Nach mehreren Eklats 

Britische Parteichefs einigen sich auf Vorgehen im Sexismus-Skandal

Nachdem fast täglich neue Vorwürfe gegen verschiedene Politiker im britischen Parlament auftauchen, haben sich die Chef der wichtigsten Parteien nun auf ein Vorgehen in der Sache geeinigt.

London  - Die Chefs der wichtigsten Parteien im britischen Parlament haben sich auf ein gemeinsames Beschwerdeverfahren für Opfer sexueller Übergriffe geeinigt. Das teilte die britische Premierministerin Theresa May am Montagabend nach einem Treffen mit den Chefs der oppositionellen Parteien mit. Neben telefonischer Beratung sollten Opfer sexueller Übergriffe in Zukunft auch die Möglichkeit bekommen, direkt mit einem Ansprechpartner in Kontakt zu treten. Weitere Details zu den geplanten Maßnahmen wurden zunächst nicht bekannt.

Täglich neue Vorwürfe gegen Politiker verschiedener Parteien

Das britische Parlament wird seit Wochen von einem Belästigungsskandal erschüttert. Fast täglich werden neue Vorwürfe gegen Politiker mehrerer Parteien bekannt. Das Spektrum reicht von anzüglichen Bemerkungen bis hin zur Vergewaltigung.

Verteidigungsminister Michael Fallon trat vergangene Woche zurück. Frauen hatten ihm „widerwärtige“ Bemerkungen und sexuelle Übergriffe vorgeworfen. Vize-Premier Damian Green steht ebenfalls im Fokus des Skandals und sollte noch am Montag im Rahmen einer regierungsinternen Untersuchung befragt werden. Ein Ex-Polizist hatte berichtet, dass auf einem von Greens Computern im Parlament im Jahr 2008 „extreme Pornografie“ entdeckt worden sei. Zudem hatte eine Journalistin den Kabinettschef beschuldigt, sie begrapscht und ihr eine anzügliche Nachricht geschickt zu haben. Der 61-Jährige streitet alles ab.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / Federico Gamb

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