Nach „freundschaftlichen Beratungen“

China gibt beschlagnahmte Unterwassersonde an die USA zurück

+
Wie das chinesische Verteidigungsministerium berichtet, sei die Rückgabe der Unterwassersonde unter „freundschaftlichen Beratungen“ erfolgt. 

Peking - China hat eine im Südchinesischen Meer beschlagnahmte Unterwassersonde an die USA zurückgegeben. Damit sind die diplomatischen Spannungen beider Länder vorerst entschärft worden.

Die Rückgabe sei am Dienstag nach "freundschaftlichen Beratungen" erfolgt, teilte das Verteidigungsministerium in Peking mit. Ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums hatte am Montag angekündigt, die Rückgabe werde innerhalb von 24 Stunden in der Nähe des Scarborough-Riffs westlich der Philippinen organisiert.

Bei dem Objekt handelt es sich um ein unbemanntes Mini-U-Boot. Die Forschungssonde war nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums am Donnerstag in internationalen Gewässern rund 50 Seemeilen vor der philippinischen Subic-Bucht von China beschlagnahmt worden. Das Pentagon forderte China auf, das Mini-U-Boot "umgehend" zurückzugeben. Am Samstag verkündete Pentagon-Sprecher Peter Cook dann eine Einigung.

China, aber auch andere Anrainerstaaten wie die Philippinen und Vietnam beanspruchen große Teile des Südchinesischen Meeres für sich. China hat zur Durchsetzung seiner Ansprüche mehrere künstliche Inseln in den Gewässern aufgeschüttet.

Die US-Marine patrouilliert regelmäßig in der Nähe dieser künstlichen Inseln, um ihrer Forderung nach freiem Schiffsverkehr in dem Gebiet Nachdruck zu verleihen. Die Volksrepublik sieht darin eine Provokation, die das Risiko eines militärischen Zusammenstoßes erhöhe. Durch das Südchinesische Meer führt eine der meistgenutzten internationalen Handelsrouten der Welt.

Die Sonde war nach Angaben des Pentagon von der zivilen Besatzung des Marineforschungsschiffs "USNS Bowditch" eingesetzt worden, um routinemäßig Informationen über Wassertemperatur, Salzgehalt und Sichtweite zu messen. Die Werte sind insbesondere für die U-Boot-Flotte der USA wichtig. Temperatur und Salzgehalt des Meeres beeinflussen die Verbreitung von Schallwellen unter Wasser.

China erklärte, es sei "strikt gegen" US-Aufklärungseinsätze in der Region. Peking forderte Washington nach eigenen Angaben auf, die Einsätze zu beenden.

AFP

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Umweltministerin Hendricks informiert über Weltklimagipfel

Berlin/Bonn (dpa) - Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) informiert heute in Berlin über die bevorstehende Weltklimakonferenz in Bonn. Zu der Konferenz vom 6. …
Umweltministerin Hendricks informiert über Weltklimagipfel

Katalonien-Ultimatum verstrichen: Madrid kündigt Zwangsmaßnahmen an

Hier finden Sie den News-Ticker zum Katalonien-Konflikt: Wählen die Katalanen die Unabhängigkeit von Spanien? Greift Madrid ein? Alle Infos hier.
Katalonien-Ultimatum verstrichen: Madrid kündigt Zwangsmaßnahmen an

Trump soll Vater von totem Soldaten Geld versprochen haben

Soldaten haben in den USA eine besondere Stellung, vor allem Gefallene. Deren Familien wird besondere Hochachtung zuteil. An der soll es US-Präsident Trump zuletzt …
Trump soll Vater von totem Soldaten Geld versprochen haben

Mindestens 53 Tote bei Taliban-Angriff auf Militär in Südafghanistan

Die Taliban sorgen in Afghanisten wieder verstärkt für Blutvergießen. Bei drei Attacken in der vergangenen Nacht starben mehr als 60 Menschen.
Mindestens 53 Tote bei Taliban-Angriff auf Militär in Südafghanistan

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.