Breite Mehrheit für Transplantationsgesetz

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Michael Roth MdB: Mehr Organspender dringend nötigMit breiter Mehrheit haben Abgeordnete aller Fraktionen des Deutschen Bundestags heute eine Reform

Michael Roth MdB: Mehr Organspender dringend nötig

Mit breiter Mehrheit haben Abgeordnete aller Fraktionen des Deutschen Bundestags heute eine Reform des Transplantationsgesetzes beschlossen. Der Gesetzentwurf, der unter anderem auch vom Bundestagsabgeordneten Michael Roth eingebracht wurde, hat zum Ziel, dass mehr Menschen in Deutschland ihre Bereitschaft zur Organspende erklären. Dazu sollen sich Bürgerinnen und Bürger regelmäßig mit ihrer Bereitschaft zur Organspende befassen, eine Entscheidung treffen und sie dokumentieren. Damit solle die Lücke zwischen den Personen, die grundsätzlich einer Organspende positiv gegenüberstehen (75 Prozent) und denen, die tatsächlich über einen Spenderausweis verfügen (25 Prozent) verkleinert werden, erläutert der Bundestagsabgeordnete Michael Roth. Dabei drängt für viele Bedürftige die Zeit. Etwa 12.000 Menschen warten in Deutschland auf ein Spenderorgan. Nach wie vor sterben jährlich 1.000 Menschen in Deutschland, weil für sie kein Spenderorgan zur Verfügung steht.

Roth, der selbst seit 1990 einen Organspendeausweis besitzt, betont jedoch den freiwilligen Charakter des Gesetzes: "Niemand sollte für seine Entscheidung kritisiert werden, wenn er kein Organ spenden möchte. Eine Spende ist immer eine freiwillige Entscheidung. Uns geht es jedoch darum, dass die Bürgerinnen und Bürger sich mit dem Thema bewusst auseinandersetzen. Ohne eine direkte Ansprache eines Kollegen hätte ich damals als Zivildienstleistender den Spenderausweis bestimmt nicht unterschrieben", so Michael Roth.

Konkret haben die Abgeordneten entschieden, dass die Krankenkassen ihre Versicherten von nun an anschreiben müssen, um ihre Bereitschaft zur Organspende anzufragen. Danach erfolgt dies alle zwei Jahre und mit Einführung der elektronischen Gesundheitskarte alle fünf Jahre. Einen Zwang zur Entscheidung gebe es jedoch nicht, erläutert Roth. Außerdem sollen die Krankenversicherungen über das Verhältnis der Organspenderklärung zu einer Patientenverfügung informieren. Darüber hinaus werden die Bundesländer verpflichtet, bei der Ausgabe von Ausweisdokumenten Organspendeausweise und Aufklärungsmaterial bereit zu halten. Ab 2016 soll es voraussichtlich möglich sein, die Organspendenbereitschaft auf Wunsch der Versicherten auf der elektronischen Gesundheitskarte festzuhalten, informiert Roth. "Wir hoffen, dass es uns damit gelingt, eine offene Debatte über das Für und Wider von Organspenden anzustoßen", bekräftigt der direkt gewählte Abgeordnete Michael Roth.

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