„Andere Dinge waren wichtiger“

Chemnitzer Bürgermeisterin besorgt über Merkel-Besuch: „Das wird ein schwieriger Tag“

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Noch ist sie weit weg von Chemnitz: Bundeskanzlerin Angela Merkel am Donnerstag in der Ukraine

Fast drei Monate nach den Ausschreitungen in Chemnitz wird Angela Merkel die sächsische Stadt besuchen. Die Bürgermeisterin ist nicht gerade erfreut.

Die Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für ihr Fernbleiben nach den Ausschreitungen im August kritisiert. Der Besuch von Merkel in zwei Wochen komme viel zu spät und werde die Stadt erneut aufwühlen, sagte Ludwig am Freitag im Mitteldeutschen Rundfunk (MDR). 

Sie habe die Kanzlerin nach den Vorfällen in Chemnitz bereits Anfang September eingeladen. „Es hat leider so lange gedauert, andere Dinge waren wichtiger.“

Chemnitz‘ Bürgermeisterin: Wegen Merkels Politik „Vertrauen in den Staat verloren gegangen“

Merkel habe ihre Entscheidungen zur Migration 2015 nie richtig erklärt. Damit sei Vertrauen in den Staat verloren gegangen. "Das spürt man heute noch, wenn es um das Thema Sicherheit geht", sagte die SPD-Politikerin. Insofern bedauere sie es sehr, dass Merkel erst am 16. November komme. "Das wird sicher wieder ein schwieriger Tag für Chemnitz."

Merkel will sich in Chemnitz unter anderem den Fragen von Lesern der Tageszeitung Freie Presse stellen. Weitere Programmpunkte waren noch nicht bekannt.

Am Donnerstag war Steinmeier in Chemnitz zu Gast

In Chemnitz war es Ende August zu zahlreichen Demonstrationen auch rechter Gruppen gekommen, die teilweise in Gewalttätigkeiten mündeten. Mehrere Demonstationsteilnehmer wurden inzwischen unter anderem wegen Zeigen des Hitlergrußes in Schnellverfahren verurteilt.

Am Donnerstag hatte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Chemnitz unter anderem mit Bürgern gesprochen. Er warb für einen Dialog ohne Hass und Gewalt. Von Hetzern und Verfassungsfeinden müsse sich jeder abgrenzen, forderte Steinmeier.

Auch interessant: „Bis zur Bewusstlosigkeit“ - Chemnitz-Opfer schockieren mit Aussagen im ZDF

AFP/dpa

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