„..., dann ist meine Karriere zu Ende“

Brisantes Gespräch zwischen Schulz, Seehofer und Merkel wird publik

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Das Spitzentreffen zwischen Union und SPD.

Am Sonntag starten die Sondierungen zwischen Union und SPD. Dass es für die drei Parteichefs dabei um mehr geht, ist nicht zuletzt nach diesem nach außen gedrungenen Gespräch klar.

Für alle drei geht es kurz vor Beginn der Sondierungsgespräche ums politische Überleben: SPD-Chef Martin Schulz wurde im letzten Deutschland-Trend von den Wählern abgestraft, der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer rieb sich im Machtkampf mit Markus Söder auf und CDU-Chefin Angela Merkel musste mit jeder Menge Kritik aus dem Volk und den eigenen Reihen leben.

Ein Bericht der Bild-Zeitung verdeutlicht das noch einmal. Demnach soll nämlich Schulz im Kreise der Parteichefs bei den GroKo-Vorgesprächen am Mittwoch offen erklärt haben: „Wenn das schiefgeht, ist meine politische Karriere zu Ende.“ 

„Nicht nur deine“, soll Seehofer geantwortet haben, der sich mit Schulz duzt (wir berichteten). Dem Bericht nach, soll Seehofer damit Kanzlerin Merkel angespielt haben. Er könnte aber auch sich selbst gemeint haben. Ein Sprecher der SPD wollte sich dazu am Samstag auf Anfrage der dpa nicht äußern.

Tritt Merkel tatsächlich zurück, wenn nach den Jamaika- auch die GroKo-Verhandlungen scheitern würden?

Tatsache ist, Merkel steht gewaltig unter Druck. Die Stimmverluste bei der Bundestagswahl im September, die Aussagen der FDP ohne Merkel einen neuen Jamaika-Anlauf wagen zu wollen, dazu die miesen Umfragewerte, Kritik aus der eigenen Partei und Unzufriedenheit im Volk.

Aber: Merkel hat ihr Wort gegeben, auch im Falle von Neuwahlen wieder als Kanzlerkandidatin kandidieren zu wollen.

Und wie steht es um Schulz?

Der hat ebenfalls seit den Wahlen im vergangenen Jahr mit miesen Umfragen zu kämpfen, seine Beliebtheitswerte befinden sich außerdem im Sinkflug. Die Ankündigung in die Opposition zu gehen und dann die Rolle rückwärts in die GroKo-Gespräche haben seinem Ansehen geschadet.

Und ausgerechnet sein Vorgänger Sigmar Gabriel ist beliebtester Politiker in Deutschland, laut ARD-Trend. Schulz sitzt alles andere als fest im Sattel, auch weil sich Gabriel immer wieder lautstark für neue Positionen der SPD stark macht.

Nicht viel anders sieht es bei Seehofer aus.

Der CSU-Chef hat die Scharmützel mit Markus Söder allerdings hinter sich - er hat den Machtkampf verloren, gibt sein Amt des Ministerpräsidenten Anfang 2018 ab. Seehofer lehnt sich für die GroKo sehr weit aus dem Fenster, will sie unbedingt. Auch weil es seine letzte Chance auf ein Spitzenamt in Berlin ist?

Unsicherheit geben zudem die beständigen Gerüchte, dass Seehofer bald auch das Amt des Parteichefs loswerden könnte. Auch dafür stehen bereits Nachfolgekandidaten in den Startlöchern.

An diesem Sonntag beginnen in Berlin die Sondierungen zwischen CDU, CSU und SPD über eine mögliche Neuauflage der großen Koalition. Bis spätestens Freitag soll klar sein, ob die Parteispitzen ihren Gremien Koalitionsverhandlungen empfehlen. Falls nicht, könnte es sein, dass das Zitat von Schulz noch einmal herausgekramt werden muss.

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