90.000 Passagiere betroffen

Warnstreiks haben begonnen: Bundesweit Flüge gestrichen

Flughafen-Mitarbeiter sind auf dem Weg zu einer Kundgebung am Frankfurter Flughafen. Foto: Arne Dedert
1 von 7
Flughafen-Mitarbeiter sind auf dem Weg zu einer Kundgebung am Frankfurter Flughafen. Foto: Arne Dedert
Ein Mann wartet vor einer Station der Schwebebahn in Wuppertal an einer Bushaltestelle. Foto: Bernd Thissen
2 von 7
Ein Mann wartet vor einer Station der Schwebebahn in Wuppertal an einer Bushaltestelle. Foto: Bernd Thissen
Lufthansa-Maschinen stehen am Münchner Flughafen während Warnstreiks von Mitarbeitern des öffentlichen Dienstes in einem Hangar. Foto: Matthias Balk
3 von 7
Lufthansa-Maschinen stehen am Münchner Flughafen während Warnstreiks von Mitarbeitern des öffentlichen Dienstes in einem Hangar. Foto: Matthias Balk
Reisende warten am Flughafen Köln/Bonn vor einem Informationsschalter von Eurowings. Foto: Marius Becker
4 von 7
Reisende warten am Flughafen Köln/Bonn vor einem Informationsschalter von Eurowings. Foto: Marius Becker
Ein Mitarbeiter der Stadtwerke Konstanz informiert am Fährhafen einen Autofahrer über den Warnstreik. Foto: Felix Kästle
5 von 7
Ein Mitarbeiter der Stadtwerke Konstanz informiert am Fährhafen einen Autofahrer über den Warnstreik. Foto: Felix Kästle
Flugreisende warten am Münchner Flughafen während Warnstreiks an einem Schalter der Lufthansa. Foto: Matthias Balk
6 von 7
Flugreisende warten am Münchner Flughafen während Warnstreiks an einem Schalter der Lufthansa. Foto: Matthias Balk
Frank Bsirske, der Vorsitzende der Gewerkschaft Verdi, gibt vor Beginn zur ersten Runde der Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst ein Statement ab. Foto: Bernd Settnik/Archiv
7 von 7
Frank Bsirske, der Vorsitzende der Gewerkschaft Verdi, gibt vor Beginn zur ersten Runde der Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst ein Statement ab. Foto: Bernd Settnik/Archiv

Warnstreiks an Flughäfen und in öffentlichen Betrieben. Die Gewerkschaft Verdi erhöht kurz vor der dritten Tarifrunde für die Beschäftigten des öffentlichen Diensts den Druck. Die Folgen sind bundesweit zu spüren.

Berlin (dpa) - Bundesweit haben heute massive Warnstreiks im öffentlichen Dienst begonnen. Tausende Beschäftigte an Flughäfen, im Nahverkehr, in Kindergärten und anderen öffentlichen Betrieben legten am Morgen die Arbeit nieder.

An den bestreikten Airports Frankfurt, München, Köln und Bremen wurden schon vorab hunderte Flüge annulliert. Reisende müssen sich den ganzen Tag über auf massive Verspätungen einstellen.

Die Gewerkschaft Verdi will damit kurz vor der dritten Tarifrunde für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst den Druck erhöhen. Die Gespräche stehen am 15. und 16. April in Potsdam an. Die Gewerkschaft fordert für bundesweit rund 2,3 Millionen Tarifbeschäftigten sechs Prozent mehr Lohn und Gehalt, mindestens aber 200 Euro pro Monat.

Der Verdi-Vorsitzende Frank Bsirske verteidigte die Ausstände. "Mit der massiven Ausweitung der Streiks setzen wir in dieser Woche deutliche Signale an die Arbeitgeber", sagte Bsirske der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Wegen der Warnstreiks strich die Lufthansa für diesen Dienstag rund 800 Flüge. 90.000 Passagiere sollen von den Ausfällen betroffen sein.

