Neues Talkformat „Diskuthek“

Moderator von Netz-Talk düpiert Kühnert und Amthor - plötzlich sahen sie alt aus

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Kevin Kühnert (l.) und Philipp Amthor waren die ersten Gäste in der „Diskuthek“ von Stern.

Der Stern bringt das neue Talkformat „Diskuthek“ auf YouTube. In der ersten Folge sprechen Kevin Kühnert und Philipp Amthor - und werden vom Moderator abgestraft.

Update 19.00 Uhr: Der Stern bezeichnet sie in dem neuen Netz-Talk als „die konservative Allzweckwaffe der Union“ und den wohl mächtigsten Juso-Chef aller Zeiten: Philipp Amthor und Kevin Kühnert diskutieren in der „Diskuthek“ über soziale Ungerechtigkeit, Wohnungsbau und Klimapolitik. Doch gleich zu Anfang halten die beiden fest: „Wir teilen manches Leid.“ Als junger Politiker werde man eher auf sein Aussehen reduziert, die Inhalte seien nebensächlich, so Amthor. Doch das scheint schon einer der wenigen Punkte zu sein, in dem die beiden übereinstimmen. In der Folge liefern sich die Politiker einen Schlagabtausch.

In der „Diskuthek“ werden drei Statements getätigt, zu denen sich Amthor und Kühnert äußern müssen. Wenn sie dafür sind, setzen sie sich auf die rechte Seite, wenn sie dagegen sind, auf die linke. Währenddessen überprüft der Faktencheck des Spiegels einzelne Aussagen der beiden und blendet kurz ein, ob sie denn stimmen.

Popcorn bitte! Auf Twitter lieferten sich Kevin Kühnert und Christian Lindner einen Schlagabtausch. Einstecken mussten letztlich beide.

Kühnert und Amthor in der „Diskuthek“: Es geht um soziale Gerechtigkeit und Mietpreise

Das erste Statement besagt, dass Privatpersonen mit Wohnungsvermietung Geld verdienen können sollen. Amthor ist dafür, Kühnert erwartungsgemäß dagegen. Erst Anfang Mai sorgte der Juso-Chef für heftige Diskussionen, als er über Wohnungs- und Konzernenteignungen gesprochen hatte. „Das ist mehr Ideensammlung aus dem Juso-Camp, nicht konkrete Politik für Deutschland“, meint Amthor daraufhin. Der Staat müsse zwar für sozialen Ausgleich sorgen, aber nicht Eigentum gefährden. Deswegen solle man „bauen statt klauen“, so der CDU-Politiker weiter. Kühnert habe jedoch nicht den richtigen Lösungsansatz: „Ich finde jetzt nicht überraschend, dass der Juso-Chef über Sozialismus redet. Ich finde das zwar Quatsch, aber diskutieren kann man ja“, so Amthor mit einem Seitenhieb gegen den 29-Jährigen.

Auch beim zweiten Statement werden sich die beiden nicht einig. Es geht darum, ob das Vermögen in Deutschland gerecht verteilt sei. Während Kühnert meint, die Verhältnisse seien nicht gerecht, ist der CDU-Politiker anderer Meinung. „Wenn du dich anstrengst, wenn du fleißig bist, dann kannst du etwas erreichen, egal woher du kommst“, so der 26-Jährige. Der Juso-Chef versteht diesen Standpunkt jedoch so gar nicht und meint, dass nicht immer alle gleichzeitig reich sein könnten. Schon im Vorfeld schoss er bei Anne Will gegen BMW, auch bei der „Diskuthek“ meint er, dass Susanne Klatten, die BMW-Erbin, in einer halben Stunde mehr verdiene, als Polizeibeamte im ganzen Jahr. Der Stern-Faktencheck segnet diese Aussage als richtig ab. 

„Diskuthek“: Moderator schießt gegen Amthor und Kühnert - „Rezo hätte nicht so gesprochen“

Danach diskutieren die beiden Politiker lange und anspruchsvoll über die Soziale Marktwirtschaft. Der Moderator muss eingreifen und meint: „Ich muss jetzt ganz kurz daran erinnern, dass wir hier auf YouTube sind und ein junges Publikum haben. Rezo hätte nicht so gesprochen. Man versteht euch einfach nicht.“ Etwas verlegen versuchen die beiden, ihre Standpunkte erneut zu erklären.

Nur beim dritten Statement sind die beiden gleicher Meinung. Sowohl Philipp Amthor als auch Kühnert finden, dass wirtschaftliche Überlegungen beim Klimaschutz keine Rolle spielen dürften. Der Juso-Chef betont jedoch, dass man nicht außer Acht lassen sollte, wer eigentlich die Kosten für eine neue Klimapolitik tragen müsse. „Ich habe mich schon gewundert, dass die CDU die einzige Partei war, die bei der Diskussion der Energiewende an die kleinen und mittleren Einkommen gedacht hat“, stichelt Amthor daraufhin. Der 29-Jährige reagiert darauf nicht wirklich und meint nur, man müsse jetzt handeln und nicht warten, bis jeder mit einem Kompromiss einverstanden sei.

