Legislaturperiode beginnt

Darum müssen AfD- und FDP-Abgeordnete ins Nazi-Haus ziehen

+
 In dem Bau aus dem Jahre 1937 war unter Hitler das Reichsinnenministerium untergebracht. Zu DDR-Zeiten diente es als Justizministerium.

Der neugewählte deutsche Bundestag ist groß wie nie. Die Folge: Es mangelt an Abgeordneten-Büros. Einige müssen jetzt in ein Haus mit Hakenkreuzen ziehen.

709 Abgeordnete bilden nach den Bundestagswahlen im September das neue deutsche Parlament - so viele wie noch nie zuvor (den Live-Ticker zur konstituierenden Sitzung am Dienstag finden Sie hier). Viele Parlamentarier sind neu im Bundestag und brauchen nun ein Büro für ihre politische Arbeit. Abgeordnetenbüros werden in Berlin jedoch immer mehr zur Mangelware.

Einige Parlamentarier kommen laut Informationen des Bundes in in der Dorotheenstraße 93 unter - einem Haus mit dunkler Geschichte. Es wurde 1936/37 gebaut und diente Adolf Hitler als Sitz seines Innenministeriums. 

Hakenkreuzfahnen und Trümmerschutt versperren den Blick auf ein Gebäude des Deutschen Bundestages in der Berliner Dorotheenstraße. Das Gebäude, in dem zur NS-Zeit das Innenministerium untergebracht war, diente 2003 als Kulisse für die Fernsehproduktion "Stauffenberg".

Lautbild.de bekommen jetzt Abgeordnete der AfD und FDP hier ihre Büros. „Beide Fraktionen werden auch Büros in anderen Gebäuden bekommen, doch sowohl Parlamentarier von AfD und FDP werden in den braunen Apfel beißen und für vier Jahre bleiben müssen“, heißt es. Dass es ein Nazi-Bau ist, daran werden sie täglich erinnert: Über den Türen im Eingangsbereich seien Hakenkreuze in Marmor eingraviert.  

2003 wehten sogar wieder Hakenkreuz-Fahnen vor dem Gebäude. Damals diente es als Kulisse für die ARD-Produktion „Stauffenberg“ (siehe Bild oben).

Dass der Bundestag nach den letzten Bundestagswahlen um 78 Sitze auf 709 Abgeordnete angewachsen ist, hat einen Grund: Es gibt überdurchschnittlich viele Überhangmandate. Diese entstehen, wenn eine Partei in einem Bundesland mehr Direktmandate einbringt, als ihr eigentlich laut Zweitstimmen-Anteil zustehen würden. 

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Rechtspopulistin Le Pen mit hartem Vorwurf gegen Merkel

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der französische Präsident Emmanuel Macron wollen den Aachener Vertrag unterzeichnen. Die Rechtspopulistin Marine Le Pen reagiert …
Rechtspopulistin Le Pen mit hartem Vorwurf gegen Merkel

Brexit: „Habe keinen Plan B gehört“ - viel Kritik an Theresa May

Europa blickt nach London: Premierministerin Theresa May hat verkündet, wie sie das Chaos beim Brexit in den Griff bekommen will. Alle News im Live-Ticker.
Brexit: „Habe keinen Plan B gehört“ - viel Kritik an Theresa May

Wegen Brexit-Wirrwar: AKK warnt vor Spekulationen um vorgezogene Neuwahl

Der Brexit hält aktuell ganz Europa in Atem. Nun hat Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) vor Spekulationen um vorgezogene Neuwahlen gewarnt.
Wegen Brexit-Wirrwar: AKK warnt vor Spekulationen um vorgezogene Neuwahl

Meuterei von Nationalgardisten in Venezuela niedergeschlagen

Der Aufstand gegen den autoritär regierendenden Präsidenten Maduro dauert nur wenige Stunden. Dann werden die abtrünnigen Soldaten festgesetzt. Warum hält das Militär …
Meuterei von Nationalgardisten in Venezuela niedergeschlagen

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.