EU-Mitgliedsstaaten stimmen zu

Deutschland darf Grenzkontrollen bis Mitte Februar verlängern

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Noch bis Mitte Februar dürfen die Grenzkontrollen weiterlaufen - so, wie hier an der A8 bei Bad Reichenhall

Brüssel - Die EU hat entschieden: Deutschland und vier weitere Staaten dürfen bis Mitte Februar Grenzkontrollen durchführen. Danach soll aber wieder das Schengen-Abkommen greifen.

Die EU hat Deutschland und weiteren Ländern die Verlängerung der wegen der Flüchtlingskrise eingeführten Grenzkontrollen bis ins kommende Jahr erlaubt. Die EU-Mitgliedstaaten stimmten am Freitag einem Vorschlag der europäischen Kommission zu, wonach die Kontrollen an den inneren Grenzen des Schengenraums bis Mitte Februar fortgeführt werden dürfen. Danach soll möglichst zur ungehinderten Reisefreiheit im Schengenraum zurückgekehrt werden.

Deutschland hatte wegen der hohen Flüchtlingszahlen im September 2015 als erstes Land Kontrollen an der Grenze Bayerns zu Österreich eingeführt. Es folgten Österreich, Dänemark, Schweden und Norwegen.

EU will dennoch bald „zu Schengen zurückkehren“

Die EU-Staaten erlaubten den fünf Staaten nun eine nochmalige Verlängerung "für einen Höchstzeitraum von drei Monaten", wie sie am Rande des Treffens der Handelsminister beschlossen. "Unser Endziel ist es, so bald wie möglich zu Schengen zurückzukehren", erklärte der slowakische Innenminister Robert Kalinak, dessen Land derzeit den EU-Vorsitz innehat. Auch wenn es noch nicht so weit sei, habe sich die Situation in der Flüchtlingskrise verbessert.

Auch deshalb würden die Kontrollen nun nur um maximal drei Monate verlängert, erklärte Kalinak. Möglich gewesen wären vorerst weitere sechs Monate. Zudem müssen die betroffenen Länder vor der Verlängerung prüfen, ob nicht "alternative Maßnahmen dieselbe Wirkung erzielen", wie der EU-Rat erklärte. Kontrollen dürfen nur "das letzte Mittel" sein.

Griechenland leistete Widerstand

Grund für diese Einschränkungen ist der Widerstand aus einer Reihe von EU-Staaten. So stimmte Griechenland nach Angaben aus EU-Kreisen gegen die Verlängerung. Ungarn, Bulgarien und Zypern enthielten sich bei der Abstimmung in Brüssel. Auch die EU-Kommission wollte die Kontrollen ursprünglich nur noch bis Mitte November erlauben, um bis Jahresende die Reisefreiheit im Schengenraum wieder herzustellen.

Keine weitere Verlängerung gewünscht

Auf Druck Deutschlands und der anderen vier Länder hatte die Kommission der nochmaligen Verlängerung im September dann doch zugestimmt und dies insbesondere mit der möglichen Weiterreise tausender "irregulärer Migranten" begründet, die sich bereits in Griechenland oder anderen EU-Ländern befinden. Innenkommissar Dimitris Avramopoulos machte dabei aber deutlich, dass eine weitere Verlängerung von Brüssel über Februar hinaus nicht gewünscht sei.

Dem Schengenraum gehören 26 Länder an, darunter auch die Nicht-EU-Staaten Norwegen, Island, Schweiz und Liechtenstein. Bürger können sich normalerweise ohne Kontrollen zwischen den Mitgliedstaaten bewegen. Auch die Wirtschaft profitiert: Güter können schneller und besser planbar zu Abnehmern gebracht werden.

AFP/dpa

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