Leiser Liberaler

Lanz-Talk: Bei einer Frage bleibt Lindner die Spucke weg

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Christian Lindner war bei Markus Lanz sprachlos - zumindest für einige Sekunden.

Köln - FDP-Chef Christian Lindner ist nach mehreren Wahlsiegen zur Zeit auf einem Höhenflug. Doch bei Lanz wird er etwas gefragt, bei dem selbst er sprachlos ist.

Kaum ein Politiker in Deutschland hat derzeit wohl ein so breites Lächeln im Gesicht wie der FDP-Vorsitzende Christian Lindner. Bei den beiden Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen holten die Liberalen mit 11,5 Prozent beziehungsweise 12.6 Prozent nicht nur starke zweistellige Ergebnisse, sondern konnten auch große Gewinne verzeichnen. Der gewählte Ministerpräsident in NRW, Armin Laschet, ist auf den Gutwillen der FDP angewiesen, um eine Mehrheit - wenn auch nur mit einer Stimme - im Düsseldorfer Landtag zu erzielen.

Für den Chef der Gelben muss es sich derzeit anfühlen wie in den längst vergangenen Zeiten, als die Liberalen noch Kanzlermacher für Brandt, Schmidt, Kohl und auch Merkel waren. Und Lindner kostet das aus. Er lässt Laschet im Moment ein wenig zappeln. Sätze wie „Wir sind nicht verdammt dazu, uns zu einigen“ lassen erahnen, dass er die Union für die reichlich wackelige Koalition einen hohen Preis bezahlen lassen will. Und auch auf die nahende Bundestagswahl lässt sich durch sein Handeln schließen. Denn es wäre Lindner wohl nicht unrecht, wenn seine Partei den direkten Sprung von außerhalb des Parlaments auf die Regierungsbank machen. Zu ihren Bedingungen natürlich.

Diese Frage bringt FDP-Chef Lindner aus der Fassung

Das Oberwasser des Ober-FDPlers ist natürlich auch Markus Lanz aufgefallen, in dessen Talkshow Lindner am Dienstag zu Gast war. Doch der brachte ihn zumindest kurzzeitig ganz schön ins Schwimmen. Lanz stellte nämlich in einem Satz gleich mehrere Fragen auf einmal: „Was werden Sie sagen, wenn Sie nach dem 22. September als neuer Außenminister und Vizekanzler dieses Landes das erste Mal auf Donald Trump treffen?“

Die Voraussetzungen für dieses Gedankenspiel sind: Die FDP wird am 24. September (an diesem Tag findet die Bundestagswahl 2017 statt) in den Bundestag gewählt. Und zwar mit so vielen Stimmen, dass die Liberalen wieder der entscheidende Faktor in einer Regierungskoalition sein können. Als zweitstärkste Kraft dürften sie zudem den Vizekanzler und auch Außenminister stellen. Nicht zu vergessen natürlich, dass Donald Trump zu diesem Zeitpunkt noch im Weißen Haus sitzt. Ganz schön viele „Was wäre wenns?“ also. Da musste selbst Lindner schlucken. Und zwar für seine Verhältnisse ziemlich lange.

Der FDP-Chef wusste so recht keine Antwort, stammelte und wusste für einen Moment gar nichts zu sagen. Und gab dadurch Lanz direkt Futter für die nächste Frage: „So sprachlos habe ich Sie lange nicht gesehen.“ Doch der hatte sich zumindest wieder soweit gefangen, dass er eine Ausrede parat hatte: „Ich musste überlegen, auf welchen Aspekt der Frage ich als erstes eingehe.“ Er empfahl schließlich, den Kontakt zu Washington so regelmäßig und diplomatisch wie möglich aufrecht zu erhalten. Am besten sogar, „jede Woche eine deutsche Delegation nach Washington schicken.“

Angesichts der Tatsache, dass der US-Präsident derzeit Geheimdienstinformationen einfach mal so an Russland weitergibt, vermutlich keine allzu schlechte Idee.

bix

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