An die Adresse der Arbeitgeber sagte Bsirske: "Wir erwarten, dass sie in der dritten Verhandlungsrunde ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen und damit eine gute Lösung am Verhandlungstisch ermöglichen."

Am Airport Frankfurt legten Beschäftigte der Flugzeugabfertigung und Flughafenfeuerwehr am Morgen die Arbeit nieder. Außerdem sei die Flugsicherheitskontrolle betroffen, sagte ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport. "Das ist auch das, wodurch wir die extremsten Einschränkungen erwarten." Am Flughafen München, Deutschlands zweitgrößtem Airport, strich die Lufthansa vorab insgesamt 240 Inlands- und Auslandsflüge, wie eine Lufthansa-Sprecherin am Montag bestätigte. In Köln wurden 70 Flüge gestrichen. In der Folge fielen auch an weiteren Flughäfen wie Berlin-Tegel und Leipzig/Halle Flüge aus.

Auch im Nahverkehr der Städte in Nordrhein-Westfalen wurden Verbindungen gestrichen. "Heute fahren keine Bahnen", warnten etwa die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) ihre Kunden per Laufband. Mehre Städte kündigten zudem an, dass Kitas geschlossen bleiben müssen. Daneben können etwa auch die Müllabfuhr, Sparkassen, Stadtverwaltungen, Krankenhäuser und auch der Schiffsverkehr von dem Warnstreik betroffen sein. Die Auswirkungen sind abhängig davon, wie viele Beschäftigte sich tatsächlich beteiligen.

Der kommunale Arbeitgeberverband VKA hatte den Gewerkschaften vorgeworfen, weniger die Arbeitgeberseite als die Bevölkerung unter Druck zu setzen. Der Arbeitgeberverband BDA warf den Gewerkschaften eine massive Schädigung der Volkswirtschaft vor.

Betroffene Lufthansa-Kunden sollen ihren Flug kostenfrei umbuchen oder im Inland auf die Bahn ausweichen können. An Flughäfen arbeiten auch nach Privatisierungen noch zahlreiche Beschäftigte der Kommunen. Bestreikt werden sollen unter anderem Sicherheitspersonal für Personenkontrollen und Bodenverkehrsdienste, etwa bei der Gepäckabfertigung und auf dem Rollfeld.

Die Ausstände an den Flughäfen sollen auf diesen Dienstag beschränkt sein. Die Gewerkschaften Verdi und Beamtenbund dbb kündigten bis Freitag allerdings weitere bundesweite Warnstreiks im gesamten öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen an. Betroffen sein sollen unter anderem Kitas, der Nahverkehr und die Müllabfuhr.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Treffen mit Merkel: Putin sieht Deutschland als „führenden Partner“

Seit Russland 2014 die ukrainische Halbinsel Krim annektiert hat, gilt das deutsch-russische Verhältnis als gespannt. Beim Treffen mit Merkel auf Schloss Meseberg nennt …
Treffen mit Merkel: Putin sieht Deutschland als „führenden Partner“

Trump wirft sozialen Medien "Zensur" konservativer Meinungen vor

Unlängst haben soziale Medien den ultrarechten US-Verschwörungstheoretiker Alex Jones gesperrt. US-Präsident Donald Trump geht nun auf Facebook & Co. los und spricht …
Trump wirft sozialen Medien "Zensur" konservativer Meinungen vor

Stein- und Flaschenwürfe bei Protest gegen Neonazi-Aufmarsch

Neonazis wollen wie üblich zum Heß-Todestag in Berlin-Spandau marschieren. Parteien, Gewerkschaften, Kirchen und Initiativen wollen mit friedlichem Protest …
Stein- und Flaschenwürfe bei Protest gegen Neonazi-Aufmarsch

Nahles gegen Leistungskürzungen für junge Hartz-IV-Bezieher

Die SPD dringt schon länger darauf, die Sanktionen für Langzeitarbeitslose zu überprüfen. Die Parteichefin sieht aber noch mehr Nachbesserungsbedarf.
Nahles gegen Leistungskürzungen für junge Hartz-IV-Bezieher

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.