Schockierend, schrecklich, erschütternd

Reaktionen auf Todesfahrt: „Wir sind in einem Kriegszustand“

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Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Klaus Bouillon (CDU).

Berlin - Schockierend, schrecklich, erschütternd - so lauten erste Reaktionen im In- und Ausland auf den tödlichen Vorfall an der Gedächtniskirche in der Hauptstadt. Manche sind überzeugt: Das war ein Anschlag.

Update vom 21. Dezember 2016: Die Ereignisse vom Mittwoch lesen Sie im aktuellen News-Ticker zum Anschlag auf dem Weihnachtsmarkt in Berlin.

Auf den möglichen Anschlag mit einem Lastwagen auf einen Weihnachtsmarkt im Herzen Berlins (alle Infos hier im News-Blog!) haben Spitzenpolitiker in Deutschland und Europa mit Entsetzen reagiert. Frankreichs Premierminister Bernard Cazeneuve erklärte auf seinem Twitteraccount auf Deutsch: „Ganz Frankreich steht an Deutschlands Seite.“ Frankreich wurde von mehreren Terroranschlägen erschüttert. Auch zu der Tat in der deutschen Hauptstadt bekannte sich der Islamische Staat am Dienstagabend. Einige Politiker gingen bereits vorher von einem Anschlag in Berlin aus.

Bundeskanzlerin Angela Merkel äußert sich zu dem Anschlag in Berlin

Am Dienstagvormittag erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel: „Wir müssen nach jetzigem Stand von einem terroristischen Anschlag ausgehen.“ Weiter sagte sie: „Es wäre besonders schwer zu ertragen, „wenn sich bestätigen würde, dass ein Mensch diese Tat begangen hat, der in Deutschland um Schutz und Asyl gebeten hat“. 

Bundespräsident Joachim Gauck hat sich "bestürzt" über den tödlichen Vorfall auf dem Weihnachtsmarkt in Berlin geäußert. "Das ist ein schlimmer Abend für Berlin und unser Land", erklärte Gauck am Montagabend in Berlin. "Auch wenn wir noch nicht viel über die Hintergründe des schrecklichen Geschehens auf dem Berliner Weihnachtsmarkt wissen: Ich bin in Gedanken bei den Opfern, bei ihren Angehörigen, bei allen Menschen, die um Familienangehörige oder Freunde fürchten."

Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Klaus Bouillon (CDU), hat nach der Gewalttat in Berlin von „Kriegszustand“ gesprochen. Der saarländische Ressortchef sagte am Dienstag im Saarländischen Rundfunk: „Wir müssen konstatieren: Wir sind in einem Kriegszustand, obwohl das einige Leute, die immer nur das Gute sehen, nicht sehen möchten.“ Es seien Nachahmungstaten zu befürchten. Bouillon kündigte weiter verschärfte Sicherheitsmaßnahmen an: „Wir werden, wo wir es für erforderlich halten, auch mit schwerem Gerät antreten. Das heißt Langwaffen, Kurzwaffen, Maschinenpistolen.“ Die Zufahrten zu Veranstaltungen müssten in den Sicherheitskonzepten berücksichtigt werden.

Berlins Bürgermeister zeigt sich schockiert

Berlins Regierungschef Michael Müller (SPD) hat sich nach dem Anschlag tief schockiert gezeigt. „Es ist mal wieder ein Anschlag auf unser aller Freiheit, unser Leben - und es hätte tatsächlich auch jeden treffen können“, sagte er am Dienstag. Am Abend werde wie bei anderen Anschlägen zuvor am Brandenburger Tor gedacht. „Dieses Mal wird das Brandenburger Tor in unseren eigenen Farben angestrahlt werden.“

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (Köln) hat seine tiefe Bestürzung ausgedrückt. „Der ZMD wird sich mit all seinen zur Verfügung stehenden Mitteln dafür einsetzen, dass die böse Saat, Panik, Hass und Zwietracht zwischen den gesellschaftlichen Gruppen und Religionen zu stiften, niemals aufgeht“, sagte der Verbandsvorsitzende Aiman Mazyek am Dienstag in Berlin. Die Tat erinnere an die Attentate von Brüssel, Paris und Istanbul, „was uns Muslime zutiefst betroffen macht“, fügte er hinzu. Den Täter müsse „die volle Härte unserer Gesetze treffen“.

