Facebook-Post löst Diskussion aus

Warum ist die AfD so stark? Til Schweiger will die Antwort kennen

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Til Schweiger

Der Wahlerfolg der AfD beschäftigt viele. Zwei Tage nach der Bundestagswahl versucht man, die Gründe für den Erfolg zu erklären. Schauspieler Til Schweiger glaubt zu wissen, woran es liegt.

Berlin - Den Erfolg der AfD zu erklären, das versuchen viele Politiker, Politikwissenschaftler und andere Experten. Til Schweiger (53) glaubt, die Antwort zu kennen. 

Noch vor der Wahl gab er in einem Interview mit der Rheinischen Post an, ein Wechselwähler zu sein: „Ich habe mal CDU, mal SPD und einmal die Grünen gewählt. Die Partei, in der ich mich total wiederfinde, gibt es nicht.“

Dass sich manche nirgends wiederentdecken und sich deswegen der AfD zuwenden, sieht er als Grund für den Erfolg der Partei. So schreibt er auf Facebook: „Wie soll man denn auch sonst als Demokrat reagieren, wenn man mit der bisherigen Politik unzufrieden ist, als seiner gewohnten Partei die Stimme zu verweigern und eine andere zu wählen?!“

Gleichzeitig verurteilt er die Entscheidung, die AfD zu wählen: „Wir reden aber von einer Partei, die unsere Bundeskanzlerin ‚jagen‘ will, einer Partei, die das Land für das ‘Volk zurückholen‘ möchte.“ Damit bezieht er sich auf den AfD-Spitzenkandidaten Alexander Gauland, der solche Worte nach dem Bekanntwerden der ersten Hochrechnung am Sonntag an seine Parteigenossen richtete.

Der Schauspieler sieht den Grund für das Erstarken der AfD bei den etablierten Altparteien. So habe Angela Merkel "Fehler gemacht", und die SPD "hat keine Lösungen geboten - sie hat gleich verkündet, in die Opposition zu gehen. Sein Fazit dazu: "Auch das ist feige." Beide Parteien hätten es nicht geschafft auf die Ängste der Bürger einzugehen. „Deswegen hat die AfD jetzt 13%". 

Sein Post erregte viel Aufsehen und wurde vielfach geteilt und kommentiert. Viele stimmen ihm zu, widersprechen dem Schauspieler aber bei seinem harten Urteil gegen die SPD. Eine Userin schreibt: „Es ist nicht feige von der SPD, in die Opposition zu gehen. Es ist eigentlich sogar mutig, sich dieser schwierigen Aufgabe zu stellen.“ 

Til Schweiger hat sich zunächst nicht weiter dazu geäußert. Mit seinem Post hat er immerhin eine Diskussion ausgelöst, in der es um die Protestwähler, die Bedeutung von kleinen Parteien und die politische Richtung Deutschlands geht. 

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