Corona-Krise

Jens Spahn spürt Ärger der Club-Branche – kommen bald erste Öffnungen?

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn
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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bekommt den Ärger der Club-Branche in der Corona-Krise zu spüren. Dann äußert er sich zu möglichen Öffnungen.

Die Club-Branche leidet weiter unter Corona. Ihren Ärger bekommt nun Jens Spahn zu spüren. Für mögliche Öffnungen zeigt sich der Minister offen.

Kassel/Berlin - Noch immer leiden viele Branchen in Deutschland unter der Corona*-Krise. Insbesondere betroffen sind Clubs und Konzertveranstalter. Nun hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) den Ärger der Branche in einem Berliner Club zu spüren bekommen.

Bei einem Gespräch hat Spahn die Rolle der Corona-Impfungen betont. Zur Frage nach einer Perspektive für die Branche sagte der CDU-Politiker: Die sicherste Bedingung für die Gesellschaft sei eine Corona-Impfquote von deutlich über 80 Prozent. „Dann kämen wir ziemlich sicher durch Herbst und Winter.“

Die Voraussetzung: „Solange sich das Ding nicht nochmal verändert“ - also keine neuen Corona-Varianten auftreten. In Deutschland sind zurzeit mehr als 60 Prozent vollständig gegen die Erreger geimpft.

Corona-Krise: Spahn nennt kein Datum für Club-Öffnungen

Ein konkretes Datum für Club-Öffnung könne Spahn nicht nennen, weil die aktuelle Corona-Lage kaum planbar sei. „Ich kann euch nicht sagen, was im Dezember ist.“ Einen „Freedom Day“ für eine allgemeine Öffnung wie in Großbritannien sieht Spahn eher skeptisch. Allerdings zeigte sich der Christdemokrat offen für Modellprojekte der Clubs, die das Tanzen in Innenräumen möglich machen könnten.

Im Video: In Berlin steigen Corona-Impfpartys

Spahn hatte sich im Kreuzberger „Ritter Butzke“ mit Vertretern der Club-, Kultur- und Veranstaltungsbranche getroffen. Sie leidet seit 18 Monaten besonders stark unter den Folgen der Pandemie. So sind die Innenräume der Berliner Clubs seit März 2020 weitgehend lahmgelegt.

Die Diskussion verlief teilweise sehr hitzig. „Ich kenne Clubs, ich sage es noch einmal, ob Sie es mir zutrauen oder nicht, besser als Sie denken“, so Spahn. Zuvor wurde ihm vorgeworfen, nicht zu wissen, wie die Club-Branche funktioniere. „Ich bin wütend bis zum Anschlag“, sagte Marcus Pohl, der für die Selbstständigen in der Veranstaltungsbranche sprach. Sein Verband habe keine Reaktion erhalten, als er sich an Spahn gewandt habe.

Club-Öffnung trotz Corona? Spahn zeigt sich offen für Modellprojekte

Spahn unterstrich: „Es ist die schwerste Krise seit Bestehen unseres Landes.“ Mit Blick auf die Corona-Maßnahmen sagte er: „Wir verkünden keine Wahrheiten, wir wägen ab“. Und: „Das Virus ist der Spielverderber, nicht der Gesundheitsminister.“

Zuletzt hatte ein Modellprojekt mit PCR-Tests zusammen mit der Charité Mut gemacht. Mehrere Berliner Clubs hatten trotz Corona-Krise für ein Wochenende geöffnet.

Spahn räumte ein, dass Ergebnis nicht gekannt zu haben. Dann zeigte er sich offen: Wenn dieses Modellprojekt zeige, es gehe sicher, dann sollte ein Betrieb auch wieder möglich gemacht werden. Schritt für Schritt. Man müsse die Dinge nicht länger beschränken, als notwendig sei. Da habe Spahn keinen Spaß dran. Die Vorsitzende der Berliner Club-Kommission, Pamela Schobeß, sagte, es gehe auch um das Lebensgefühl: „Wir können etwas dafür tun, dass es den Menschen besser geht“. (jfw mit dpa) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

In Hessen dürfen Clubs unter strengen Auflagen* öffnen - doch das lohen sich so nicht, kritiseren einige Club-Betreiber. Wenn es nach Jens Spahn geht, könnte eine dritte Corona-Impfung für alle Interessierten bald möglich sein. Experten sind geteilter Ansicht.

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