AfD-Vorsitzende Frauke Petry reagiert auf Anschlag in Berlin

Die AfD-Vorsitzende Frauke Petry gibt der Bundesregierung indirekt Mitverantwortung für den Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt. „Das Milieu, in dem solche Taten gedeihen können, ist in den vergangenen anderthalb Jahren fahrlässig und systematisch importiert worden“, erklärte die Parteichefin am Dienstag. 

Die AfD lege gerade an so einem traurigen Tag keinen Wert darauf, „Recht zu behalten“. Ihre Partei fordere aber, „dass unsere so unverantwortlich offengehaltenen Grenzen endlich wieder kontrolliert werden“. Petry sagte: „Deutschland ist nicht mehr sicher.“ Es wäre eigentlich die Pflicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), den Bürgern dies mitzuteilen. Der Landesvorsitzende der AfD Nordrhein-Westfalen sorgt mit seiner Äußerung auf Twitter jedoch für Empörung

Anschlag in Berlin: Reaktionen aus den USA

Noch-US-Präsident Barack Obama sicherte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Unterstützung der Vereinigten Staaten bei der Aufklärung der Hintergründe zu. Dies teilte Regierungssprecher Steffen Seibert nach einem Telefonat der beiden Politiker am Dienstagmorgen mit. Obama drückte demnach seine tiefe Anteilnahme aus und bat die Kanzlerin, den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl zu übermitteln. Den Verwundeten wünschte er rasche Genesung.

Der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats, Ned Price, sagte am Montag in Washington, die USA verurteilten "auf das Schärfste, was ein Terroranschlag auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin gewesen zu sein scheint, bei dem Dutzende getötet und verletzt wurden".

Price fügte hinzu: "Deutschland ist einer unserer engsten Partner und stärksten Verbündeten, und wir stehen zusammen mit Berlin im Kampf gegen all jene, die es auf unseren Lebensstil abgesehen haben und die unsere Gesellschaften bedrohen". Die Vereinigten Staaten seien in Kontakt mit deutschen Stellen und böten nach diesem "fürchterlichen Ereignis" ihre Unterstützung an.

Der designierte US-Präsident Donald Trump hat den tödlichen Zwischenfall mit einem Lastwagen auf einem Berliner Weihnachtsmarkt als einen „schrecklichen Terrorangriff“ bezeichnet. „Unschuldige Zivilisten wurden auf der Straße ermordet, als sie sich gerade anschickten, die Weihnachtsferien zu feiern“, erklärte Trump am Montag (Ortszeit) in einer Mitteilung.

„Regelmäßig schlachten der Islamische Staat und andere islamistische Terroristen Christen in ihren Gemeinden ab“, erklärte Trump weiter. Diese Terroristen, ihre regionalen und weltweiten Netzwerke müssten vom Erdboden getilgt werden: „Ein Auftrag, den wir gemeinsam mit allen freiheitsliebenden Partnern durchführen werden.“

Pakistanz Präsident verurteilt Weihnachtsmann-Anschlag

Der pakistanische Ministerpräsident Nawaz Sharif hat den mutmaßlichen Anschlag in Berlin scharf verurteilt. In einer am Nachmittag (Ortszeit) veröffentlichten Stellungnahme hieß es, Pakistan teile die Trauer der Deutschen. Der Terrorismus sei ein gemeinsamer Feind, und die Welt müsse mit vereinten Kräften gegen ihn antreten. Pakistan habe selber durch den Terror viele Verluste erlitten und werde weiterhin alles daran setzen, ihn auszurotten.

