Nach Reform

175 000 mehr Menschen erhalten Pflegeleistungen

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Statt drei Pflegestufen gibt es seit Januar fünf Pflegegrade. Foto: Fredrik von Erichsen

Deutlich mehr Pflege - das bringt die jüngste Reform. Die Erwartungen scheinen sogar übertroffen zu werden.

Berlin (dpa) - Die Zahl der Menschen mit Leistungen aus der Pflegeversicherung ist stark gestiegen.

So haben von Januar bis Juli 175 000 mehr Menschen erstmals Pflegeleistungen bekommen als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres, wie der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) in Essen mitteilte.

Die "Rheinische Post" berichtete zuerst darüber. Ein Grund ist die Pflegereform, die Anfang 2017 startete. Auch Beeinträchtigungen von Wahrnehmung und Erinnerung etwa bei Demenz und Probleme in der Alltagsbewältigung werden seither besser berücksichtigt.

Von Januar bis Juli dieses Jahres empfahlen die MDK-Gutachter bei 432 000 Versicherten, die erstmals begutachtet wurden, einen der fünf Pflegegrade nach dem neuen Begutachtungsverfahren. Im April war der MDK noch davon ausgegangen, dass im gesamten Jahr 200 000 Menschen zusätzlich Leistungen bekommen, die ohne Reform leer ausgegangen wären.

Kern der Reform durch die zweite Stufe des Pflegestärkungsgesetzes II ist ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff. Die bisherigen drei Pflegestufen wurden übergeleitet in fünf Pflegegrade, die eine genauere Einschätzung der Bedürftigkeit ermöglichen sollen.

Die "Passauer Neue Presse" hatte bereits am Dienstag berichtet, dass es Ende Juni 3,1 Millionen Pflegebedürftige gab und damit 350 000 Menschen mehr. Das gehe aus einer Antwort des Gesundheitsministeriums auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion hervor.

BMG zu Pflegeversicherung

BMG zu Pflegebedürftigkeitsbegriff

MDS zu Pflegebedürftigkeitsbegriff

Pressemitteilung vom MDS vom April

100-Tage-Bilanz des MDS-Geschäftsführers Pick

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