Nach umstrittenen ORF-Interview

Flüchtlinge kasernieren? FPÖ-Chef Strache rudert zurück

+
FPÖ-Chef und Vizekanzler Heinz Christian Strache (r.) gemeinsam mit Kanzler Sebastian Kurz bei einer Pressekonferenz am Freitag.

Österreichs Vizekanzler Heinz-Christian Strache von der rechtspopulistischen FPÖ hat umstrittene Aussagen zur Verschärfung bei der Unterbringung von Asylbewerbern relativiert.

Wien - Quartiere für Flüchtlinge in leerstehenden Kasernen seien derzeit kein Thema, sagte der FPÖ-Chef Strache am Freitag nach der Regierungsklausur im steirischen Schloss Seggau. „Es sind keine Massenquartiere geplant“, so der 48-Jährige. Auch Verteidigungsminister Mario Kunasek (FPÖ) sagte: „Es ist in meinem Ressort im Moment kein Thema.“

Die neue Regierung aus Konservativen und Rechtspopulisten verfolgt laut Strache vielmehr das Ziel, illegale Migration zur Gänze zu stoppen.

Strache bringt Ausgangssperre ins Spiel

Strache hatte Donnerstagabend in einem Interview mit dem ORF davon gesprochen, Flüchtlinge theoretisch in Kasernen unterzubringen. Auch eine Ausgangssperre für Flüchtlinge am Abend und nachts hielt er für denkbar - ohne Details zu nennen. „Es braucht Ordnung, so lange es ein offenes Asylverfahren gibt“, sagte Strache.

Die Stadt Wien kritisierte den Vorschlag Straches. Asylbewerber seien Menschen, keine Gefangenen, sagte die sozialdemokratische Sozialstadträtin Sandra Frauenberger. Zudem würden größere Quartiere auch höhere Kosten verursachen. Integrationsstadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ) sprach von einem „erschreckendes Menschenbild“.

Lesen Sie auch: Reaktionen auf neue Regierung in Österreich: AfD-Politiker Gauland gratuliert, Merkel wartet ab.

dpa

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Deutsches Todesopfer half jahrzehntelang in Afghanistan

Es war ein endloser Alptraum. 17 Stunden lang griffen Taliban in Afghanistan ein großes Hotel an. Unter den Opfern ist auch eine Deutsche.
Deutsches Todesopfer half jahrzehntelang in Afghanistan

Deutsches Todesopfer bei Anschlag in Kabul: Neue Details bekannt

Bei dem jüngsten Anschlag in der afghanischen Hauptstadt Kabul auf ein internationales Hotel hat es auch ein deutsches Todesopfer gegeben.
Deutsches Todesopfer bei Anschlag in Kabul: Neue Details bekannt

Pence hofft auf "neue Ära" in Nahost - und verkündet umstrittene Entscheidung

Nach der umstrittenen Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch US-Präsident Trump äußert sich Mike Pence optimistisch zu neuen Friedensverhandlungen. 
Pence hofft auf "neue Ära" in Nahost - und verkündet umstrittene Entscheidung

„Kein Schritt zurück“: Erdogan hält an umstrittener Syrien-Offensive fest

Die Türkei wird sich nach den Worten von Präsident Recep Tayyip Erdogan nicht durch internationalen Druck von ihrer Offensive gegen die Kurdenmiliz YPG im nordsyrischen …
„Kein Schritt zurück“: Erdogan hält an umstrittener Syrien-Offensive fest

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.