Wiedervereinigung

Xi: China schließt Einsatz militärischer Mittel gegen Taiwan nicht aus

+
Xi Jinping droht Taiwan mit gewaltsamer „Wiedervereinigung“.

China will die Wiedervereinigung mit Taiwan. Um das zu erreichen schließt der chinesische Präsident Xi Jinping militärischer Gewalt nicht aus.

Peking - China schließt in seinem Streben nach einer Wiedervereinigung Taiwans mit dem Festland den Einsatz militärischer Gewalt nicht aus. Präsident Xi Jinping sagte am Mittwoch, Peking behalte sich "die Option vor, alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen". Letztlich werde die Wiedervereinigung Taiwans mit dem Festland erfolgen, sagte Xi. Diese sei im Interesse und zum Wohle der "taiwanischen Landsleute".

"Ein Land, zwei Systeme"

Xi führte aus, dass die "unvermeidliche" Wiedervereinigung unter der Formel "Ein Land, zwei Systeme" erfolgen werde. Unter dieser Formel war die ehemalige britische Kronkolonie Hongkong 1997 an China zurückgegeben worden.

Anlass der Rede Xis war die Erinnerung an eine Botschaft aus dem Jahr 1979 an Taipeh, in der die kommunistische Führung in Peking Taiwan zur Wiedervereinigung und zu einem Ende der militärischen Konfrontation aufforderte.

Demokratische Werte gehörten zur taiwanischen "Lebensweise"

Die taiwanische Präsidentin Tsai Ing-wen entgegnete, die Bevölkerung werde niemals auf die demokratischen Freiheiten verzichten, die es in der Volksrepublik China nicht gebe. Auf einer eigens einberufenen Pressekonferenz sagte sie, demokratische Werte gehörten zur taiwanischen "Lebensweise". Peking warf sie "Provokationen" vor - etwa die "Bestechung" von Taiwans wenigen diplomatischen Verbündeten oder zunehmende Militärmanöver vor der Insel.

Das Außenministerium in Taipeh erklärte, wenn die chinesische Regierung ihrer Bevölkerung "keine Menschenrechte" gewähre und sie nicht abstimmen lasse, dann betrachte Taiwan Pekings Vorstoß mit Argwohn.

Lesen Sie auch: Chinas Xi setzt auf Staat, nicht Markt

Taiwan nie formell unabhänig

China betrachtet die dem Festland vorgelagerte Insel Taiwan seit dem Ende des Bürgerkriegs und dem Sieg der von Mao Tse-tung geführten Kommunistischen Partei über die Kuomintang-Nationalisten im Jahr 1949 als abtrünnige Provinz und strebt eine Wiedervereinigung zu seinen Bedingungen an. Taiwan spaltete sich zwar von China ab, erklärte jedoch nie formell seine staatliche Unabhängigkeit.

AFP

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Jürgen von der Lippe greift Greta Thunberg an: „Für mich ist das Comedy“

In einem Interview macht Jürgen von der Lippe eine klare Ansage in Richtung Greta Thunberg. Auf Twitter wird er dafür scharf angegriffen und veräppelt.
Jürgen von der Lippe greift Greta Thunberg an: „Für mich ist das Comedy“

Barnier: Verhandlungen nach Brexit "riesige Herausforderung"

Bis Ende 2020 soll nach dem Brexit ein Abkommen zwischen der EU und Großbritannien zur Ausgestaltung der Beziehungen stehen. EU-Brexit-Unterhändler Barnier wertet dies …
Barnier: Verhandlungen nach Brexit "riesige Herausforderung"

Gedenken in Auschwitz: Amthor-Aussage sorgt für Empörung - Auch Merz rückt Migranten in den Fokus

Vor 75 Jahren wurde das Konzentrationslager Auschwitz befreit. Zahlreiche Politiker fordern einen Kampf gegen den Antisemitismus.
Gedenken in Auschwitz: Amthor-Aussage sorgt für Empörung - Auch Merz rückt Migranten in den Fokus

Epstein-Skandal: Verfügbarkeiten von Frauen und Mädchen in Computerdatenbank - Jüngste war elf

Die Polizei von London will im Fall um den toten US-Milliardär Jeffrey Epstein auf Strafermittlungen verzichten. Währenddessen sind in der Haftanstalt entscheidende …
Epstein-Skandal: Verfügbarkeiten von Frauen und Mädchen in Computerdatenbank - Jüngste war elf

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.