So soll die EU reagieren

Inhaftierte Deutsche: Schulz fordert Ultimatum für Erdogan

+
SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz und der türkische Präsident Erdogan im Januar 2014. Schulz war da noch Präsident des Europäischen Parlaments. 

"Wir sollten dem türkischen Präsidenten eine Frist setzen", sagte SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz. Sollte Erdogan die deutschen Gefangenen nicht sofort freilassen, müsse man folgendermaßen reagieren.

Im Konflikt um die in der Türkei inhaftierten Deutschen hat sich SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz für ein Ultimatum an den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan ausgesprochen. "Wir sollten dem türkischen Präsidenten eine Frist setzen", sagte Schulz der in Düsseldorf erscheinenden Rheinischen Post. Sollte Erdogan die deutschen Gefangenen nicht unverzüglich freilassen, müsse die Europäische Union die Verhandlungen mit der Türkei über eine Ausweitung der Zollunion abbrechen.

„Herr Erdogan scheint keine andere Sprache zu verstehen“

"Das würde die Türkei hart treffen, aber Herr Erdogan scheint keine andere Sprache zu verstehen", fügte der SPD-Kanzlerkandidat hinzu. Auch die EU-Beitrittshilfen für Ankara müssten dann gestoppt werden.

Die Türkei ist seit Mitte der 90er Jahre mit der EU durch eine Zollunion verbunden. Ankara ist sehr daran interessiert, den Zugang für türkische Unternehmen zum europäischen Binnenmarkt auszuweiten. Allerdings sind die Gespräche über die Ausweitung der Zollunion wegen Sorgen der EU-Staaten über das harte Vorgehen der türkischen Regierung gegen ihre Gegner ins Stocken geraten.

Zehn Deutsche in der Türkei in Haft

Derzeit sitzen nach Angaben des Auswärtigen Amtes zehn deutsche oder deutsch-türkische Staatsbürger aus politischen Gründen in der Türkei im Gefängnis, darunter die Journalisten Deniz Yücel und Mesale Tolu sowie der Menschenrechtsaktivist Peter Steudtner. Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) sieht für ihre Freilassung momentan wenig Aussichten. "Die Chance ist nicht sehr groß, wenn man ehrlich ist", sagte er kürzlich der Bild-Zeitung. "Sie werden festgehalten, ohne dass es dafür einen Grund gibt." Er riet außerdem davon ab, derzeit Urlaub in der Türkei zu machen.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Mutmaßliches Kavanaugh-Opfer will vor US-Senat aussagen

Der Wunschkandidat von Donald Trump für den Obersten Gerichtshof der USA hat mit schweren Anschuldigungen zu kämpfen. Nun wird es in dem Fall eine mit Spannung erwartete …
Mutmaßliches Kavanaugh-Opfer will vor US-Senat aussagen

Papst-Besuch in Litauen: Gedenken an Holocaust-Opfer

Vilnius (dpa) - Papst Franziskus besucht auf seiner Baltikum-Reise am Sonntag in Litauen das ehemalige jüdische Ghetto und gedenkt der Opfer des Holocaustes.
Papst-Besuch in Litauen: Gedenken an Holocaust-Opfer

Koalitions-Streit: Seehofer will Maaßen nicht entlassen

Es steht Spitz auf Knopf für die Koalition. Gelingt den Chefs von CDU, CSU und SPD, den Streit um Verfassungsschutzchef Maaßen zu beenden?
Koalitions-Streit: Seehofer will Maaßen nicht entlassen

Labour-Parteitag in Liverpool im Zeichen des Brexit

Liverpool (dpa) - Der Brexit und Antisemitismusvorwürfe stehen von Sonntag an im Mittelpunkt des britischen Labour-Parteitages. Zu dem viertägigen Treffen in Liverpool …
Labour-Parteitag in Liverpool im Zeichen des Brexit

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.