„Unterstützung einer Terrororganisation“

Bis zu 15 Jahre Haft für "Cumhuriyet"-Mitarbeiter in Istanbul gefordert

Demonstranten halten Poster von Herausgeber Akin Atalay vor dem Gericht in Istanbul.
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Demonstranten halten Poster von Herausgeber Akin Atalay vor dem Gericht in Istanbul.

Die Staatsanwaltschaft in Istanbul hat bis zu 15 Jahre Haft für die Mitarbeiter der regierungskritischen Zeitung "Cumhuriyet" gefordert. 

Istanbul - Die Istanbuler Staatsanwaltschaft hat bis zu 15 Jahre Haft für 13 Mitarbeiter der regierungskritischen Zeitung "Cumhuriyet" gefordert. Wie das Blatt am Freitag berichtete, warf ein Staatsanwalt den Angeklagten bei einer Anhörung vor einem Gericht im Gefängnis von Silivri "Unterstützung einer Terrororganisation ohne Mitgliedschaft" vor und verlangte 7,5 bis 15 Jahre Haft. Unter den 13 Angeklagten sind der Chefredakteur Murat Sabuncu, der Herausgeber Akin Atalay, der Enthüllungsjournalist Ahmet Sik, der Kolumnist Kadri Gürsel und der Karikaturist Musa Kart, wie "Cumhuriyet" meldete. 

"Cumhuriyet"-Mitarbeiter sind der Unterstützung von Terrororganisationen beschuldigt

In dem Prozess sind vier weitere Mitarbeiter angeklagt. Die Zeitung machte keine Angaben, welche Strafen für sie gefordert wurden. International stößt der Prozess auf scharfe Kritik und gilt als Gradmesser für die Pressefreiheit in der Türkei. Seit dem versuchten Militärputsch von Juli 2016 geht die Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdogan mit großer Härte gegen ihre Gegner vor. Mehrere dutzend regierungskritische Journalisten wurden seitdem festgenommen und über 150 Medien geschlossen. 

Die "Cumhuriyet"-Mitarbeiter sind der Unterstützung verschiedener "Terrororganisationen" beschuldigt. Seit Beginn des Prozesses wurden alle Angeklagten mit Ausnahme des Herausgebers Atalay für die Dauer des Verfahrens freigelassen. Der Staatsanwalt forderte am Freitag seinen Verbleib in Haft. Es ist noch unklar, wann in dem Prozess das Urteil fällt.

Lesen sie auch: „„Cumhuriyet“-Journalisten nach über 400 Tagen aus U-Haft entlassen“

AFP

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