USA fordern Freilassung seiner Witwe

Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo ist tot

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Der chinesische Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo ist gestorben. 

Er hat den Kampf gegen den Krebs verloren: Der chinesische Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo ist tot. Angela Merkel würdigte den Bürgerrechtler. Die USA fordern indes die Freilassung seiner Witwe.

Peking - Der chinesische Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo ist tot. Das teilte die Justizbehörde der Stadt Shenyang, wo der 61-Jährige unter Bewachung im Krankenhaus behandelt wurde, am Donnerstag mit. Er starb demnach an multiplem Organversagen.  

Der chinesische Bürgerrechtler, der 2009 wegen „Untergrabung der Staatsgewalt“ zu elf Jahren Haft verurteilt worden war, litt unter Leberkrebs im Endstadium. Mitte Juni wurde sein Gesundheitszustand bekannt gemacht und ihm „Bewährung aus medizinischen Gründen“ gewährt. Danach wurde Liu Xiaobo vom Gefängnis in ein Krankenhaus der nordostchinesischen Stadt Shenyang verlegt. 

Die USA haben nach seinem Tod die Freilassung von dessen Witwe gefordert. Die chinesischen Behörden sollten Liu Xia aus dem Hausarrest entlassen und ihr entsprechend ihren Wünschen die Ausreise erlauben, verlangte US-Außenminister Rex Tillerson am Donnerstag in Washington. 

China lehnte eine Behandlung im Ausland ab

China lehnte jedoch die Ausreise des Schwerkranken mit seiner Frau für eine Klinikbehandlung im Ausland ab, wofür es von zahlreichen westlichen Politikern und Menschenrechtlern scharf kritisiert wurde.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) würdigte die Lebensleistung des verstorbenen Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo noch am Donnerstagabend. "Ich trauere um Liu Xiaobo, den mutigen Kämpfer für Bürgerrechte und Meinungsfreiheit" schrieb Regierungssprecher Steffen Seibert am Donnerstag im Namen von Merkel im Kurzbotschaftendienst Twitter. Merkel sprach Lius Familie ihr "tiefes Beileid" aus. 

„Mit Liu Xiaobo verlieren wir eine starke Stimme für Freiheit und Demokratie“, erklärte der SPD-Vorsitzende Martin Schulz in Berlin.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International äußerte sie bestürzt über den Tod von Liu Xiaobo. „Heute trauern wir um einen Giganten der Menschenrechte“, sagte Salil Shetty, der Generalsekretär von Amnesty International, laut einer Mitteilung. Liu Xiaobo habe unermüdlich dafür gekämpft, die Menschenrechte in China zu stärken. „Wir stehen solidarisch hinter seiner Frau Liu Xia und anderen Mitglieder der Familie, die einen kaum zu ermessenden Verlust erlitten haben.“

Nobelpreis im Jahr 2010

Liu Xiaobo hatte 2010 für seinen Einsatz für Demokratie und Menschenrechte den Nobelpreis erhalten, was Chinas Regierung empörte. Während der Autor die vergangenen Jahre im Gefängnis verbrachte, wurde seine Ehefrau Liu Xia in Peking unter Hausarrest gestellt.

Ein Exil-Tibeter hält in Dharamsala (Indien) ein Plakat hoch, das den chinesischen Nobelpreisträger Liu Xiaobo zeigt.

Der Gesundheitszustand des Autors hatte sich nach Angaben seiner Ärzte seit vergangener Woche erheblich verschlechtert. Seit Montag schwebte der Patient demnach in Lebensgefahr und wurde intensivmedizinisch behandelt. Einen Tag vor seinem Tod hatten die Ärzte am Mittwoch mitgeteilt, dass seine Atmung versage und er an Organversagen leide. Seine Familie habe eine künstliche Beatmung abgelehnt.

Die Angaben ließen sich nicht überprüfen, weil sowohl Liu Xiaobo als auch seine Familienmitglieder im Krankenhaus unter Bewachung standen und nicht mit Journalisten sprechen durften. Chinas Zensurbehörden verhinderten, dass inländische Medien über den Fall berichteten. 

Ein Leben lang für Demokratie, Menschenrechte und Toleranz

Zwei ausländische Ärzte, die Liu Xiabo am Wochenende in Shenyang besuchen durften, bestätigten die Diagnose, dass er an Leberkrebs im Endstadium litt. Der Heidelberger Experte Professor Markus Büchler und der US-Krebsspezialist Joseph M. Herman kamen jedoch - anders als ihre chinesischen Kollegen - zu dem Ergebnis, dass Liu Xiabo zu diesem Zeitpunkt noch transportfähig gewesen wäre. Die Kliniken der Unis von Heidelberg und Texas erklärten sich bereit, den chinesischen Patienten aufzunehmen - was Peking jedoch ablehnte.  

Der Literaturwissenschaftler Liu Xiaobo hatte schon nach der blutigen Niederschlagung der Demokratiebewegung 1989 in Peking wiederholt in Haft gesessen - insgesamt fünf Jahre lang. Sein Leben lang hat sich der Bürgerrechtler friedlich für Demokratie, Menschenrechte und Toleranz in China eingesetzt. 

Er war Mitverfasser der 2008 von 300 Intellektuellen unterzeichneten „Charta 08“, in der ein „freier, demokratischer und verfassungsmäßiger Staat“ in China gefordert wird. 

Im Video: Offenbar waren deutsche Ärzte bei Friedensnobelpreisträger Liu

dpa/ Video: SnackTV

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