„Brauchen mehr Frauenpower“

Drastischer Schritt: Merkels Beauftragte will nicht mehr mit reinen Männer-Runden sprechen

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Merkel trifft Verbände und Gruppen der Flüchtlingshilfe

Sinnvoller Vorstoß - oder völlig übertrieben? Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung will künftig nur noch mit Verbänden sprechen, wenn diese eine Frau mit an den Tisch setzen.

Berlin - Wenn Frauenpolitik und kulturelle Unterschiede einander treffen: Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz (CDU), will mit Verbänden und Organisationen künftig nur noch dann Gespräche führen, wenn diese dabei auch von mindestens einer Frau vertreten werden. 

Treffen nur mit männlichen Vertretern, beispielsweise von Migrantenverbänden, wird es nicht mehr geben, wie sie der Bild-Zeitung sagte. „Wir brauchen mehr Frauenpower“, betonte Widmann-Mauz. Die 52-Jährige ist auch Vorsitzende der Frauen-Union.

Zustimmung für Widmann-Mauz‘ Vorstoß - aber auch in deutschen Institutionen sind Frauen-Quoten umstritten

Erste Zustimmung erhielt Widmann-Mauz von der deutsch-jesidischen Journalistin Düzen Tekkal. „Finde ich super! Ich weiß aus Erfahrung- Die orientalisch patriarchalisch Strukturen in den muslimischen als auch den jesidischen Verbänden sind immer noch da“, schrieb sie am Donnerstagmorgen in einem Tweet, den auch CDU-Vize Julia Klöckner teilte.

Tatsächlich könnte der Schritt als Maßnahme gegen patriarchalische Strukturen in migrantischen Communities gesehen werden. Allerdings sind Frauen-Quoten auch in deutschen Unternehmen und Institutionen stets umstritten. 

„Dann nehme ich an, dass sie sich mit der Spitze des Innenministeriums auch nicht mehr trifft“

So kassierte Horst Seehofers Innenministerium nach der Vorstellung der Staatssekretärs-Riege Anfang 2018 einen kleinen Shitstorm. Auf einem Foto der Innenministerkonferenz aus dem August wurde ebenfalls einen Frauenmangel optisch klar ersichtlich. Und auch im bayerischen Landtag sank der Frauen-Anteil nach der Wahl deutlich, wie Merkur.de* berichtete.

Kritik an „Doppelstandards“ übte vor diesem Hintergrund auf Twitter auch die RBB- und taz-Journalistin Heide Oestreich.

Alle Neuigkeiten zum Rennen um die Nachfolge von Angela Merkel an der CDU-Spitze finden Sie in unserem News-Ticker.

dpa/fn

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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