Eskalation an EU-Außengrenze

Belarus-Krise: Lukaschenko droht EU mit Putins Atomwaffen - „Ihr Bastarde“

Die Krise an der östlichen EU-Grenze spitzt sich weiter zu. Der belarussische Machthaber Lukaschenko warnte vor militärischer Eskalation - und drohte mit russischer Macht.

Minsk/Warschau - Der als „letzte Diktator Europas“ bezeichnete belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko* hat sich zu der Flüchtlingssituation an der polnisch-belarussischen Grenze geäußert. Er warnte davor, Russland* mit in den Konflikt zu ziehen. Die Aussagen des 67-jährigen Präsidenten könnten als eine indirekte Drohung wahrgenommen werden. An die EU wandte er sich zudem mit deutlichen Worten.

Sein Land müsse das Beste geben, um jegliche Fehler im Grenzstreit zu verhindern, zitierte das staatliche Fernsehen BelTA den belarussischen Machthaber.

Belarus: Droht Lukaschenko der EU? - „Größte Atommacht“

„Falls wir hier, was Gott behüte, auch nur den geringsten Fehler begehen, wird das sofort Russland mit hineinziehen“, sagte Lukaschenko. An dieser Stelle fügte der autoritäre Machthaber einen entscheidenden Zusatz an: Russland sei die „größte Atommacht der Welt“.

Er sei aber kein Wahnsinniger und wisse, wohin dies führen würde, so Lukaschenko. Nachgeben will der belarussische Präsident jedoch keinesfalls: „Wir wissen es, aber sie werden uns nicht auf unseren Knien sehen.“

Lukaschenko wendet sich an die EU - „Bastarde, Wahnsinnige“

Lukaschenko wandte sich auch direkt an die Europäische Union - mit scharfen Worten. Während die EU den belarussischen Machthaber für die Entwicklungen an der EU-Außengrenze zwischen Polen* und Belarus* verantwortlich macht, wies Lukaschenko diese Vorwürfe stets zurück.

Die EU führe einen „Hybrid-Krieg“, behauptete Lukaschenko nun im Umkehrung eines Vorwurfs aus Brüssel an seine Adresse. Er verwies dabei auf die Flüge von polnischen Militärhubschraubern im Grenzgebiet und Manöver des polnischen Militärs mit gepanzerten Fahrzeugen.

„Und ihr Bastarde, Wahnsinnige, wollt, dass ich euch vor Migranten schütze?“, fragte Lukaschenko im staatlichen Fernsehen rhetorisch und gab der EU die Verantwortung für die prekäre Situation an der Grenze: „Ich befürchte, dass diese Konfrontation an der Grenze wegen der Migranten zu einer aktiven Phase führen kann. Das sind Gründe für Provokationen. Alle Provokationen sind möglich.“

Belarus-Machthaber: „Schleusernetzwerke für Flüchtlingsstrom verantwortlich“

„Entschuldigen Sie bitte, aber mit Panzern gegen Migranten kämpfen?“, fragte Lukaschenko weiter. Die Aktivitäten des polnischen Militärs gegen „arme Menschen“ seien entweder eine Übung oder eine „Erpressung“, so der belarussische Machthaber. Zudem machte der 67-Jährige internationale Schleusernetzwerke für die Ereignisse an der polnischen Grenze verantwortlich. Sie seien der Grund, warum sich Tausende Menschen an der Grenze versammelt haben.

Die Flüchtlinge - deren Einreise „völlig legal“ sei - nutzten diese Strukturen und bezahlten viel Geld, um ein besseres Leben im Westen zu finden, führte Lukaschenko an. „Das sind ja keine armen Leute, die kommen“, meinte er. „Sie haben ein Loch bei uns entdeckt.“ Wie schon der russische Außenminister Lavrov gab auch Lukaschenko die Schuld an den Flüchtlingsbewegungen dem Westen. Die Menschen hätten in ihren Ländern keine Lebensgrundlage mehr, so Lukaschenko. (bb mit Material von dpa und AFP) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © ITAR-TASS/IMAGO (Archivfoto)

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