Anschließend möchte der Moderator wissen, ob Kühnert denn an die SPD-Spitze kommen möchte. Immerhin bot ihm erst vor Kurzem eine Parteigröße ein gemischtes Doppel an. Der Juso-Chef weicht - wie so oft in der „Diskuthek“ - aus und meint schlicht, nur weil er jung sei, könne er die Leute nicht automatisch besser verstehen. Er sei zwar erst 29 Jahre alt, aber „auch nicht der Repräsentant von 18-Jährigen“.

Hier können Sie sich den Diskuthek-Talk mit Amthor und Kühnert anschauen

Amthor und Kühnert in der „Diskuthek“´: So reagiert das Netz

Währenddessen gibt es von den Usern grundsätzlich positive Rückmeldung. Das Format sei interessant und endlich einmal etwas Neues. Doch einer findet, dass der Stern nicht alles tue, um die jungen Leute zu erreichen. Die Texte seien zu bieder und auf gar keinen Fall Jugendslang.

Auch dass die Diskussion nicht wirklich live war, sorgt bei einem Nutzer für Missmut. 

„Diskuthek“ mit Kühnert und Amthor: Schlagabtausch in neuem Netz-Talk – darum geht's

Unser Ursprungsartikel vom 27. Juni, 10.25 Uhr: München - Kevin Kühnert, Vorsitzender der Jusos, und Philipp Amthor, Bundestagsabgeordneter der CDU, sind die Shooting-Stars ihrer politischen Lager. Nun werden sich beide auf YouTube batteln. Der Stern wird ein neues Diskussionsfomat starten, bei dem Kühnert und Amthor in der ersten Ausgabe zu Gast sein werden.

In der „Diskuthek“ - so der Name des Videoformats - werden die beiden Politiker miteinander diskutieren. Bei der Premiere, die am heutigen Donnerstag, 27. Juni, auf dem Portal YouTube veröffentlicht wird, geht es unter anderem um die Krise der Volksparteien, die Krise auf dem Wohnungsmarkt, die „Luxus-Grün-Mentalität“. Auch über den YouTuber Rezo werden die beiden Politiker mit Moderator Aimen Abdulaziz-Said sprechen. Rezo hatte vor einigen Wochen mit dem Video „Zerstörung der CDU“ auf sich aufmerksam gemacht. Die CDU wollte damals mit einem eigenen Video reagieren. Dazu drehte man einen Clip mit Amthor, den die Partei letztlich aber nicht veröffentlichte. Nähere Informationen gab Amthor bekannt, als er kurz darauf bei Markus Lanz in der Sendung zu Gast war. Auch Rezo nutzte danach die große Bühne und war zu Gast in der Show „Neo Magazine Royale“ von Jan Böhmermann.

Kühnert und Amthor ungewohnt nah in der „Diskuthek“

Wie der Stern bekannt gegeben hat, soll jede Woche ein neues Video veröffentlicht werden. Dabei soll es unter anderem um die Themen Polizeigewalt, Schönheitsoperationen und die Legalisierung von Cannabis gehen. 

Die Videos werden in einem frisch eingerichteten Studio gedreht. Das bereits veröffentlichte Teaser-Video zeigt, dass dieses karg eingerichtet ist. Die beiden Gäste sitzen sich auf Hockern gegenüber, in der Mitte der Moderator. Das Licht ist dunkel. Aus Kühnerts Ecke ist ein roter Schimmer erkennbar, aus Amthors Ecke leuchtet ein leicht türkises Licht. Neben den beiden Politikern ist jeweils ein weiterer leerer Hocker zu sehen. Das Vorschau-Video gibt bereits Einblicke, was passieren wird. Die Gäste werden sich nicht nur frontal gegenübersitzen, sondern offenbar auch direkt nebeneinander Platz nehmen.

Kühnert und Amthor in der „Diskuthek“: Stern will YouTube-Generation ansprechen

In der Ankündigung von Gruner und Jahr heißt es, dass nicht nur der im Teaser zu sehende Aimen Abdulaziz-Said die Sendung moderieren wird. Auch Melanie Stein soll als Moderatorin fungieren.

„Diskuthe“k ist neu, spricht die Sprache der YouTube-Generation und bringt die Themen, die sie bewegt. Und zwar dort, wo sie sich informiert, im Netz“, sagt Isa von Heyl. Sie ist Head of Video & Audio beim Stern. Und weiter: „Mit ‚Diskuthek‘ bietet der Stern den Usern ein neuartiges Angebot, das guten Journalismus mit innovativen Video-Elementen vereint.“

Das Format wird übrigens nicht nur aus dem Schlagabtausch zweier Diskussionsteilnehmer bestehen. Demnächst solle es auch Live-Videos mit Experten geben, in denen die Community einbezogen werden wird.

Amthors aktuelle Präsenz in den Medien hatte kürzlich auch Katja Krasavice auf den Plan gerufen. Die YouTuberin machte dem 26-Jährigen ein besonderes Angebot.

Markus Lanz hatte die beiden Grünen-Vorsitzenden Baerbock und Habeck zu Gast. Es wurde ein recht unharmonisches Gespräch. Er pflaumte sie sogar an: „Ich mag diesen Unterton nicht!“

dg

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