Modell gibt es schon länger

Bericht: CDU plant bedeutende Änderung beim Doppelpass

München - Im parteiinternen Streit um den Doppelpass für Einwanderer bereitet die CDU nach Informationen des Magazins "Focus" einen Kompromiss vor.

In der Parteispitze werde inzwischen das Modell eines "Generationenschnitts" bevorzugt, berichtete das Blatt vorab unter Berufung auf Parteikreise. Dieses Modell akzeptiert für die Übergangsgenerationen die doppelte Staatsbürgerschaft, für die nur noch mit geringen Beziehungen zum Herkunftsland hier lebende dritte oder vierte Generation falle dann die zweite Staatsangehörigkeit weg.

Der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) hatte solch ein Modell 2013 vorgeschlagen. Die bislang als Verfechterin der heutigen Doppelpass-Regelungen geltende Vorsitzende des CDU-Netzwerks Integration, Cemile Giousouf, zeigte sich offen für diesen Weg: "Aus integrationspolitischer Sicht trage ich den Generationenschnitt mit, weil er bei einer stärkeren Identifikation mit Deutschland helfen kann", sagte Giousouf dem "Focus".

Gegen den ausdrücklichen Willen der Parteispitze um Angela Merkel hatte sich der CDU-Parteitag im Dezember mehrheitlich dafür ausgesprochen, die 2014 eingeführte Doppelpass-Regelung rückgängig zu machen. Merkel lehnte das Votum als "falsch" ab. Bereits im Januar hatte sich Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) für einen Generationenschnitt ausgesprochen, auch Unionsfraktionschef Volker Kauder brachte das Modell bereits öffentlich ins Gespräch.

afp

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