NSU-Prozess

Bundesanwaltschaft fordert lebenslange Haft für Zschäpe

In dem Prozess um die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe hat die Bundesanwaltschaft nun lebenslange Haft gefordert. 

München - Im NSU-Prozess fordert die Bundesanwaltschaft lebenslange Haft für die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe. Für jeden einzelnen Mord sei diese Strafe fällig, sagte Bundesanwalt Herbert Diemer in seinem Plädoyer am Dienstag vor dem Münchner Oberlandesgericht.

Er sehe keine Anhaltspunkte, dass bei Zschäpe Gründe für eine Schuldminderung vorliegen. Zschäpe ist als Mittäterin der zehn Morde, zwei Bombenanschläge und 15 Raubüberfälle angeklagt, die dem rechtsextremen Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) vorgeworfen werden. Außerdem ist sie wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und weiterer Taten angeklagt. 

Die Bundesanwaltschaft will am Dienstag nach acht Verhandlungstagen ihr Plädoyer abschließen. Auch das Strafmaß für die vier mitangeklagten mutmaßlichen NSU-Helfer soll gefordert werden.

Für den mutmaßlichen Terrorhelfer Ralf Wohlleben hat die Bundesanwaltschaft im NSU-Prozess zwölf Jahre Haft wegen Beihilfe zum Mord in neun Fällen gefordert. Wohlleben soll die „Ceska“-Pistole beschafft haben, mit der die Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund“ später neun Menschen ausländischer Herkunft ermordete. Zwölf Jahre seien unter Berücksichtigung aller Umstände angemessen, sagte Bundesanwalt Herbert Diemer am Dienstag zum Abschluss des mehrtägigen Anklage-Plädoyers vor dem Münchner Oberlandesgericht.

Für Carsten S., der die Waffe einst zusammen mit Wohlleben beschafft haben soll, forderte der Ankläger eine Jugendstrafe von drei Jahren. Zugunsten von S. wertete Diemer dessen Aufklärungshilfe und dessen eigenes Schuldeingeständnis. Ohne Carsten S. hätte die Anklage nicht wie geschehen erhoben werden können, argumentierte Diemer.

dpa

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