Staatsbesuch in Washington

US-Magazin: Darum ist die Beziehung zwischen Trump und Merkel so angespannt

Laut dem US-Magazin „Foreign Policy“ habe Merkel mit ihrer falschen Vorgehensweise die Verschlechterung der deutsch-amerikanischen Beziehungen verursacht.
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Laut dem US-Magazin „Foreign Policy“ habe Merkel mit ihrer falschen Vorgehensweise die Verschlechterung der deutsch-amerikanischen Beziehungen verursacht.

Beim Treffen zwischen Angela Merkel und Donald Trump wird nicht nur die internationale Politik ein wichtiges Thema sein. Es geht auch um die deutsch-amerikanischen Beziehungen. Denn die haben sich seit Trumps Wahl deutlich verschlechtert.

Berlin/Washington - In einigen Tagen, am 27. April, wird Bundeskanzlerin Angela Merkel zu Besuch beim US-Präsidenten Donald Trump in Washington sein. Ihr letzter Besuch im Weißen Haus liegt mittlerweile mehr als ein Jahr zurück und damals hatte es zwischen den beiden Staatsoberhäuptern nicht wirklich gut funktioniert (als Merkel Trump die Hand vor der Presse geben wollte, hatte er sie offenbar ignoriert). 

Es ist auch kein Geheimnis, dass sich die zwei nicht unbedingt mögen. Seitdem Trump im Amt ist, kam es immer wieder zu kleinen Meinungsverschiedenheiten. Zuletzt vor einigen Wochen in Bezug auf den Syrienkonflikt, als Merkel eine militärische Unterstützung Deutschlands ausgeschlossen hatte. Und auch nach dem G7-Gipfel vergangenes Jahr hatte die Bundeskanzlerin deutlich gemacht: „Die Zeiten, in denen wir uns komplett auf andere verlassen können, sind vorbei“.

Amerikanisches Polit-Magazin: Merkel hat es verbockt

Aber wie konnte sich die Beziehung zwischen Deutschland und den USA so verschlimmern? In einem Artikel für das politische Magazin Foreign Policy erklärt der US-amerikanische Journalist James Kirchick, woran es seiner Meinung nach liegt: Merkel, und nicht Trump, hat es verbockt.

Schon nach Trumps Wahl zum amerikanischen Präsidenten im November 2016, hätten Merkel, die deutschen Medien und Deutschland allgemein mit einer Mischung aus Moralismus und Hysterie reagiert, erklärt der 35-jährige konservative Kolumnist, der unter anderem für das “Wall Street Journal“ und die „FAZ“ schreibt. Schon immer habe es eine „komplizierte Beziehung“ zwischen Deutschland und den USA gegeben, mit Tiefen (Beispiel: Bush) und Höhen (Beispiel: Obama). Doch mit Donald Trump scheint es, als habe das europäische Land alle Illusionen an Amerika aufgegeben. 

Verhältnis zwischen USA und Deutschland: Konfrontation statt Kooperation

Auch die Vorgehensweise der Bundeskanzlerin sei „typisch deutsch“ gewesen: moralistisch und heuchlerisch. Immer habe es Konfrontation statt Kooperation von der deutschen Seite gegeben. Kein Wunder, dass sich Trump einen neuen Ansprechpartner der USA in Europa gesucht habe.

Und den habe er in Emmanuel Macron gefunden, der in den letzten Tagen ebenso zu Besuch beim amerikanischen Präsidenten war. Der französische Präsident habe einen ganz anderen Umgang mit Trump gewählt, eher pragmatisch und auf jeden Fall reifer, so Kirchick. Und dies sei die Herangehensweise, die beim Tycoon am besten funktioniert habe.

Am Freitag wird sich Merkel für eine Verbesserung der deutschen Beziehungen zu den USA einsetzen. Unter anderem werden sich die zwei Staatsoberhäupter über wirtschaftliche Themen unterhalten, sowie die Lage in Syrien und die noch schwierigere Beziehung zu Russland. Doch die Frage, die für Spannung sorgt, ist: Wird es diesmal einen Händedruck zwischen den beiden geben?

fm

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