Bundesregierung zurückhaltend

Debatte über Gedenken für Anschlagsopfer - CDU-Vorstoß im Bundestag

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Trauer nach Anschlag auf Berliner Weihnachtsmarkt.

Berlin - Drei Wochen nach dem Berliner Terroranschlag fordert die Hauptstadt-CDU eine Gedenkstunde im Bundestag für die Opfer. Die Bundesregierung reagiert zurückhaltend.

„Der Angriff auf einen Weihnachtsmarkt im Herzen der deutschen Hauptstadt war zugleich ein Angriff auf unser ganzes Land. Deshalb ist der Deutsche Bundestag der richtige Ort, um der Opfer angemessen zu gedenken“, sagte der Vorsitzende der Landesgruppe Berlin in der CDU/CSU-Fraktion, Kai Wegner, am Montag. Der Bundestag tritt am 18. Januar wieder zusammen. Das Berliner Abgeordnetenhaus erinnert an diesem Donnerstag mit einer Gedenkminute an die Terroropfer, wie Parlamentspräsident Ralf Wieland im RBB-Inforadio ankündigte.

Die Bundesregierung äußerte sich zurückhaltend. Das Schicksal der Opfer und das Leid ihrer Angehörigen sei Verpflichtung, die Hintergründe der Tat aufzuklären und alles dafür zu tun, dass in Deutschland „Sicherheit in Freiheit“ gelebt werden könne, betonte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. Er wies zugleich auf den Gottesdienst am Tag nach dem Anschlag hin, der das Gedenken an die Opfer in den Mittelpunkt gerückt habe. Die nur seltenen Trauerstaatsakte müssen vom Bundespräsidenten angeordnet werden.

Über eine offiziellen Trauer- oder Gedenkfeier wird schon länger diskutiert, der Bund und das Land Berlin betrachteten dabei die jeweils andere Seite als zuständig. Am Wochenende hatte sich eine Frau, deren Lebensgefährte seit dem Attentat um sein Leben kämpft, zu Wort gemeldet: „Ich finde die mangelnde Beachtung vonseiten des Staates traurig und unwürdig“, sagte sie dem Berliner „Tagesspiegel“. Aus ihrer Sicht wäre ein Staatsakt angemessen.

Berlin trauert um die Opfer des Anschlags - Die Bilder

dpa

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