Kommt es zum Eklat?

Möglicher Post-Streik führt zu Empörung in Hinblick auf Neuwahlen in Großbritannien - ist es Kalkül?

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Ein möglicher Post-Streik beschäftigt aktuell die Gemüter in Großbritannien.

Ein angekündigter Streik der Post in Großbritannien rief bei der Konservativen Partei von Boris Johnson Kritik hervor. Ist der Streik geplant?

London - Ein möglicher Streik der Postzusteller vor der Parlamentswahl in Großbritannien sorgt bei der Konservativen Partei von Premierminister Boris Johnson für Empörung. Die Regierung warf der Postgewerkschaft CWU, die mit der größten Oppositionspartei Labour verbunden ist, politische Einmischung vor. CWU und Labour wiesen die Vorwürfe in der Nacht zum Dienstag zurück. Die Gewerkschaftsmitglieder hätten bereits vor der Ankündigung der vorgezogenen Wahl am 12. Dezember für einen Streik gestimmt. Nach aktuellen Umfragen zur UK-Wahl könnte Boris Johnson von den Neuwahlen profitieren.

Brexit: Post-Streik konnte Versand der Wahlunterlagen verzögern

Bei der vorigen Parlamentswahl 2017 nutzten nach Angaben der Wahlkommission rund 20 Prozent der Wähler die Möglichkeit der Briefwahl. Im Vereinigten Königreich sind knapp 46 Millionen Menschen wahlberechtigt. Nach den aktuellen Brexit-Unruhen stehen am 12. Dezember Neuwahlen an.

„Die Drohung der CWU, Weihnachten zu ruinieren und das Postsystem während der Parlamentswahl zu stören, ist nur ein Vorgeschmack auf das, was passieren wird, wenn (Labour-Chef) Jeremy Corbyn die Schlüssel fürDowning Street 10 erhält“, sagte Wirtschaftsministerin Andrea Leadsom der Zeitung The Telegraph. Die Gewerkschaft betonte hingegen, sie habe noch keinen Streik ausgerufen. Sie wirft dem Postdienst Royal Mail vor, ein Abkommen vom vorigen Jahr zu gefährden, in dem das Unternehmen unter anderem höhere Löhne und kürzere Arbeitszeiten versprochen hatte. Die Post weist das zurück.

Zwischen Brexit und Neuwahl: Schwierige Lage der Post-Mitarbeiter

Die prominente Labour-Politikerin Rebecca Long-Bailey sagte, Konservative und Liberaldemokraten seien schuld an der schwierigen Lage der Postzusteller. Seit der Privatisierung 2013 seien zahlreiche Jobs verloren gegangen, hingegen hätten private Anteilseigner eine Milliarde Pfund (1,16 Mrd Euro) erhalten. Das Unternehmen forderte die Gewerkschaft auf, nicht die „Integrität unserer Demokratie zu gefährden“ und die Streikdrohung zurückzunehmen. Zudem kündigte Royal Mail an, die Zustellung von Wahlmaterialien habe oberste Priorität.

dpa

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