Anschläge vor Parlament

Bis zu 50 Tote bei drei Anschlägen in Afghanistan

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Afghanische Sicherheitskräfte am Anschlagsort zweier Explosionen im Zentrum der afghanischen Hauptstadt Kabul. Foto: Massoud Hossaini

In Deutschland wird darüber diskutiert, ob weiter Menschen in das Kriegsland Afghanistan abgeschoben werden sollten - dort werden bei drei Anschlägen innerhalb eines Tages fast 50 Menschen getötet und 90 verletzt. Die meisten waren Zivilisten.

Kabul (dpa) - Bei drei Anschlägen sind in Afghanistan innerhalb eines Tages rund 50 Menschen getötet und rund 90 verletzt worden. Zu zwei Angriffen haben sich die radikalislamischen Taliban bekannt.

Für den dritten, der sich am Abend im Haus des Gouverneurs der großen Südprovinz Kandahar ereignete, gibt es noch kein Bekenntnis.

Die meisten Todesopfer und Verletzten forderte ein zweifacher Bombenanschlag in der Hauptstadt Kabul am späten Nachmittag. Zwei Selbstmordattentäter rissen vor dem Parlament in der afghanischen Hauptstadt Kabul mindestens 28 Menschen mit in den Tod. Wie der Sprecher des Innenministeriums, Sedik Seddiki, am Dienstag weiter mitteilte, waren unter den Toten 22 Zivilisten und Polizisten. 43 weitere Menschen seien verwundet worden. Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums sprachen von 30 Toten und 63 bis 78 Verletzten. Die radikalislamischen Taliban bekannten sich zu der Tat.

Der erste Attentäter sei zu Fuß gewesen und habe sich am Tor des Parlaments in die Luft gesprengt, sagte der Polizeichef der Stadt, Abdul Rahman Rahimi. Der Abgeordnete Mohammed Arif Rahmani sagte, zu dem Zeitpunkt habe gerade ein Bus mit Angestellten des Parlaments das Gelände verlassen. Als Sicherheitskräfte kamen, sei eine Autobombe gezündet worden. Innenministeriumssprecher Sedik Seddiki sagte, die meisten Opfer habe es an Bord des Busses gegeben.

Ein Augenzeuge erzählt von einer "riesigen Explosion" am Tor des Parlaments. "Wir wollten gerade nach Hause gehen, da passiert es. Wir haben allein am Tor mindestens sieben Verletzte gesehen", sagte der Mann, der im Parlament arbeitet und ungenannt bleiben will. Zwei Parlamentarier seien mit ihren Leibwächtern ins Freie gelaufen. "Da kam, nach etwa fünf Minuten, eine zweite Explosion." Ob Parlamentarier unter den Opfern waren, blieb zunächst unklar.

Das Parlament liegt an der belebten Darulaman-Straße. Dort sind auch Ministerien sowie die große Amerikanische Universität. Zur Zeit des Anschlags am Nachmittag (Ortszeit) standen dort wie immer viele Sammeltaxis und Minibusse, die auf Passagiere warteten. Auf sozialen Medien waren Bilder einer hohen Staub- und Rauchwolke zu sehen.

Stunden später starben bei einer Explosion im Haus des Gouverneurs der großen südafghanischen Provinz Kandahar elf Menschen, acht weitere wurden verletzt. Unter den Verletzten seien der Gouverneur, Humajun Asisi, sowie der Botschafter der Vereinigten Arabischen Emirate (UAE), der für ein Treffen zu Gast gewesen sei, sagte der Leiter des Provinzrats, Hadschi Sajed Dschan Khakreswal.

Die emiratische Nachrichtenagentur Wakala al-Anbar al-Amirat (WAM) bestätigte, dass Botschafter Juma Mohammed Abdullah al-Kaabi sowie einige seiner Begleiter verletzt worden seien. Al-Kaabi sei für eine "humanitäre Mission" in Kandahar gewesen.

Die Art der Explosion blieb zunächst unklar. Nach unbestätigten Berichten könnten unter Sofas Sprengsätze versteckt gewesen sein. Keine Gruppe hat sich bisher zu der Tat bekannt.

Der erste der drei Anschläge ereignete sich bereits am Morgen, als ein Selbstmordattentäter in einem Privathaus in der Hauptstadt der südafghanischen Provinz Helmand, Laschkargar, mindestens sieben Menschen tötete. Sechs weitere seien verletzt worden, sagte Polizeichef Aga Nur Kintos. Wem das Haus gehört, blieb zunächst unklar. Die Taliban behaupteten, der Angriff habe sich gegen ein Treffen von Geheimdienst und Militär gerichtet.

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