Nachfolgend ein Überblick über Stellungnahmen überwiegend auf dem Kurznachrichtendienst Twitter:

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach Angaben ihres Sprechers Steffen Seibert: „Wir trauern um die Toten und hoffen, dass den vielen Verletzten geholfen werden kann.“

Frankreichs Präsident François Hollande in Paris: „Die Franzosen teilen die Trauer der Deutschen angesichts dieser Tragödie, die ganz Europa trifft.“

Italiens Ministerpräsident Paolo Gentiloni auf Twitter: „Schmerz wegen des Weihnachts-Massakers in #Berlin, Solidarität mit Angela Merkel und der deutschen Bevölkerung.“

EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker in Brüssel: „Meine Gedanken und die der gesamten Europäischen Kommission sind bei den Familien und Angehörigen all jener, die in Berlin getötet und verletzt wurden. Diese Nachricht erschüttert uns umso mehr, weil sie dort zusammengekommen waren, um die Vorweihnachtszeit zu feiern, die viele mit Besinnlichkeit und Frieden verbinden.“

Die EU-Außenbeauftragte Frederica Mogherini auf Twitter: „Erschütternde Nachrichten aus #Berlin. Europa einmal mehr getroffen.“

EU-Ratspräsident Donald Tusk auf Twitter: „Tief ergriffen von den Neuigkeiten von Weihnachtsmarkt #Breitscheidplatz. Meine Gedanken sind mit den Opfern. Europa ist bereit zu helfen.“

Auch die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bekundet auf Twitter ihr Beileid: „Unfassbar. Unsere Gedanken sind bei den Opfern, Verletzten und ihren Angehörigen. #Breitscheidplatz #Berlin“ Viele weitere Sportler drücken den Angehörigen und Opfern von Berlin ihr Mitgefühl aus.

Trauer, Entsetzen, Schock: Die Reaktionen auf den Anschlag in Berlin

SPD-Chef und Vizekanzler Sigmar Gabriel twitterte: „Wir trauern. Unsere Gedanken sind bei den Opfern in Berlin und ihren Angehörigen.“

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) auf Twitter: „Mein tief empfundenes Mitgefühl ist mit Familien und Angehörigen der Opfer.“

Der Bürgermeister von Nizza, Philippe Pradal, vergleicht die Berliner Tat mit der von Nizza: „Gleiche Vorgehensweise. Gleiche blinde Gewalt. Gleicher Hass auf glückliche Menschen“, twitterte er in der Nacht zum Dienstag. 
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Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) auf Twitter: „Tief erschüttert von den schrecklichen Ereignissen in Berlin. In Gebet und Gedanken bei den Toten, Verletzten, Familien.“

Spaniens Ministerpräsident Rajoy meldet sich aus New York: „Aus New York sende ich dem deutschen Volk meine Solidarität und mein Beileid für die Opfer des Anschlags in Berlin. Europa, eine vereinte Front gegen den Terror.“

Anschlag in Berlin: „Die Tat trifft nicht nur Berlin mitten ins Herz, sie trifft uns alle“

Bundesjustizminister Heiko Maas hat den Angehörigen der Opfer des mutmaßlichen Anschlags in Berlin sein Beileid ausgesprochen. „Die Tat trifft nicht nur Berlin mitten ins Herz, sie trifft uns alle“, teilte der SPD-Politiker am Dienstag mit. „Unser Mitgefühl ist bei den Angehörigen und Freunden der Opfer. Wir hoffen, dass den Verletzten so gut wie möglich geholfen werden kann.“ Es müsse alles getan werden, um diese abscheuliche Tat sorgfältig und vollständig aufzuklären. „Wir stehen über den Generalbundesanwalt im permanent Austausch mit den Sicherheitsbehörden.“

