Friedenskonferenz

China vermittelt zwischen Afghanistan und Pakistan

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Die Gespräche auf Außenministerebene sind ein weiterer Versuch, regionale Lösungen zu finden für den Krieg mit den Taliban, aber auch die Bedrohung durch die Terrormiliz Islamischer Staat. Foto: v

Friedenskonferenzen zu Afghanistan gab es schon im Dutzend billiger. Nun ergreift China die Initiative. Es gibt gute Gründe, warum China als Vermittler mehr Erfolg haben könnte als beispielsweise die USA.

Kabul/Islamabad/Hongkong (dpa) - In der chinesischen Hauptstadt Peking haben sich die Außenminister von China, Afghanistan und Pakistan zu einer neuen Serie von Afghanistangesprächen getroffen.

Wichtigste Themen waren die Sicherheitslage in Afghanistan, wo der Konflikt mit den radikalislamischen Taliban sich in einen Krieg auswächst, sowie die Spannungen zwischen Afghanistan und Pakistan.

Chinas Außenminister Wang Yi sagte laut Medienberichten, China wolle die Beziehungen zwischen den beiden Ländern verbessern. Das sei im Interesse ihrer Völker und auch der Region.

Afghanistan und auch die USA werfen Pakistan vor, die zunehmend erfolgreichen Taliban zu unterstützen und so die afghanische Regierung und internationale Aufbaubemühungen zu destabilisieren. Die Taliban kontrollieren 16 Jahre nach Einmarsch internationaler Truppen heute wieder um die 13 Prozent des Landes und kämpfen um weitere 30 Prozent.

In einer gemeinsamen Stellungnahme hieß es nach Ende der Konferenz, die drei Teilnehmer hätten beschlossen, die Kooperation im Kampf gegen den Terrorismus zu verstärken und alle terroristischen Organisationen unterschiedslos zu bekämpfen. Sie riefen die Taliban dazu auf, sich an einem Friedensprozess zu beteiligen. Das nächste trilaterale Treffen solle 2018 in Kabul stattfinden.

Die Gespräche auf Außenministerebene waren ein weiterer Versuch, regionale Lösungen für den Krieg mit den Taliban sowie die Bedrohung durch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu finden. Beides betrifft auch China, dessen Provinz Xinjiang sowohl an Afghanistan als auch Pakistan grenzt. In Xinjiang leben die Uiguren, eine muslimische Minderheitengruppe, deren Radikalisierung China fürchtet.

Eine Serie von Konferenzen in ähnlicher Zusammensetzung, aber mit den USA, war nach mehreren Treffen in diesem Jahr gescheitert. China könnte als Vermittler aber erfolgreicher sein als die USA, deren Verhältnis mit Pakistan zurzeit eisig ist.

Pakistan und China sind befreundet. Die beiden Länder planen einen multimilliardenschweren Wirtschaftskorridor, der bei der Konferenz ebenfalls Thema war. Außenminister Yi sagte laut Medienberichten, Afghanistan solle in das Projekt einbezogen werden. Afghanistan hat ebenfalls ein unbelastetes Verhältnis zu China. Gesandte der Taliban hatten China mehrmals besucht.

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