Trump hat US-Wahl 2020 verloren

Sorge vor Ausschreitungen: Trump-Sohn hetzt auf Twitter nach Wahlsieg Bidens - „... nicht eine Stadt niedergebrannt“

Bisher blieb die Lage auf Amerikas Straßen nach der Verkündung von Joe Biden Wahlsieg friedlich. Ein Tweet von Präsidentensohn Donald Trump Jr. könnte diesen Frieden trüben.

  • Auch wenn es Demonstrationen auf Straße von Republikaner gab, blieb nach der Verkündung vom Sieg von Joe Biden alles friedlich.
  • Zuvor war die Angst bei Politkern und Experten jedoch vor gewalttätigen Ausschreitungen groß.
  • Donald Trump Jr. machte sich auf Twitter nun darüber lustig.

Update vom 8. November, 22.44 Uhr: Der Russland-Tweet war nicht der einzige neue Tweet mit Hetze und Forderung. „Gebt alles frei!“, schreibt Donald Trump Jr. in Versalien. Anscheinend will er so die Leute dazu bringen, mögliche Betrugsfälle im Zusammenhang mit der US-Wahl 2020 zu veröffentlichen. „Wir können die schlechten Schauspieler damit nicht durchkommen lassen!“, setzt er als Begründung weiter an. Der Sohn scheint nun die Arbeit des Vaters weiterführen zu wollen.

US-Wahl 2020: Donald Trump Jr. führt Twitter-Hetze fort

Update vom 8. November, 17.15 Uhr: Nach der Hetze auf Twitter von Donald Trump Jr. über die friedlichen Demonstrationen, geht es weiter. Donald Trump Jr. retweetet nicht nur Unterstützer seines Vaters, die ebenfalls von einem Wahlbetrug ausgehen, sondern zieht auch einen gehässigen Wahlmanipulations-Vergleich zu Russland. „Wir sind aber ganz schön schnell von vier Jahre lang: ,Russland manipulierte die Wahl‘ zu: ,Wahlen können nicht manipuliert werden‘ übergegangen, oder etwa nicht?“

Dass es hierbei um zwei unterschiedliche Arten von Manipulation geht, spricht er allerdings nicht an. Manipulation scheint für ihn gleich Manipulation zu sein.

Sorge vor Ausschreitungen: Trump-Sohn hetzt nach Wahlsieg Bidens auf Twitter - „... nicht eine Stadt niedergebrannt“

Erstmeldung vom 8. November:

München - Es sind Bilder mit Symbolkraft. Als nach Tagen des Wartens und der Ungewissheit am Samstag endlich feststand, dass Joe Biden die US-Wahl 2020 gegen Donald Trump gewonnen hatte, strömten anschließend Tausende Menschen auf die Straßen Amerikas. Sie versammelten sich, tanzten und sangen unter anderem vor dem Trump-Gebäude in Chicago oder der St.-John’s-Kirche in Washington, wo Trump noch vor wenigen Monaten für einen Eklat sorgte. 

Die Bilder der amerikanischen Jubeltrauben gingen um die Welt und sollten signalisieren: Eine neue Ära bricht an. Auch in München ist man über Bidens Sieg erleichtert und freut sich. Allerdings kam es hier auch zu Vorkommnissen, denn Donald Trump wurde auf offener Straße „gehängt“*, wie die tz.de berichtet.

US-Wahl 2020: Sorge vor Ausschreitungen - Eskalationen der letzten Monate als mahnendes Beispiel

Durch die aufgeheizte Stimmung in dem Land und dem dramatischen Verlauf dieses Wahlkampfes war in den letzten Tagen immer wieder die Sorge vor Ausschreitungen geäußert worden. Noch immer sind einem die Bilder aus Pennsylvania in Erinnerung, als im Mai rechte Milizen in Truppentransporter durch die Straßen von Harrisburg fuhren und die Wiedereröffnung der Wirtschaft gefordert hatten. Oder als im August im Bundesstaat Wisconsin bei Protesten zwei Menschen erschossen worden. 

Erst im Oktober wurde eine rechte Verschwörergruppe überführt, die geplant hatte, Michigans Gouverneurin Gretchen Whitmer zu entführen. 

Nach Wahlsieg von Joe Biden: Donald Trump Junior veröffentlicht gefährlichen Tweet

Doch entgegen aller Befürchtungen blieb es am Wahltag und an den Tagen danach größtenteils ruhig. Zwar wurden vereinzelt bewaffnete Personen in der Nähe von Wahllokalen gesichtet, doch es kam zu keinen größeren Ausschreitungen. Angesichts der kuriosen und teils eskalierenden Tweets von Trump, der den Wahlsieg Bidens noch immer nicht zu anerkennen vermag, erscheint das um so verwunderlicher. 

Doch es bleibt abzuwarten, ob die Lage so bleibt. Noch am Samstag goss ausgerechnet der Sohn des scheidenden US-Präsidenten, Donald Trump Junior, neues Öl ins Feuer. In einem Tweet schrieb er: „70 Millionen verärgerte Republikaner und nicht eine Stadt wurde niedergebrannt.“

Der Tweet sammelte bis zum Sonntagmorgen deutscher Zeit mehr als 300.000 Likes auf Twitter.

Trump Junior spricht auf Twitter von „totalem Krieg“

Bereits am Donnerstag fiel der Präsidentensohn mit einem ungeheuerlich den Tweet auf. Darin rief er seinen Vater dazu auf, einen „totalen Krieg“ rund um die Wahl zu eröffnen. 

Die Hoffnung, dass es auch nach der Verkündung des Wahlergebnisses zu keiner Eskalation kommt, besteht dennoch. Vor allem die aktuelle Corona-Situation mit bis zu 100.000 Neuinfektionen pro Tag veranlasste viele Amerikaner dazu, bereits vor dem Wahltag abzustimmen. Das und die Tatsache, dass bei dieser Wahl die Ergebnisse über mehrere Tage verteilt bekannt gegeben wurden und es somit lange keinen Gewinner oder Verlierer zu verkünden gab, führte bis zum Samstag zu keinen größeren Menschenansammlungen

Ob die Lage so friedlich bleibt, ist unklar. Bis zum 20. Januar bleibt Trump ohnehin im Amt. Erst dann wird Biden als neuer Präsident vereidigt. Schon jetzt kursieren allerdings Gerüchte, wonach Trump bereits 2024 sein politisches Comeback anstrebt. (kus)* tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © MONEY SHARMA / AFP

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