Neue Schutzmaßnahmen nötig

Berlins Polizeichef: Terror-Bedrohung bleibt über Jahre

+
Polizisten patrouillieren im Februar 2015 in der Innenstadt von Bremen. Foto: Carmen Jaspersen

Berlin (dpa) - Berlins Polizeipräsident Klaus Kandt rechnet mit einer andauernden Gefahr durch islamistische Terroristen mindestens für die nächsten zehn Jahre. Auf dieses Problem müssten sich besonders die großen deutschen Städte gefasst machen, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

"Wir müssen uns auf eine länger anhaltende Gefahrenlage ausrichten, das heißt, sicher für die nächsten zehn Jahre auf das Thema einstellen", befand Kandt.

"Die militärische Niederlage des IS ist das eine, das andere sind aber die Aufrufe an die Gefährder, in den Heimatländern in Europa Taten zu begehen. Das Thema ist überhaupt nicht erledigt." Darauf müssten sich besonders die großen deutschen Städte einstellen.

Der Gefahr müsse mit verschiedenen Strategien begegnet werden. "Es werden im nächsten Jahr neue und ganz andere Schutzmaßnahmen kommen. Ich denke, dass wir in Berlin bestimmte Orte auch durch Baumaßnahmen schützen müssen", sagte Kandt. "Wir werden uns in dieser Hinsicht besser aufstellen müssen als bisher. Im Moment leben wir noch in einem Provisorium, das eine sinnvolle und dauerhafte Lösung erfordert."

Bei einem Arbeitsbesuch in London habe er unterschiedliche Ausführungen von Pollern gegen Attentate mit Autos oder Lastwagen gesehen, berichtete Kandt. "Das kann man auch so machen, dass das Stadtbild nicht ästhetisch und atmosphärisch beeinträchtigt wird." Auch in Berlin habe die Polizei bei bestimmten Veranstaltungen wie den großen Silvesterfeiern die Schutzmaßnahmen schon Ende 2017 deutlich sichtbarer aufgestellt. Dies werde weiter so gehandhabt.

Die Berliner Polizei habe zudem weitere Lehren aus dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz Ende 2016 gezogen und dazugelernt. "Trotz der großen Trauer über den Anschlag muss man ohne Zynismus feststellen: Er hat auch Impulse ausgelöst. Dazu gehört die starke politische Unterstützung für mehr Sicherheit, etwa in Form des Anti-Terror-Pakets mit viel Ausrüstung für viel Geld", sagte Kandt. "Wir stellen auch fest, dass die gesellschaftliche Akzeptanz von Polizei-Präsenz und Schutzmaßnahmen gestiegen ist."

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Merz gibt seine Bewerbung ab: Traue mir ein Ministeramt zu

Ganz knapp ist Friedrich Merz Annegret Kramp-Karrenbauer im Kampf um den CDU-Vorsitz unterlegen. Nun macht der 63-Jährige klar, dass er die politischen Ambitionen auf …
Merz gibt seine Bewerbung ab: Traue mir ein Ministeramt zu

Dramatische Prognose der „New York Times“: Nach Merkel ist „Deutschland am Ende“

Der Soziologe Prof. Dr. Oliver Nachtwey sorgt mit einem Artikel in der „New York Times“ für Aufsehen: Deutschland sei nach der Ära Merkel am Ende.
Dramatische Prognose der „New York Times“: Nach Merkel ist „Deutschland am Ende“

Abrechnung mit Söder: Guttenberg lästert über den designierten CSU-Chef

Knallharte Abrechnung unter „Parteifreunden“: Aus Sicht des Freiherrn zu Guttenberg fehlt es Ministerpräsident Markus Söder an Format für das Amt des CSU-Chefs. 
Abrechnung mit Söder: Guttenberg lästert über den designierten CSU-Chef

Strafverkündung gegen Flynn verschoben

Washington (dpa) - Ein Bundesgericht hat die Verkündung des Strafmaßes gegen den früheren Nationalen Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump verschoben.
Strafverkündung gegen Flynn verschoben

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.