Tränengas und Wasserwerfer

Blutige Proteste gegen die Regierung in Venezuela

Ein Demonstrant flieht vor Schüssen. Foto: Fernando Llano
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Ein Demonstrant flieht vor Schüssen. Foto: Fernando Llano
Feuerwerkskörper explodieren in der Nähe einer Gruppe von Sicherheitskräften. Foto: Fernando Llano
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Feuerwerkskörper explodieren in der Nähe einer Gruppe von Sicherheitskräften. Foto: Fernando Llano
Brennendes Motorrad: Präsident Maduro spricht von einer Verschwörung der Opposition. Foto: Fernando Llanos
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Brennendes Motorrad: Präsident Maduro spricht von einer Verschwörung der Opposition. Foto: Fernando Llanos
Ein Demonstrant spielt Geige. Foto: Ariana Cubillos
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Ein Demonstrant spielt Geige. Foto: Ariana Cubillos
Seit zwei Monaten gehen in Venezuela fast täglich Demonstranten gegen Präsident Maduro auf die Straße. Foto: Fernando Llano
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Seit zwei Monaten gehen in Venezuela fast täglich Demonstranten gegen Präsident Maduro auf die Straße. Foto: Fernando Llano

Wasserwerfer, Tränengas, scharfe Munition: Der Machtkampf zwischen Regierung und Opposition wird mit aller Härte auf der Straße ausgetragen. Auch wirtschaftlich gerät das südamerikanische Land immer stärker in Bedrängnis.

Caracas (dpa) - Bei heftigen Straßenschlachten zwischen der Polizei und Demonstranten sind in der venezolanischen Hauptstadt Caracas Dutzende Menschen verletzt worden.

Nach Angaben der Opposition feuerten die Sicherheitskräfte und bewaffnete Regierungsanhänger am Mittwoch auch mit Stahlkugeln und Schrauben gefüllten Kartuschen auf die Demonstranten. Die Regierungsgegner hatten auf einer Stadtautobahn gegen die sozialistische Regierung von Präsident Nicolás Maduro protestiert.

"Die Unterdrückung durch die Sicherheitskräfte hat heute zu Dutzenden Verletzten geführt. Sie haben uns mit Tränengaskartuschen, Gummigeschossen, Stahlkugeln und Schrauben verletzt. Wir haben sogar scharfe Munition gefunden", sagte der oppositionelle Abgeordnete Miguel Pizarra. Die Rettungskräfte zählten mindestens 100 Verletzte.

Der Generalsekretär der oppositionellen Partei Primero Justicia, Tomás Guanipa, veröffentlichte auf Twitter Fotos von Stahlschrauben, die die Polizei auf Demonstranten gefeuert habe. Oppositionsführer Henrique Capriles zeigte ein Video von einem blutverschmierten Mann, der von einer Tränengaskartusche im Gesicht getroffen worden sein soll.

Seit zwei Monaten gehen in Venezuela fast täglich Demonstranten gegen Präsident Maduro auf die Straße. Sie werfen der Regierung Menschenrechtsverletzungen vor und fordern Neuwahlen. Maduro hingegen spricht von einer Verschwörung der Opposition und des Auslands. Bislang kamen bei den Protesten 60 Menschen ums Leben, mehr als 1000 wurden verletzt.

"Trotz dieses massiven und selektiven Terrorismus machen wir auf demokratische und pazifistische Weise weiter, bis die verfassungsmäßige Ordnung wieder hergestellt ist", sagte der frühere Parlamentspräsident Henry Ramos Allup bei der Kundgebung.

Die Außenminister der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) gingen bei ihrer Krisensitzung zu Venezuela am Mittwoch in Washington ohne Ergebnis auseinander, weil sie sich nicht auf eine gemeinsame Abschlusserklärung einigen konnten.

"Wir müssen festhalten, dass es in Venezuela einen Bruch mit der demokratischen Ordnung gibt", sagte der mexikanische Außenminister Luis Videgaray. Venezuelas Verbündete stemmten sich gegen eine gemeinsame Erklärung. "Einige Länder wollten eine Resolution verabschieden, die die Souveränität verletzt, die auf Intervention setzt. Das hat nicht geklappt", sagte Boliviens Außenminister Fernando Huanacuni.

Venezuela leidet unter einer schweren politischen und wirtschaftlichen Krise. Regierung und Opposition stehen sich unversöhnlich gegenüber, mehrere Dialogversuche scheiterten bereits.

Wegen des niedrigen Ölpreises und jahrelanger Misswirtschaft verfügt Venezuela zudem kaum noch über Devisen, um Lebensmittel, Medikamente und Dinge des täglichen Bedarfs einzuführen. Die Inflationsrate lag zuletzt Schätzungen zufolge bei 800 Prozent.

Die Zentralbank wertete am Mittwoch die Landeswährung Bolívar um 64 Prozent ab. Das dürfte die Inflation weiter befeuern. Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet für das laufende Jahr eine Teuerungsrate von mehr als 1600 Prozent.

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