Folgen der Corona-Krise

Bischofskonferenz rechnet mit Rekord an Austritten

Die katholische Kirche erwartet durch die Krise auch deutlich weniger Einnahmen aus der Kirchensteuer. Foto: Hendrik Schmidt/zb/dpa
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Die katholische Kirche erwartet durch die Krise auch deutlich weniger Einnahmen aus der Kirchensteuer. Foto: Hendrik Schmidt/zb/dpa

Köln (dpa) - Die katholische Kirche rechnet wegen der Corona-Krise mit einer Rekordzahl an Austritten. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, berichtete im "Kölner Stadt-Anzeiger" von einem "erheblichen Anstieg" bereits im vergangenen Jahr.

Viele Menschen fragten sich, ob die Kirche es ihnen noch wert sei, dass sie ihr Monat für Monat ihr Geld gäben. "Das wird sich durch den wirtschaftlichen Druck im Zuge der Corona-Krise mit Sicherheit noch verstärken, gerade in der mittleren Generation."

Genaue Zahlen nannte Bätzing nicht. Die Zahlen fürs vergangene Jahr werden voraussichtlich im Juli vorliegen. 2018 hatten nach Angaben der Bischofskonferenz 216.000 Menschen die katholische Kirche verlassen. Insgesamt lag die Zahl der Katholiken in Deutschland zuletzt bei etwa 23 Millionen.

Der Bischof erwartet durch die Corona-Krise auch deutlich weniger Einnahmen aus der Kirchensteuer. "Das zwingt schon jetzt zu Haushaltsdisziplin und auf längere Sicht zur Neubewertung geplanter Vorhaben. Diese stehen jetzt allesamt unter Finanzierungsvorbehalt", sagte Bätzing. Einige Bistümer seien von Überschuldung bedroht und könnten nur "durch Haushaltsdisziplin und durch solidarische Maßnahmen zwischen den Bistümern" gerettet werden.

Zugleich forderte Bätzing mehr "Gestaltungsmacht" für Frauen in der katholischen Kirche. "Sonst ist die Kirche bald am Ende", sagte er.

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