Zahlen der Länder-Innenministerien

Bericht: 850 „Reichsbürger“ dürfen eine Waffe besitzen

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Ein Mann hält ein Heft mit dem Aufdruck "Deutsches Reich Reisepass" in der Hand. Sogenannte Reichsbürger erkennen die Bundesrepublik Deutschland nicht an.

220 so genannten „Reichsbürgern“ haben die Behörden laut eines Zeitungsberichts zuletzt die Waffenerlaubnis entzogen. Doch hunderte „Reichsbürger“ dürften weiterhin eine Waffe besitzen. 

Seit den tödlichen Schüssen eines sogenannten „Reichsbürgers“ auf einen Polizisten sind nach einem Zeitungsbericht 220 Mitgliedern der staatsfeindlichen Bewegung die Waffengenehmigungen entzogen worden. Die Tat hatte sich im vergangenen Oktober in Bayern ereignet. Rund 850 den Behörden bekannte „Reichsbürger“ besäßen weiter eine Waffe, berichteten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe unter Berufung auf eine Umfrage bei den Länder-Innenministerien. In mindestens 176 Fällen werde der Entzug durch die Waffenbehörden derzeit geprüft.

Die Zahlen beziehen sich auf den Zeitraum von Oktober bis Juni dieses Jahres. Hessen gab den Angaben zufolge keine Auskunft. Die meisten Genehmigungen wurden demnach mit 138 in Bayern entzogen.

Unter den Begriff der waffenrechtlichen Erlaubnis fallen sowohl der sogenannte kleine Waffenschein, mit dem man etwa Gaspistolen führen darf, als auch Waffenbesitzkarten, die Sportschützen und Jäger brauchen. „Reichsbürger“ erkennen die Bundesrepublik nicht als Staat an und behaupten eine Fortexistenz des Deutschen Reichs.

dpa

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