Gegen Antisemitische Hetze

De Maizière spricht sich für Antisemitismusbeauftragten aus

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De Maizière spricht sich für Antisemitismusbeauftragten in neuer Regierung aus.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat sich für einen Antisemitismusbeauftragten in der nächsten Bundesregierung ausgesprochen.

Berlin -  „Nicht nur aufgrund der jüngsten Vorfälle halte ich es für richtig, einen Antisemitismusbeauftragten einzusetzen“, sagte de Maizière der „Bild am Sonntag“. 

Mit Sorge beobachte er die Zunahme antisemitischer Hetze. „Judenfeindlichkeit darf in Deutschland nie wieder um sich greifen.“ Das Verbrennen von Fahnen eines Staates sei das symbolische Vernichten des Existenzrechts eines Landes.

Abschätzige Bemerkungen und unpassende Witze

Es gehe aber auch um die Zunahme von "abschätzigen Bemerkungen, unpassenden Witzen und diskriminierendem Verhalten gegen unsere jüdischen Mitbürger". De Maizière unterstrich: "Judenfeindlichkeit darf in Deutschland nie wieder um sich greifen."

Der Innenminister sprach sich auch für ein härteres Vorgehen gegen israelfeindliche Demonstranten aus: "Wir können nicht dulden, wenn Fahnen eines Staates öffentlich verbrannt werden. Es ist das symbolische Vernichten des Existenzrechts eines Landes." Hier sollte wenn möglich polizeilich eingegriffen werden. Das Verbrennen einer offiziellen Botschaftsfahne stehe unter Strafe. 

"Ich empfinde es aber auch als Störung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung, wenn nachgemachte Fahnen verbrannt werden", fügte de Maizière hinzu. 

Aus Protest gegen die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, waren bei einer Kundgebung vor der US-Botschaft in Berlin Ende vergangener Woche israelische Fahnen verbrannt worden. Auch am Sonntag war bei einer Demonstration im Berliner Stadtteil Neukölln eine israelische Flagge angezündet worden.

AFP

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