Pandemie

RKI-Chef kündigt „fulminanten Verlauf“ der vierten Corona-Welle an

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn appelliert erneut, sich gegen Corona impfen zu lassen. RKI-Chef Wieler hebt derweil warnend den Zeigefinger.

Berlin – Derzeit steigen die Corona-Infektionszahlen in Deutschland* weiter an. Die Impfkampagne stockt allerdings. Viele Menschen wollen sich nicht impfen lassen oder sind noch unentschlossen. In einer Pressekonferenz haben Bundesgesundheitsminister Jens Spahn* und RKI-Chef Lothar Wieler am Mittwoch (08.09.2021) über den Stand der Corona*- Impfkampagne informiert.

„Nutzen Sie die Chance, lassen Sie sich impfen“, appellierte Gesundheitsminister Jens Spahn. Er unterstrich, dass die Impfquoten nun erhöht werden müssen – um sich und andere zu schützen. „Jede einzelne Impfung entscheidet, wie sicher wir durch den Herbst kommen“, sagte Spahn. „Was wir derzeit sehen ist eine Pandemie der Ungeimpften.“

Corona in Deutschland: Aktionswoche zum Thema Impfen ab kommenden Montag (13.09.2021)

Informationen zur Corona-Impfung gab es laut Spahn genug. Doch es habe aus seiner Sicht an der Gelegenheit gefehlt, sich impfen zu lassen. Das berichtet das RND. Die Impfwoche von kommenden Montag an (13.09.2021) von Bund, Ländern und Kommunen soll dies ändern. An möglichst vielen Orten sollen einfach wahrzunehmende Angebote gemacht werden - etwa in Sportvereinen, bei der freiwilligen Feuerwehr, in Apotheken oder Mehrgenerationenhäusern – mit dem Motto: „Hier wird geimpft“. Auf der Internetseite  www.hierwirdgeimpft.de sollen alle Impfangebote zu finden sein.

RKI-Chef Lothar Wieler und Gesundheitsminister Jens Spahn.

Corona in Deutschland: RKi-Chef Wieler warnt vor schwerem Verlauf der vierten Welle

Derweil warnte RKI-Chef Lothar Wieler, dass die vierte Welle einen „fulminanten Verlauf“ nehmen könnte, wenn die Impfquoten nicht steige. Die Betroffenen auf den Intensivstationen würden immer jünger – und das liege laut Wieler vor allem daran, dass sich einige Menschen nicht impfen lassen. Wer sich jetzt nicht impfen lasse, der werde sich auf absehbare Zeit infizieren, nehme einen schweren Verlauf und Spätfolgen in Kauf.

Zudem sprach der RKI-Chef über die Impfung zum Schutz der Kinder. Zwar seien Corona-Impfstoffe* in der Entwicklung, aber bisher könnten unter Zwölfjährige nicht geimpft werden. „Deshalb ist es in unserer Pflicht, uns impfen zu lassen und die Vorsichtsmaßnahmen in Kitas und Schulen aufrechtzuerhalten. So können wir den Einschlag des Virus in diese Altersgruppe verringern“, sagte Wieler. Dem stimmte auch der Gesundheitsminister zu: „Kinder mussten in den vergangenen Monaten auf viel verzichten und dazu sollten sich die Impfmuffel auch einmal zwei Gedanken machen“, sagte Spahn.

Corona in Deutschland: Impfquote noch deutlich zu niedrig

Bislang sind in Deutschland 61,5 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft, 65,9 Prozent haben mindestens eine Impfung. Um die vierte Welle der Pandemie abzuflachen, wird eine Impfquote von 80 bis 90 Prozent als nötig erachtet. (ebb) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © HANNIBAL HANSCHKE

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