Briten-Wahl: Wird's jetzt schmutzig?

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Top-Kandidat Nick Clegg von den Liberaldemokraten sieht sich mit Skandal-Vorwürfen konfrontiert.

London - Der britische Wahlkampf könnte zwei Wochen vor der Parlamentswahl noch richtig schmutzig werden. Einer der Top-Kandidaten schimpft, er wurde in einer Woche "von Churchill zum Nazi".

Update vom 6. Juni 2017: Großbritannien wählt ein neues Unterhaus: Hier erfahren Sie die aktuellen Umfrage-Werte und wann es am 8. Juni ein Ergebnis gibt.

Vor der zweiten von drei TV- Debatten geriet der Chef der Liberaldemokraten - der neue Star des Dreikampfes - wegen Parteispenden unter Druck. Nick Clegg wurde am Donnerstag vorgeworfen, dass ihm Geschäftsmänner Spenden auf sein persönliches Konto überwiesen hätten. Die Liberaldemokraten, die nach der ersten Fernseh-Debatte vor einer Woche in Umfragen nach oben geschossen waren, sahen jedoch eine “Schmierenkampagne“ gegen ihren Chef.

Wirbel um Nazi-Kommentar

Gleichzeitig hatte die konservative Boulevardzeitung “Daily Mail“ einen alten Kommentar Cleggs über die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg ausgegraben. Demnach hatte Clegg 2002 - als er noch Europaabgeordneter war - erklärt, Großbritannien habe schwerer an der “Selbstüberschätzung“ nach dem Sieg über die Nazis zu tragen als Deutschland an seiner Schuld.

Am Donnerstagabend mussten sich Premierminister Gordon Brown, sein Herausforderer von den konservativen Tories, David Cameron, und Clegg einem zweiten TV-Duell stellen. Dabei sollten außenpolitische Fragen wie der Afghanistan-Einsatz und Europa im Vordergrund stehen. Die Briten wählen am 6. Mai ein neues Parlament.

Cleggs Beliebtheit war nach der ersten TV-Debatte in der britischen Geschichte so hoch geschnellt, dass Medien den 43-Jährigen schon zum neuen Winston Churchill oder Barack Obama hochstilisierten. “Ich glaube ich bin der einzige Politiker, der innerhalb von einer Woche von Churchill zum Nazi wurde“, sagte Clegg am Donnerstag. Gleichzeitig wies er jede Schuld in der Spendenangelegenheit von sich.

