Corona-Eklat

„Katastrophale Signalwirkung für das ganze Land“: Söder watscht Laschet öffentlich ab - der reagiert jetzt

Die Corona-Pandemie in Deutschland hält weiter an. Das ruft Markus Söder nun auch Armin Laschet wieder ins Gewissen und fordert ein Umdenken von ihm.

  • Bayerns Ministerpräsident Markus Söder mahnt in der anhaltenden Corona*-Pandemie zur Vorsicht.
  • Pläne für ein Mega-Konzert in Nordrhein-Westfalen verurteilt er scharf.
  • Hier finden Sie die grundlegenden Fakten zum Coronavirus und die Corona-News aus Deutschland. Außerdem bieten wir Ihnen in einer Karte die aktuellen Fallzahlen in Bayern. Derzeit gibt es die folgenden Empfehlungen zu Corona-Schutzmaßnahmen.

München - Am Montag, dem 10. August, fand trotz Urlaubszeit eine weitere Kabinettssitzung zur Corona-Pandemie statt. Wortführer auf der folgenden Pressekonferenz war Bayerns Ministerpräsident Markus Söder.

Der CSU-Chef leitete die Medienrunde mit einem ausführlichen Monolog ein und betonte wiederholt, die Corona-Pandemie sei noch lange nicht vorbei - im Gegenteil. Es bestünde höchste Not zur Vorsicht. Die Testung von Urlaubsrückkehrern und die Ausarbeitung eines Konzepts für den Schulstart genießen besondere Aufmerksamkeit. Ganz generell fordert Söder von den Bürgern aber auch eine Rückkehr in vorsichtige Verhaltensmuster.

In Bayern hat es eine beispiellose Panne bei der Auswertung der Corona-Tests von Reiserückkehrern gegeben. Ministerpräsident Markus Söder steht nun in der Kritik.

Coronavirus: Markus Söder gibt Plänen für Großveranstaltungen ein Abfuhr

Derweil bestimmte die Bundesliga die Medien zuletzt mit einem doch recht gegensätzlichen Gedanken. DFL und Vereine haben eine Reihe an Maßnahmen beschlossen, die die Fan-Rückkehr zum Bundesliga-Start im September möglich machen sollen. Vonseiten der Politik schlägt dem Fußball-Verband nun aber ein klares ‚Nei‘n entgegen. Die Öffnung der Stadien können sich die Verantwortlichen im September nicht vorstellen.

Auch Markus Söder griff das Bundesliga-Thema erneut auf. „Es hätte auch eine verheerende Signalwirkung auf die Öffentlichkeit“, wird er deutlich, „sowohl, was Kapazitäten im Medizinischen betrifft, als auch gegenüber kulturellen Veranstaltungen." Bei der Watschn gegen die Bundesliga beließ er es aber nicht und holte zusätzlich gegen eine Entscheidung aus Nordrhein-Westfalen aus und somit in die Richtung von Kanzler-Aspirant Armin Laschet.

Söder schießt gegen Konzert-Pläne in Düsseldorf: „Katastrophale Signalwirkung für das ganze Land“

„Wobei ich darauf hinweisen möchte, dass ich das Zulassen von Konzerten mit 13.000 Leuten für absolut nicht vertretbar halte“, spielt er ganz klar auf das geplante Mega-Event in Düsseldorf an, „Bitte sehr herzlich, dass man das nochmal überdenkt. Das ist eine katastrophale Signalwirkung für das ganze Land. Wir haben derzeit schon Schwierigkeiten und müssen auch nochmal schauen, wie wir die Möglichkeiten finden, bestimmte, große Ansammlungen von Menschen in vernünftiger Form zu leiten und zu lenken.“

Pläne für ein Popkonzert von unter anderem Sarah Connor und Bryan Adams hatten kürzlich Aufsehen erregt. In der Düsseldorfer „Merkur-Arena“ sollen die Musiker vor tausenden Menschen spielen dürfen. Doch die Pläne stoßen auf viel Kritik. Nun nimmt sie eben auch Markus Söder als Anlass zu einer Ansage an die Regierung in Nordrhein-Westfalen.

Vor dem Hintergrund des steigenden Infektionsgeschehens in Deutschland, befürchtet Markus Söder offenbar, das Konzert in Düsseldorf könne nicht nur zu einer Art „Superspreader“-Event werden. Vor allem scheut er die Botschaft, die mit der Erlaubnis einhergeht. In der Corona-Pandemie war Bayern stets einen durchaus strikteren Kurs gefahren als Nordrhein-Westfalen. Im Sinne bundesweiter Entwicklung appelliert Markus Söder nun an die zuständigen Behörden.

Coronavirus: Armin Laschet spricht nach Söder-Ansage - Auch NRW-Politiker gegen Konzert

Wobei kritische Stimmen bezüglich des Konzerts bereits auch von der Landesregierung angeschlagen wurden. „Konzept und Genehmigung sind jedenfalls nicht mit dem Land abgestimmt und ich habe begründete Zweifel an der rechtlichen Grundlagen“, stellte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur klar, „dass ein lokales Gesundheitsamt in dieser Lage eine Veranstaltung dieser Größenordnung im Alleingang genehmigt, hat mich als Gesundheitsminister nachhaltig irritiert. Dass die Stadt selbst Mitveranstalter dieses Festivals zu sein scheint und keinerlei Abstimmung mit dem Land sucht, macht das Verhalten noch unverständlicher.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (äußerte sich nach der Söder-Ansage nun ebenfalls. „Ein ungewöhnlicher Vorgang, dass ein solches Großereignis angekündigt wird mit 13.000 Besuchern ohne jede Rücksprache mit den auch zuständigen Landesbehörden“, zeigte er sich ebenfalls überrascht vom Düsseldorfer Alleingang und mahnt wie Söder: „Die Pandemie ist längst noch nicht vorbei, die Infektionen sind in den letzten Wochen gestiegen.“ Weitere Öffnungen werde die neue Coronaschutz-Verordnung, die noch am Dienstag veröffentlicht werden soll, nicht enthalten. „Aber auch eines ist mir wichtig“, räumt Laschet ein, „Panikmache und Angst-Szenarien sind genauso falsch wie Corona-Leugnung. Wir müssen hier einen Weg der Mitte finden. Vorsichtig bleiben, achtsam sein und trotzdem unser soziales und wirtschaftliches Leben wieder versuchen zu leben, um die Schäden zu minimieren.“ (*Merkur.de ist Teil des Ippen-Redaktionsnetzwerks.)

In NRW startete indes der Schulbetrieb in der Corona-Pandemie wieder - mit Maskenpflicht im Unterricht.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet zeigte sich nun optimistisch in Sachen CDU-Vorsitz und Kanzlerkandidatur.

Rubriklistenbild: © Guido Kirchner / dpa

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