Den Zielen hinterhinken

BUND-Chef fordert Klima-Vetorecht für Umweltministerium

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"Der nächste Koalitionsvertrag muss Klimaschutz als Querschnittsaufgabe in allen Ministerien festschreiben", fordert Weiger. Foto: Peter Förster/Archiv

Berlin (dpa) - Das Umweltministerium sollte nach Ansicht von BUND-Chef Hubert Weiger klimaschädliche Pläne der nächsten Bundesregierung blockieren können.

"Das Umweltministerium braucht ein Vetorecht, wenn Initiativen aus anderen Ministerien die Klimaschutzziele aushebeln", sagte der Vorsitzender des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland der Deutschen Presse-Agentur vor Beginn der Sondierungsgespräche von Union, FDP und Grünen über eine Jamaika-Koalition. Weichenstellungen etwa in der Verkehrspolitik müssten auf die deutschen Klimaschutzziele abgestimmt sein.

"Der nächste Koalitionsvertrag muss Klimaschutz als Querschnittsaufgabe in allen Ministerien festschreiben", forderte Weiger, der Ende Oktober mit dem Deutschen Umweltpreis ausgezeichnet wird. Der Kohleausstieg bis 2030 solle darin ebenso fixiert werden wie das Aus für Kohlekraftwerke, die älter sind als 30 Jahre. Zudem solle das Umweltressort wieder für erneuerbare Energien zuständig sein.

Weiger hält einen Kompromiss der Jamaika-Parteien beim Klimaschutz für möglich. Es gehe auch um die Glaubwürdigkeit der Fraktionen, die sich alle zu den nationalen und internationalen Zielen bekannt hätten. "Das CO2-Reduktionsziel für 2020 hat auch die FDP mitbeschlossen", sagte er. Zudem seien mit diesen Zielen auch wirtschaftliche Innovationsprozesse verbunden, die Deutschland wettbewerbsfähiger machten. Deutschland hinkt derzeit beim Klimaschutz den selbst gesteckten Zielen deutlich hinterher.

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