Platz für AfD umstritten

Bundestagsfraktionen beraten über künftige Sitzordnung

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Wer wird wo sitzen? Plenarsaal des deutschen Bundestags im Reichstag in Berlin.

709 Abgeordnete sitzen im neuen Bundestag - so viele wie noch nie. Nicht nur im Plenarsaal wird es enger. Vor der ersten Sitzung ist Stühlerücken angesagt - jenseits des politischen Streits.

Berlin - Eineinhalb Wochen nach der Bundestagswahl beraten die Fraktionen an diesem Mittwoch über die künftige Sitzordnung im Parlament sowie die Aufteilung von Abgeordnetenbüros und Fraktionsräumen. Dazu lotet der sogenannte Vor-Ältestenrat des Parlamentes mit Vertretern der aktuell sechs Fraktionen eine Einigung aus.

Nach dem Einzug der rechtspopulistischen AfD und der Rückkehr der FDP in den Bundestag wird es nicht nur im Plenum enger. Dort sitzen künftig 709 Abgeordnete - so viel wie noch nie in der Geschichte des Bundestages. Als strittig gilt unter anderem, wo die AfD-Fraktion im Plenarsaal platziert wird.

Schwierig wird auch die Aufteilung der Fraktionsebene. Statt vier Fraktionen unter den Türmen des Reichstagsgebäudes müssen sich nach jetzigem Stand sechs Fraktionen die Ebene mit mehreren Sälen untereinander aufteilen. Für die Büros der Abgeordneten und ihrer Mitarbeiter teilt die Bundestagsverwaltung ein Kontingent zu, dass die Fraktionen dann untereinander aufteilen müssen.

Als fraglich gilt, ob bereits an diesem Mittwoch eine Einigung unter den Fraktionen gelingt. Wenn bis zur konstituierenden Sitzung des neuen Bundestage spätestens am 24. Oktober noch kein Kompromiss gefunden wurde, entscheidet der amtierende Bundestagspräsident zumindest für die erste Plenumssitzung über die Sitzordnung.

Bundestagswahl 2017: AfD drittstärkste Kraft

Die AfD ist mit 12,6 Prozent der Stimmen als drittstärkste Kraft in den Bundestag gezogen. Die AfD-Fraktion umfasst bisher 93 Abgeordnete. Die bisherige Parteichefin Frauke Petry wird nicht Teil der Fraktion sein und sitzt als bisher einzige fraktionslose Abgeordnete im neuen Bundestag. Petry will eine neue Partei gründen.

Ob ihr weitere AfD-Bundestagsabgeordnete folgen, ist offen. Damit Petry & Co. den Fraktionsstatus erlangen, müssten mindestens 36 abtrünnige AfD-Abgeordnete zusammenkommen. Petry, die in Sachsen ein Direktmandat errungen hatte, kann mit anderen AfD-Mitstreitern im Bundestag auch eine eigene Gruppe bilden. Die AfD könnte vom Rednerpult aus gesehen ganz rechts im Plenarsaal sitzen - neben Union und FDP, nahe der Regierungsbank.

dpa

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