Scheidender Präsident

Brisante Enthüllung: US-Präsident Trump wollte Militärschlag gegen den Iran

Enthüllungen zufolge soll Trump die Möglichkeit eines Militärschlags gegen den Iran erwogen haben. In den ihm verbleibenden Wochen könnte der US-Präsident noch viel Schaden anrichten.

  • Donald Trump hat sich zu den Möglichkeiten eines Militärschlags gegen den Iran erkundigt.
  • Hintergrund ist ein aktueller Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde.
  • New York Times berichtet von den brisanten Informationen.
  • Der iranische Außenminister kündigt eine mögliche Einigung mit Joe Biden an (Update vom 18. November, 12.35 Uhr).

Update vom 18. November, 12.35 Uhr: Donald Trump hatte offenbar Pläne für einen Militärschlag gegen Iran. Ziel hätten die Atomanlagen des Landes sein können. Soweit wird es wohl nicht kommen. Dennoch befeuerte das Bekanntwerden dieser Absicht eine ohnehin angespannte Lage zwischen den beiden Nationen. Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif zeigte sich jetzt aber versöhnlich - zumindest in Bezug auf Trumps Nachfolger Joe Biden. Er sieht in einem Interview mit der Regierungszeitung Iran eine realistische Chance auf eine Einigung mit dem künftigen US-Präsidenten im Streit um das iranische Atomprogramm und lobte dessen politische Erfahrung. Trumps Pläne erwähnte er indessen mit keinem Wort, ließ sich nicht reizen.

Sobald Biden entscheiden sollte, zum Wiener Atomabkommen von 2015 zurückzukehren und es umzusetzen, werde der Iran dies umgehend ebenfalls tun. „Das ist durchaus machbar und braucht weder Bedingungen noch Verhandlungen“, so der Chefdiplomat. Zuvor hatte sich bereits Irans Präsident Hassan Ruhani ähnlich geäußert.

Militärschlag nach der Wahl? US-Präsident Donald Trump wollte eine Attacke gegen den Iran

Erstmeldung vom 17. November: Washington - Donald Trump hatte offenbar Pläne für einen Militärschlag gegen den Iran. Der scheidende US-Präsident habe sich nach Informationen der New York Times zu den Möglichkeiten erkundigt, in den kommenden Wochen iranische Atomanlagen anzugreifen. Bereits zuvor waren Sorgen laut geworden, was Trump in den ihm verbleibenden Wochen im Amt plane.

Will er dem gewählten US-Präsidenten Joe Biden* und Vize-Präsidentin Kamala Harris* einen Krieg hinterlassen? Der New York Times zufolge hat Donald Trump vergangenen Donnerstag zumindest Informationen eingeholt, die so etwas andeuten könnten. Bei einem Treffen im Oval Office* mit unter anderem Vize-Präsident Mike Pence*, US-Außenminister Mike Pompeo und dem neuen Verteidigungsminister Christopher Miller - Nachfolger des entlassenen Marc Esper - habe er mit der Idee gespielt, „ob er die Möglichkeit habe, in den kommenden Wochen gegen Irans wichtigsten Atom-Standort vorzugehen“. Hintergrund ist ein aktueller Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), aus dem hervorgeht, dass der Iran im Besitz von mehr leicht angereichertem Uran ist, als laut des Internationalen Atomabkommens von 2015 erlaubt ist.

Militärschlag gegen Iran? Donald Trump erkundigte sich - Atomanlage wahrscheinlichstes Ziel

Weiter heißt es in der New York Times, dass seine Berater, unter anderem auch Generalstabschef Mark Milley, von einem solchen Vorhaben gegen den Iran abgeraten hätten und vor einer Eskalation des Konfliktes warnten. Als wahrscheinliches Ziel für einen solchen Militärschlag macht die New York Times die Atomanlage Natans aus. Dort sei 12-Mal so viel Uran gelagert als erlaubt. Donald Trump verbleibt noch bis zum 20. Januar 2021 im Amt - dann übernimmt sein Nachfolger, der Demokrat Joe Biden. Bis dahin hat Trump den Oberbefehl über das US-amerikanische Militär.

Nachdem seine wichtigsten Berater ihm von dem Schlag gegen den Iran abrieten, sei laut offizieller Stelle, so die New York Times, das Thema beendet. Jedoch: „Herr Trump könnte immer noch nach Wegen suchen, um iranische Vermögenswerte und Verbündete, einschließlich Milizen im Irak, zu schlagen, sagten Beamte. Eine kleinere Gruppe nationaler Sicherheitskräfte hatte sich am späten Mittwoch getroffen, um am Tag vor dem Treffen mit dem Präsidenten über den Iran zu diskutieren“, schreiben die Journalisten der renommierten US-amerikanischen Zeitung. Eine Anfrage der Zeitung dazu sei von offizieller Seite abgelehnt worden.

USA und der Iran: Joe Biden will zurück in Internationales Atomabkommen - Trump kann Schaden anrichten

Joe Biden hat bereits angekündigt, in den internationalen Vertrag zurückkehren zu wollen. Sollte Trump jedoch Schritte gegen den Iran unternehmen, könnten auch die Pläne des kommenden US-Präsidenten massiv erschwert werden. Es ist nur einer der Maßnahmen, die Donald Trump* aktuell umsetzten könnte. Zuvor wurde bereits bekannt, dass Trump wichtige Pentagon-Mitarbeiter entließ und gegen Loyalisten austauschte - was große Sorge im Pentagon auslöste.

Die Beziehung zwischen den USA und dem Iran gilt als angespannt. 2018 waren die Vereinigten Staaten unter Donald Trump aus dem Internationalen Atomabkommen ausgetreten. Seitdem hat die Regierung zahlreiche Sanktionen gegen den Iran verhängt. Hoch kochte der Konflikt unter anderem, als Anfang des Jahres der iranische Top-General Qasem Soleimani* bei einem US-Militäreinsatz getötet wurde. (aka mit dpa) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Evan Vucci/dpa

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