Pandemie

Kostenlose Corona-Tests für Kinder verlängert – Wie viel Erwachsene bald zahlen müssen

Das Ende der kostenlosen Corona-Tests für alle naht. Für Kinder gibt es eine Neuerung, für ungeimpfte Erwachsene kann es teuer werden.

Berlin – Ab Oktober stehen Corona-Tests nicht mehr kostenlos zur Verfügung. Doch für Personengruppen, die sich nicht impfen lassen können, gelten Ausnahmen. Unter anderem schwangere Frauen und Kinder bekommen die Tests weiterhin vom Bund bezahlt. Diese Ausnahmen sollen länger als zunächst geplant gültig sein.

Kinder von zwölf bis 17 Jahren und Schwangere sollen nach Plänen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) noch „bis Ende des Jahres“ kostenlose Corona*-Schnelltests bekommen können. „Für beide Gruppen ist die Impf-Empfehlung erst kürzlich gekommen“, sagte der 41-jährige Politiker in einem Interview mit der Welt. Sie hätten daher in diesen Wochen die Chance, sich impfen zu lassen. Geregelt werden soll dies in einer neuen Testverordnung, die einen Bund-Länder-Beschluss umsetzt.

Kostenlose Corona-Tests für Kinder verlängert

Ein erster Entwurf für die neue Verordnung hatte zunächst vorgesehen, dass Tests für Kinder von zwölf bis 17 Jahren noch bis 30. November gratis sein sollten. Für Schwangere gab es bisher keine Frist für die kostenlosen Corona-Tests, da die Ständige Impfkommission zunächst keine Impfempfehlung ausgesprochen hatte. Vor knapp einer Woche änderte die Stiko ihre Haltung* jedoch.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten hatten beschlossen, dass das vom Bund finanzierte Angebot für kostenlose Corona-Bürgertests für alle enden soll. „Ab dem 11. Oktober werden für alle, die sich impfen lassen könnten, Bürgertests kostenpflichtig“, sagte Spahn. Eine Impfung sei eine freie persönliche Entscheidung, es gehe aber auch um gegenseitigen Schutz. „Wer sie nicht wahrnimmt und sich nicht impfen lässt, der muss dann eben die Kosten für Tests selbst tragen.“

Das Ende der kostenlosen Corona-Tests für alle naht.

Corona-Tests ab Oktober nur noch für wenige Menschen kostenlos

Ab dem 11. Oktober sind Corona-Tests nur noch für wenige Gruppen gratis:

  • Schwangere Frauen
  • Kinder von zwölf bis 17 Jahren
  • Personen, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können
  • Personen, die Corona-Symptome haben
  • Personen, die Einrichtungen mit zahlreichen Risikopatienten besuchen (zum Beispiel Altersheime)

Für alle anderen Menschen kann es nach dem Ende der kostenlosen Corona-Tests teuer werden, insbesondere wenn sie immer wieder durchgeführt werden müssen. Den PCR-Test vergüten die Krankenkassen in Deutschland derzeit mit rund 45 Euro. Für einen Corona-Schnelltest zahlt der Bund zwischen zehn und 20 Euro. Es ist davon auszugehen, dass die Preise ab dem 11. Oktober anziehen werden – einige Testzentren werden schließen, das Angebot wird kleiner.

Ende der kostenlosen Corona-Tests: Für Ungeimpfte kann es teuer werden

Haben Ungeimpfte ein reges Sozialleben oder reisen häufig mit dem Flugzeug, können monatliche Kosten von mehreren Hundert Euro entstehen. Am Flughafen Frankfurt kostet ein Corona-Schnelltest 29 Euro, ein PCR-Test mit dem Ergebnis innerhalb von 24 Stunden schon 69 Euro. Der PCR-Test in 35 Minuten schlägt am Airport der Main-Metropole mit satten 279 Euro zu Buche.

PCR-Test am Flughafen Frankfurt (Ergebnis in 24 Stunden)69 Euro
PCR-Test am Flughafen Frankfurt (Ergebnis in 12 Stunden)\t89 Euro
PCR-Test am Flughafen Frankfurt (Ergebnis in 6 Stunden)\t129 Euro
PCR-Test am Flughafen Frankfurt (Ergebnis in 75 Minuten)\t199 Euro
PCR-Test am Flughafen Frankfurt (Ergebnis in 35 Minuten)\t279 Euro
Schnelltest am Flughafen Frankfurt (Ergebnis in 30 Minuten)\t29 Euro

Hierbei muss beachtet werden, dass zahlreiche Dienstleistungen und Produkte an Flughäfen teurer angeboten werden. Die Preise können je nach Ort variieren. (tvd/dpa) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meist Gelesen

Ampel jetzt doch auf Lockdown-Kurs? Scholz deutet harte Maßnahmen an
Politik

Ampel jetzt doch auf Lockdown-Kurs? Scholz deutet harte Maßnahmen an

Angesichts der Zuspitzung der Corona-Lage in Deutschland setzt sich Noch-Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für striktere Maßnahmen ein. Auch Scholz schließt nichts …
Ampel jetzt doch auf Lockdown-Kurs? Scholz deutet harte Maßnahmen an
Corona in Deutschland: Generalmajor soll Krisenstab der Ampel leiten
Politik

Corona in Deutschland: Generalmajor soll Krisenstab der Ampel leiten

Die Corona-Zahlen steigen in Deutschland rasant an. Kontaktbeschränkungen werden wahrscheinlicher. Die Ampel-Koalitionäre stehen unter Druck. Der News-Ticker.
Corona in Deutschland: Generalmajor soll Krisenstab der Ampel leiten
Grünen-Knall um Ministerposten: Özdemir-Zoff eskaliert auf offener Bühne
Politik

Grünen-Knall um Ministerposten: Özdemir-Zoff eskaliert auf offener Bühne

Die Grünen haben die Minister für das künftige Ampel-Kabinett bekanntgeben. Robert Habeck wird Vizekanzler, Anton Hofreiter geht leer aus.
Grünen-Knall um Ministerposten: Özdemir-Zoff eskaliert auf offener Bühne
Krankenhausgesellschaft: Laufen auf Katastrophen-Medizin zu
Politik

Krankenhausgesellschaft: Laufen auf Katastrophen-Medizin zu

Müssen Mediziner irgendwann entscheiden, welche Patienten versorgt werden und welche nicht? Der Weg dahin ist ein schleichender Prozess, warnt ein Mediziner.
Krankenhausgesellschaft: Laufen auf Katastrophen-Medizin zu

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.