Saarlands Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) auf Twitter: „Gerade jetzt gelten die Gedanken zuerst den Toten, Verletzten, Angehörigen und den Helfern. Dann Sachaufklärung und Schlussfolgerungen.“

SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann twitterte: „Bin entsetzt und schockiert. Meine Gedanken sind bei den Toten und ihren Angehörigen. Das ist ein grauenhafter Anschlag.“

Der SPD-Politiker Martin Schulz auf Twitter: „Schreckliche Nachrichten aus #Berlin. Gedanken bei Familien&Freunden der Opfer,wünsche Verletzten zügige Genesung, Einsatzkräften viel Kraft.“

So reagieren nationale und internationale Politiker auf den Anschlag in Berlin

CDU-Generalsekretär Peter Tauber: „Wir trauern. Unsere Gedanken sind bei den Opfern und ihren Angehörigen.“

Der CSU-Innenexperte Stephan Mayer (CSU) in der „Bild“-Zeitung: „Jetzt müssen die Sicherheitskonzepte aller Weihnachtsmärkte in Deutschland überprüft werden - bis hin zu der Frage, ob sie überhaupt noch weiter stattfinden können.“

Die CSU twitterte: „Wir trauern um die Todesopfer von #Berlin. Unsere Gedanken sind bei den Verletzten und den Angehörigen der Opfer!“

CDU-Vize Julia Klöckner sagte der „Bild“: „Terroristen sind feige. Unbeschützte, friedliche Menschenmengen anzugreifen, ist barbarisch. Weihnachtsmärkte zu schließen, wäre falsch, aber sie müssen wohl stärker geschützt werden.“

Die Linke-Vorsitzenden Katja Kipping und Bernd Riexinger: „Das ist eine furchtbare Tragödie. Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen und Freunden der Opfer. Es gilt jetzt, Ruhe zu bewahren und die Ermittlungen abzuwarten.“

Der Bundesvorsitzende der Grünen, Cem Özdemir schreibt auf Twitter: „Schreckliche Nachrichten hier in #Berlin. Wir trauen um die Opfer, sind bei den Angehörigen. Lasst uns zusammenhalten. #Breitscheidplatz“

Anschlag in Berlin: Mitgefühl von skandinavischen Regierungen

Finnlands Regierungschef Juha Sipilä auf Twitter: „Ein Abend der absolut schockierenden Nachrichten und sinnlosen Gewalt. Meine Gedanken sind in #Berlin bei allen Berlinern und unseren deutschen Freunden.“

Schwedens Regierungschef Stefan Löfven hat den Opfern des mutmaßlichen Anschlags in Berlin und deren Familien sein Mitgefühl ausgesprochen. Seit Montag müssten dem Jahr 2016 „noch zwei abscheuliche Taten“ hinzugefügt werden, sagte der Sozialdemokrat laut einer Mitteilung vom Dienstag in Stockholm. 

Der Angriff auf den Weihnachtsmarkt und der Mord an Russlands Botschafter in der Türkei seien Angriffe auf Unschuldige mitten in den Weihnachtsvorbereitungen und auf die Möglichkeit von Diplomaten, ihre Länder sicher zu vertreten.

Russland bezeichnet Täter von Berlin als Verbrecher

Russlands Präsident Wladimir Putin hat den mutmaßlichen Terroranschlag mit einem Lkw auf einem Berliner Weihnachtsmarkt als Verbrechen bezeichnet und ist „schockiert“. Die Tat gegen friedliche Bürger sei grausam und zynisch, schrieb Putin in einem Telegramm an Bundespräsident Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Angela Merkel. 

Das russische Staatsoberhaupt sprach den Angehörigen der mindestens zwölf Todesopfer sein Beileid aus, wie der Kreml am Dienstag in Moskau mitteilte. Den Verletzten wünsche Putin eine schnelle Genesung.

dpa/AFP/mt/kah

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