Kaum Vertrauen in Verhandlungen

„Deutschlandtrend“: SPD auf niedrigstem Umfrage-Wert jemals

Martin Schulz
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SPD-Chef Martin Schulz: Für die Sozialdemokraten gibt es schlechte Nachrichten.

Die Bürger Deutschlands glauben einer neuen Umfrage zufolge kaum an Erfolge der SPD bei den Koalitionsverhandlungen mit der Union. Die Partei verliert immer weiter an Zustimmung.

Berlin - Die große Mehrheit der Bundesbürger traut der SPD einer Umfrage zufolge nicht zu, in den Koalitionsverhandlungen mit der Union noch stark zusätzliche eigene Akzente setzen zu können. 58 Prozent der Wahlberechtigten erwarten nur wenige Veränderungen am bereits erreichten Sondierungskompromiss, 14 Prozent sogar gar keine Veränderungen, wie aus dem jüngsten „Deutschlandtrend“ für das ARD-„Morgenmagazin“ (Freitag) hervorgeht. 

Dagegen denken 18 Prozent, dass die SPD viele ihrer Forderungen durchsetzen kann. Vier Prozent erwarten, dass alle Forderungen durchgesetzt werden. (Alles zu den Verhandlungen im Ticker)

SPD verliert, Union stagniert

Die Verhandlungen von Union und SPD sollen an diesem Freitag beginnen. Die SPD will vor allem Nachbesserungen in der Arbeitsmarkt-, Gesundheits- und Flüchtlingspolitik erreichen.

Lesen Sie auch: Heftiges Umfrage-Ergebnis: SPD will lieber Kühnert statt Schulz als Chef

Wäre am kommenden Sonntag Bundestagswahl, käme die SPD der Umfrage zufolge nur noch auf 19 Prozent. Im Vergleich zum „Deutschlandtrend“ vom 4. Januar verliert die SPD zwei Prozentpunkte und kommt somit auf den niedrigsten Wert, den Infratest dimap seit Beginn des „Deutschlandtrend“ im November 1997 gemessen hat. Die Union würde unverändert 33 Prozent erreichen, die AfD 12 Prozent (minus ein Prozentpunkt), die Grünen kämen auf 11 Prozent sowie FDP und Linke auf je zehn Prozent (je plus ein Prozentpunkt).

Mehrheit sieht Wechsel an Grünen-Spitze nüchtern

Die Mehrheit geht der Umfrage zufolge zudem davon aus, dass den Grünen der bevorstehende Wechsel an ihrer Spitze nicht viel neue Impulse für künftige Wahlen bringen wird. So sagen 67 Prozent, dass die Grünen mit einer neuen Parteispitze nicht besser aufgestellt sein werden

Nur knapp ein Viertel der Befragten (23 Prozent) sieht die Grünen dagegen mit neuen Vorsitzenden für künftige Abstimmungen besser positioniert.

Lesen Sie auch: Umfrage-Schock: SPD stürzt Richtung AfD ab

Nur Wenige erwarten neue Impulse für kommende Wahlen

Die Öko-Partei wählt auf ihrem Bundesparteitag am Samstag in Hannover ihre neuen Vorsitzenden. Im Rennen sind Robert Habeck, Anja Piel und Annalena Baerbock. Die neue Doppelspitze löst das Duo Cem Özdemir und Simone Peter ab.

Die Grünen-Anhänger sind in der Frage gespalten, was der Wechsel der Partei bringen wird. Knapp die Hälfte (44 Prozent) erwartet von der künftigen Führung laut Umfrage neue Impulse für kommende Wahlen, 52 Prozent rechnen nicht mit wesentlichen Veränderungen. Wenn am Sonntag gewählt würde, kämen die Grünen unverändert auf elf Prozent.

Der „Deutschlandtrend“ ist eine Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des ARD-„Morgenmagazins“. Befragt wurden vom 22. bis 24. Januar 1.043 Wahlberechtigte.

Scharping poltert:

dpa/Video: Glomex

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