloren. Bereits in den vergangenen Monaten war sie aus den Städten Mossul im Nordirak sowie Al-Rakka und Dair as-Saur in Syrien vertrieben worden.

Nach den Niederlagen ist damit zu rechnen, dass die Extremisten untertauchen und verstärkt auf Terroranschläge sowie eine Guerilla-Taktik setzen, wie sie es bereits in der Vergangenheit getan hatten. Zudem konzentrierte sich ihre Aktivität zuletzt stärker auf andere Länder. So kam es etwa in Afghanistan mehrfach zu Anschlägen, zu denen sich die IS-Terrormiliz bekannte.

In der nordirakischen Stadt Kirkuk sprengten sich derweil fünf Selbstmordattentäter in die Luft, nachdem sie von Sicherheitskräften in einem Gebäude belagert wurden, wie ein Milizenführer berichtete. Es wird davon ausgegangen, dass sie dem IS angehörten. Die ölreiche Region wird weiterhin nach Widerstandsnestern durchsucht. Beobachter vermuten Terrorzellen im gesamten Land.

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