Wahl 2009: Die schönsten Staatsoberhäupter

Die schönsten Staatsoberhäupter der Welt

Die Internet-Seite „Hottest Heads of State“ (Deutsch: „Die heißesten Staatsoberhäupter“) hat ihre User abstimmen lassen: Wer ist das schönste Staatsoberhaupt der Welt? Sie haben es in die Top 20 geschafft: Von links Großherzog Henri von Luxemburg, US-Präsident Barack Obama und die ukrainische Premierministerin Julia Timoschenko. Aber fangen wir am Ende der Liste an: © dpa, AP
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) landet trotz ihrer tiefdekolltierten Fotos nur auf Platz 109. © dpa
Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hat zwar bei Model Carla Bruni gepunktet. Trotzdem langt es nur für Platz 28. Und das ist die Top 20: © dpa
Platz 20: Jakaya Kikwete (rechts), Präsident von Tansania. Auf dem Foto schüttelt er Bundespräsident Horst Köhler die Hand. © dpa
Platz 19: Pierre Nkurunziza, Präsident von Burundi. Der „wilde Mann“ auf dieser Liste: Nkurunziza war früher Boss der Rebellenorganisation CNDD. Diese hat sich mittlerweile zu einer politischen Partei gewandelt. © dpa
Platz 18: Russlands Premierminister Wladimir Putin. Er versprüht Macho-Sex-Appeal: Putin lässt sich gerne mit freiem Oberkörper ablichten. © dpa
Platz 17: Mauricio Funes, Präsident von El Salvador. Typ: Verschmitzter Schuljunge. © dpa
Platz 16: Lee Hsien Loong, Premierminister von Singapur. Leicht angegraut, wie Schauspieler Richard Gere. © dpa
Platz 15: US-Präsident Barack Obama. Der amerikanische Beach-Boy überzeugt mit freiem Oberkörper weit mehr als der russische Bär Putin. © AP
Platz 14: Mohamed Nasheed, Staatspräsident der Malediven. Kommt adrett, gepflegt und freundlich rüber. © Sceenshot: Internet-Seite der Regierung der Malediven
Platz 13: Xanana Gusmão, Premierminister von Osttimor. Wieder einer aus der Kategorie „Grau aber sexy“. Erinnert ein bißchen an den Schauspieler Sean Connery. © dpa
Platz 12: Alexander Lukaschenko, Präsident von Weißrussland. Groß, bullig und schnauzbärtig. © dpa
Platz 11: Michelle Bachelet, die Präsidentin von Chile. Kein Witz: Zwischen ihr und Angela Merkel liegen fast 100 Plätze Abstand. © dpa
Platz 10: Bamir Topi, Präsident von Albanien. Der dunkelhaarige Balkan-Bursche eröffnet die Top Ten der schönsten Staatsoberhäupter. © dpa
Platz 9: Gloria Macapagal-Arroyo Präsidentin der Philippinen. Sie hat ein Muttermal an der selben Stelle wie Ex-Supermodel Cindy Crawford. Immerhin... © dpa
Platz 8: Roosevelt Skerrit, Ministerpräsident der Insel Dominica. Er versprüht lässigen Karibik-Charme. © dpa
Platz 7: Großherzog Henri von Luxemburg. Ihn könnte man sich gut als Hauptdarsteller in einem James-Bond-Film vorstellen. „Mein Name ist Henri. Großherzog Henri.“ © dpa
Platz 6: Rafael Correa, Präsident von Ecuador. Kaffebrauner Teint und ein breites Lächeln gehören zu seinen Vorzügen. © dpa
Platz 5: Cristina Fernández de Kirchner, Präsidentin von Argentinien. Die Caramba-Politikerin aus dem Gaucho-Land. © dpa
Platz 4: Joseph Kabila, Präsident der Demokratischen Republik Kongo. Sex-Appeal aus Afrika. © dpa
Platz 3: Jigme Khesar Namgyel Wangchuck, König von Bhutan. Die asiatische Antwort auf Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). © dpa
Platz 2: Jens Stoltenberg, Premierminister von Norwegen. Sein kühler skandinavischer Charme hat ihm fast den ersten Platz eingebracht. Aber nur fast. © dpa
Platz 1 und damit das schönste Staatsoberhaupt der Welt: Julia Timoschenko, Premierministerin der Ukraine. Noch Fragen bei diesem Bild? © dpa
Die Ukrainerin ließ 171 andere Staatsoberhäupter in der Abstimmung hinter sich. © dpa
Meist hat Timoschenko ihr Haar zu einer traditionellen Kranz-Frisur geflochten. © dpa
Auf manchen Fotos ist sie aber auch mit offenen Haaren zu sehen. © dpa
Dieses Lächeln brachte ihr den ersten Platz. © dpa
Meist trägt Julia Timoschenko weiße Kleidung. © dpa
Die Nummer 109 mit der Nummer 1 der Liste: Bundeskanzlerin Angela Merkel (links, CDU) neben der ukrainischen Premierministerin Julia Timoschenko. © dpa
Wer hat das schönere Lächeln? Julia Timoschenko (links) oder Angela Merkel. © dpa
Julia Timoschenko war von Januar bis September 2005 Premierministerin der Ukraine und hat dieses Amt seit Dezember 2007 erneut inne. © dpa
Der frühere bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) hat sich im August 2007 ein Bussi von Julia Timoschenko abgeholt. Beneidenswert. © dpa

Die konservative Zeitung “Daily Telegraph“ hatte berichtet, Clegg habe 2006 mehrmals Geld von drei Geschäftsleuten direkt auf sein eigenes Konto bekommen. Es soll sich um jeweils rund 250 Pfund (288 Euro) gehandelt haben. Damals war er noch nicht Chef der “LibDems“. Clegg sagte, sämtliche Spenden seien ordnungsgemäß angemeldet worden, was er in den kommenden Tagen beweisen wolle. Das Geld sei als Gehalt für einen Mitarbeiter bestimmt gewesen.

Als er 2007 zum Parteivorsitzenden gewählt wurde, habe man die Regelung geändert und das Geld sei direkt an das Parlamentsbüro der Liberaldemokraten gegangen. Die Tories forderten jedoch eine Untersuchung der Spenden. Wirtschaftsminister Peter Mandelson von der regierenden Labour-Partei nannte die Vorwürfe “schmutzig“ und “ziemlich armselig“.

Die Liberaldemokraten liegen in einer aktuellen Umfrage der Zeitung “Sun“ mit 31 Prozent zwei Punkte hinter den Tories an zweiter Stelle. Die sozialdemokratische Labour-Partei kommt mit 27 Prozent nur noch auf Platz drei. Jedoch spekuliert die Presse derzeit über eine mögliche Koalition zwischen Labour und den LibDems, um gemeinsam die Regierung zu stellen. Der Innenexperte der Liberaldemokraten, Chris Huhne, bemerkte, dass vor allem konservative Medien die Angriffe aufgegriffen hätten.

Wahrscheinliche Themen der Debatte am Donnerstagabend waren unter anderem die Einsätze britischer Truppen im Irak und in Afghanistan sowie die Einstellung der drei Parteien zu Europa. Während die Liberaldemokraten den Irak-Krieg abgelehnt hatten und den Einsatz in Afghanistan kritisieren, waren sowohl die Tories als auch Labour für ein Eingreifen im Irak. Auch verteidigen beide die Mission in Afghanistan. Sowohl die Liberaldemokraten als auch Labour stehen Europa und dem Euro grundsätzlich positiv gegenüber. Die Tories planen dagegen, mehr Macht von Brüssel nach London zurückzuholen.

Von Annette Reuther

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