Nach Verbrennung von Israel-Flaggen

Berliner Staatssekretärin fordert von Muslimen mehr Einsatz gegen Antisemitismus

+
Staatssekretärin Sawsan Chebli bezeichnete die Entscheidung Trumps als „hochemotional“. 

Nach den Ausschreitungen bei anti-israelischen Demonstration, hat die Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli mehr Einsatz gegen Antisemitismus von Muslimen in Deutschland gefordert.

Berlin - Die Israel-Politik von US-Präsident Donald Trump schlägt weiter große Wellen: In dem Gebiet kommt es derzeit täglich zu Ausschreitungen zwischen Israelis und Palästinensern. Zudem polarisiert die Entscheidung, Jerusalem als alleinige Hauptstadt von Israel anzuerkennen, auch in Deutschland. Am vergangenen Sonntag versammelten sich zahlreiche Menschen in Berlin, um gegen die Entscheidung Trumps zu demonstrieren. Laut Polizeiangaben, zogen rund 2500 Menschen durch Neukölln und Kreuzberg. Dabei wurden auch mehrere Israel-Flaggen angezündet.

Bundeskanzlerin Angela Merkel verurteilte das Vorgehen der Demonstranten

Mehrere Politiker, darunter auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Außenminister Sigmar Gabriel verurteilten das Vorgehen der Demonstranten. Nun hat sich auch die Berliner Staatssekretärin für bürgerliches Engagement Sawsan Chebli dazu geäußert, wobei sie vor allem an Muslime appelliert. Gegenüber welt.de sagte sie: „Genauso wie Muslime als Minderheit erwarten, dass andere sich für sie einsetzen, wenn sie diskriminiert oder angegriffen werden, müssen sie ihre Stimme viel lauter erheben, wenn Juden in unserem Land bedroht werden. Der Kampf gegen Antisemitismus muss auch ihr Kampf sein.“

Chebli verbindet mit der Entscheidung Trumps auch eine persönliche Komponente: Ihre Eltern sind im heutigen Israel geborene Palästinenser. Die Entscheidung des US-Präsidenten sei für viele Menschen eine „hochemotionale“, auch für sie persönlich, so Chebli weiter.

Die Verbrennung von israelischen Flaggen bei der Demonstration verurteilte die SPD-Politikerin dennoch scharf: „Bei aller Kritik an der Entscheidung Trumps: Nichts rechtfertigt Hass, Antisemitismus und Gewalt.“

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Umfrage: CSU käme bundesweit auf 18 Prozent

Bezogen auf ganz Deutschland hatte die CSU bei der vergangenen Bundestagswahl 6,2 Prozent der Stimmen geholt. Sollte die bayerische Regionalpartei bundesweit antreten, …
Umfrage: CSU käme bundesweit auf 18 Prozent

Asylstreit: Merkel sucht unter Hochdruck europäische Lösung

Der Streit in der Union über Zurückweisungen an den Grenzen ist nur vertagt. Kanzlerin Merkel hat jetzt zwei Wochen Zeit, um in der EU bilaterale Asylabkommen zu …
Asylstreit: Merkel sucht unter Hochdruck europäische Lösung

Wachsender Widerstand gegen Trumps Ausländerpolitik

Kinder in Drahtkäfigen: Solche Bilder steigern die Kritik an Trumps umstrittener Migrationspolitik. Doch - was für die Mehrheit der Amerikaner völlig inakzeptabel …
Wachsender Widerstand gegen Trumps Ausländerpolitik

Kippa-Träger mit Gürtel attackiert: Prozessbeginn in Berlin

Mehrmals schlägt der junge Mann mit seinem Gürtel zu und trifft sein Opfer mit der Gürtelschnalle. Dabei ruft er auf Arabisch "Jude". Rund zwei Monate nach dem Angriff …
Kippa-Träger mit Gürtel attackiert: Prozessbeginn in Berlin

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.