Kritiker warnen vor künftigem US-Präsidenten

Trump-Biograf: „Es wird wesentlich gefährlicher“

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Der künftige US-Präsident Donald Trump spricht am Tag vor der Amtseinführung vor dem Lincoln Memorial in Washington.

Berlin - Für den künftigen US-Präsidenten Donald Trump soll der Tag der Amtseinführung ein Festtag werden. Doch ausgerechnet heute werden auch die Stimmen seiner (deutschen) Kritiker laut. 

Update vom 20. Januar 2017: Es soll einer der größten Tage für Donald Trump werden: Seine Vereidigung zum US-Präsidenten. Wir halten Sie in unserem Live-Ticker zur Vereidigung von Donald Trump immer auf dem Laufenden.

SPD-Generalsekretärin Katarina Barley bezeichnete die Unberechenbarkeit Trumps als hochproblematisch. „Das ist das Letzte, was man braucht an der Spitze eines so mächtigen Landes“, sagte Barley der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Freitag). Wenn der neue Präsident sein provokantes Auftreten nicht schnellstmöglich ändere, seien Konflikte programmiert.

Wie sehr der Republikaner mit seinem Amt fremdele, habe zuletzt seine beleidigte und abschätzige Reaktion auf die Schauspielerin Meryl Streep gezeigt, die ihn kritisiert hatte. „Das ist nicht das Niveau eines amerikanischen Präsidenten“, meinte Barley. „Man muss nachdenken, bevor man twittert. Es macht nicht den Eindruck, als ob Trump dies immer tut“, fügte sie hinzu.

Trump-Biograf: „Keinen Schimmer von Außenpolitik“

Besorgt über die künftige politische Entwicklung der USA und der Welt zeigte sich auch Trumps Biograf David Cay Johnston („Die Akte Trump“). „Es wird wesentlich gefährlicher“, sagte er der „Passauer Neuen Presse“ (Freitag). Trump habe „keinen Schimmer von Außenpolitik“, meinte Johnston, der dem neuen US-Präsidenten auch diktatorische Züge unterstellte. „Trump wird große Fehler begehen, die sehr ernste Konsequenzen haben können.“

Der CDU-Europaabgeordnete David McAllister stimmte die europäischen Nato-Staaten auf steigende Verteidigungslasten unter Trump ein. „Wir Europäer werden die Aufforderung erhalten, mehr für unsere Sicherheit und Verteidigung zu tun“, sagte McAllister der „Berliner Zeitung“ (Freitag).

Linken-Politiker Bartsch: Entsetzt über viele Äußerungen Trumps

Der Spitzenkandidat der Linkspartei, Dietmar Bartsch, zeigte sich besorgt. „Über viele Äußerungen Trumps bin ich entsetzt. Mit Sexisten und Rassisten möchte ich nichts zu tun haben“, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Ich habe große Sorge, dass sich Amerika und die Welt grundlegend verändern - und zwar nicht zum Guten.“

Der Russlandbeauftragte der Bundesregierung, Gernot Erler (SPD), warnte davor, dass es unter Trump zu einem fragwürdigen Deal der USA mit Russland kommen könnte. In einem Interview der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Freitag) sagte Erler, es sei sehr problematisch, einen Zusammenhang herzustellen zwischen den Sanktionen gegen Russland und weiterer atomarer Abrüstung. „Das ist eine höchst fragwürdige Übertragung von Geschäftsprinzipien auf die Politik.“

Guttenberg: Klare Antworten auf Trumps „krude Vorstellungen“

Der frühere Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg forderte die Bundesregierung dazu auf, auf Trumps „krude Vorstellungen“ klar, konstruktiv und gegebenenfalls hart zu antworten. „Dies mag nun der Moment sein, um auch in unserem Land aus der rührend gepflegten „Kultur der Zurückhaltung“ endlich eine „Kultur der Verantwortung“ erwachsen zu lassen“, schrieb Guttenberg in einem Beitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung (Freitag). „Wir sollten uns darauf einrichten, hierfür mehr zu leisten.“

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